Volkswagen, Bosch

Volkswagen trennt sich von Bosch: 1,5 Milliarden Euro Investition gescheitert

30.06.2026 - 09:55:27 | boerse-global.de

Volkswagen löst 1,5-Milliarden-Partnerschaft mit Bosch auf. Waymo und Uber trennen sich. Die Industrie sucht neue Wege im autonomen Fahren.

VW und Bosch beenden Milliarden-Allianz: Branche im Umbruch
Volkswagen - Ein autonomes Fahrzeug, ähnlich einem modernen Robotaxi, fährt in der Dämmerung durch eine Stadtstraße mit digitalen Datenüberlagerungen. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Volkswagen seine milliardenschwere Software-Allianz mit Bosch auflöst, haben Waymo und Uber ihre Zusammenarbeit in den USA beendet. Beide Entwicklungen zeigen: Die Industrie sortiert sich neu, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Volkswagen trennt sich von Bosch – 1,5 Milliarden Euro Investition gescheitert

Volkswagen bereitet die Auflösung der „Automated Driving Alliance" mit Bosch vor. Die 2022 gestartete Partnerschaft sollte Level-2- und Level-3-Systeme für autonomes Fahren entwickeln. Doch interne Prüfungen ergaben: Die erzielten Fortschritte, besonders bei Level-2++-Systemen, waren nicht konkurrenzfähig.

Der Autokonzern hatte rund 1,5 Milliarden Euro in das Gemeinschaftsprojekt gesteckt – über seine Softwaretochter Cariad. Unter CEO Oliver Blume sucht VW nun nach Alternativen. Ein neuer Vertrag soll bis September stehen. Als mögliche Partner gelten Mobileye oder Nvidia. Das Ziel: den Rückstand auf internationale Wettbewerber aufholen.

Die Trennung von Bosch ist Teil eines größeren Sparkurses. Volkswagen erwägt die Schließung von bis zu vier Werken. Bis zu 100.000 Stellen könnten gestrichen werden. Die Auflösung der Bosch-Allianz passt in dieses Bild.

Waymo und Uber: Phoenix-Partnerschaft beendet

Auch in den USA gibt es Bewegung. Die fast dreijährige Zusammenarbeit zwischen Waymo und Uber in Phoenix ist im Mai 2026 ausgelaufen. Kunden konnten Waymo-Fahrzeuge bis dahin über die Uber-App buchen – nun ist Schluss.

Waymo hat die betroffenen Fahrzeuge in die eigene Flotte integriert. Der Google-Schwesterkonzern operiert in Phoenix jetzt exklusiv über seine eigene App. Mit rund 4.000 Fahrzeugen und über 500.000 Fahrten pro Woche in elf US-Metropolen ist Waymo der unangefochtene Marktführer in den USA.

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Parallel modernisiert Waymo seine Hardware. Der neue Zeekr Ojai-Robotaxi ist pro Einheit rund 75.000 Euro günstiger als der bisher genutzte Jaguar I-PACE. Noch 2026 will Waymo in etwa 20 weiteren Städten starten – London und Tokio gelten als heiße Kandidaten.

Uber setzt auf Multi-Partner-Strategie

Uber zieht sich trotz des Endes der Waymo-Partnerschaft nicht aus dem autonomen Fahren zurück. Ganz im Gegenteil: Der Fahrdienstvermittler setzt künftig auf mehrere Partner gleichzeitig.

Neue Kooperationen bestehen mit Avride, WeRide, Neuro und dem E-Auto-Hersteller Lucid. Statt auf Exklusivpartnerschaften setzt Uber nun auf ein offenes Ökosystem. Das Ziel: möglichst viele verschiedene autonome Technologien in die eigene Plattform integrieren.

Deutsche Autoindustrie im Umbruch

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Die Auflösung der Volkswagen-Bosch-Allianz ist ein Einschnitt für die deutsche Automobilindustrie. Hinzu kommt: Auch Bosch-Chef Stefan Hartung soll seinen Posten räumen. Und die Zukunft von VW-Softwaretochter Cariad ist offen. Brancheninsidern zufolge droht der Einheit bis 2030 die Schließung oder eine grundlegende Neuausrichtung.

Volkswagen hat zuletzt mehrere neue Partnerschaften geschlossen – unter anderem mit dem chinesischen Hersteller Xpeng, dem US-Start-up Rivian und Horizon Robotics. Ein Lichtblick: Im deutschen Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos hält VW inzwischen einen Anteil von 37,9 Prozent.

de | wissenschaft | 69658209 |