Vorhofflimmern, Studie

Vorhofflimmern: Studie zeigt Schäden in beiden Herzvorhöfen

08.06.2026 - 02:49:45 | boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Vorhofflimmern beide Herzvorhöfe betrifft und bisherige Therapiekonzepte in Frage stellt.

UMG-Studie: Vorhofflimmern schädigt beide Herzvorhöfe
Vorhofflimmern - Ein stilisiertes, transparentes 3D-Modell eines menschlichen Herzens mit rot leuchtenden, beschädigten elektrischen Bahnen in beiden Vorhöfen. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine neue Studie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Bisher konzentrierten sich Ärzte bei der Behandlung fast ausschließlich auf die linke Seite des Herzens. Die neuen Erkenntnisse könnten das gesamte Therapiekonzept auf den Kopf stellen.

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Warum herkömmliche Therapien oft scheitern

Die UMG-Forscher stellten fest: Anhaltendes Vorhofflimmern führt auch im rechten Vorhof zu erheblichen Schäden. Bisher gingen Mediziner davon aus, dass die Erkrankung primär den linken Vorhof betrifft.

Das erklärt möglicherweise, warum etablierte Verfahren häufig keine dauerhaften Erfolge erzielen. Eine isolierte Behandlung des linken Vorhofs reicht offenbar nicht aus. Die komplexe Schädigung des gesamten Organs erfordert ein ganzheitlicheres Vorgehen.

Herzpflaster und Magnet-Gel: Neue Hoffnung für Patienten

Parallel zur Ursachenforschung arbeiten Wissenschaftler an innovativen Behandlungen. An der UMG entstand ein sogenanntes Herzpflaster. Es ist etwa zehn Quadratmeter groß und wird direkt am schlagenden Herzen aufgenäht. Ziel: abgestorbene Herzmuskelzellen reparieren.

Die zugehörige BioVAT-Studie läuft bereits. In der nächsten Phase ist eine Untersuchung mit 260 Patienten geplant. Das Verfahren soll die Herzleistung bei Menschen mit Herzinsuffizienz stabilisieren – einer Erkrankung, von der in Deutschland rund vier Millionen Menschen betroffen sind.

Noch experimenteller ist ein magnetisch gesteuertes Gel. Es soll das linke Herzohr verschließen und so Blutgerinnsel verhindern. In Tierstudien an Ratten und Schweinen erwies sich das Material als stabil und gut verträglich. Ob es auch beim Menschen funktioniert, müssen weitere Studien zeigen.

KI findet neue Wirkstoffe gegen Herzkrankheiten

Künstliche Intelligenz beschleunigt die Wirkstoffforschung erheblich. Ende 2025 stellten Forscher des MRC Laboratory of Medical Sciences den Wissensgraphen „CardioKG“ vor. Das Modell analysiert Bilddaten von über 9.500 Teilnehmern der UK-Biobank und findet Verbindungen zwischen Genen und Herzkrankheiten.

Bereits bekannte Wirkstoffe wie Methotrexat und bestimmte Gliptine wurden als potenzielle Therapeutika identifiziert. Methotrexat könnte gegen Herzinsuffizienz helfen, Gliptine gegen Vorhofflimmern.

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COVID-19: Versteckte Herzschäden auch bei milden Verläufen

Eine norwegische Studie mit rund 20.000 Teilnehmern liefert neue Erkenntnisse. Die Ergebnisse des HUNT-Projekts erschienen im Juni 2026 im „European Journal of Preventive Cardiology“. Demnach kann COVID-19 selbst bei symptomfreien Verläufen subklinische Herzschäden verursachen. Bei Betroffenen wurde ein erhöhter Troponinspiegel nachgewiesen – ein Zeichen für eine versteckte Beeinträchtigung des Herzmuskels.

Zweitmeinung vor Schrittmacher-OP: Das steht Patienten zu

Seit Mai 2022 haben gesetzlich Versicherte einen festen Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung. Das gilt vor der Implantation eines Herzschrittmachers oder Defibrillators. Die Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses reagiert auf die gestiegenen Fallzahlen.

Berechtigt sind spezialisierte Fachärzte aus Kardiologie, Kinderkardiologie und Herzchirurgie.

Pfefferminzöl gegen Bluthochdruck?

Kleinere Studien untersuchen auch komplementäre Ansätze. Eine britische Studie an 40 Erwachsenen mit leicht erhöhtem Blutdruck zeigte: Täglich 0,1 ml Pfefferminzöl senkte den systolischen Blutdruck um etwa 8 mmHg.

Experten raten zur Vorsicht. Langzeiteffekte und die Wirksamkeit bei größeren Patientengruppen sind noch nicht ausreichend belegt.

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