Vitaminmangel, WHO

Vitaminmangel: WHO warnt vor vermeidbarer Blindheit bei Kindern

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 17:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vitaminmangel kann die Augen schädigen, während hohe Dosen Risiken erhöhen. Experten empfehlen eine ausgewogene Versorgung statt unkontrollierter Einnahme.

Vitamine und Augen: Mangel gefährdet Sehkraft, Übermaß birgt Risiken
Frisches Gemüse und Obst auf einer dunklen Steinoberfläche als Symbol für eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Illustration mit AI erstellt.

Die Versorgung des menschlichen Organismus mit essenziellen Mikronährstoffen ist eine Grundvoraussetzung für die Aufrechterhaltung der Sehkraft. Facharzt Dr. Hakan Taner Özpolat betont in diesem Zusammenhang, dass Vitaminmangelerscheinungen oft als ein Alarmsystem des Körpers zu verstehen seien.

Solche Defizite können demnach kritische Auswirkungen auf die Augengesundheit haben, da die Vitamine A, B, C, D und E maßgeblichen Einfluss auf die Retina (Netzhaut), die Kornea (Hornhaut) sowie den Sehnerv ausüben.

Auswirkungen von Vitaminmangel auf das Sehvermögen

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Vitamin A zu. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt ein entsprechender Mangel eine der Hauptursachen für vermeidbare Blindheit bei Kindern dar. Doch auch im Bereich der B-Vitamine zeigen sich deutliche Risiken für die Augen. Dr. Özpolat führt an, dass ein Defizit an Vitamin B12 schwerwiegende Folgen haben könne, darunter Schäden am Sehnerv sowie Blutungen innerhalb der Retina.

Als typische Warnzeichen, die auf eine unzureichende Vitaminversorgung hindeuten können, nennt der Mediziner verschiedene Symptome. Dazu zählen chronische Augentrockenheit und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Ebenso können allgemeine Sehstörungen sowie sichtbare Augenblutungen Anzeichen dafür sein, dass die Versorgung mit notwendigen Nährstoffen nicht mehr in ausreichendem Maße gewährleistet ist.

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Risiken einer Überdosierung und onkologische Aspekte

Während ein Mangel die Funktionen des Auges beeinträchtigt, ist eine unkontrollierte Zufuhr von Vitaminpräparaten ebenfalls mit Risiken verbunden. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt vor den Folgen einer Vitamin-Überdosierung. Eine übermäßige Versorgung könne demnach das Krebsrisiko steigern, anstatt die Gesundheit zu fördern.

Wissenschaftliche Untersuchungen stützen diese Warnungen. Eine Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte den Zusammenhang zwischen hohen Vitamin-B12-Dosen und dem Auftreten von Lungenkrebs; die Ergebnisse deuteten auf ein erhöhtes Risiko hin.

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Weitere Erkenntnisse lieferte eine im Jahr 2023 im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Studie. Dieser zufolge könnten die Vitamine A, C und E unter bestimmten Bedingungen das Tumorwachstum fördern, indem sie die Bildung neuer Blutgefäße innerhalb der Tumore anregen.

Differenzierte Bewertung der Supplementierung

Trotz der Risiken einer Überversorgung gibt es Hinweise auf positive Effekte bei einer gezielten und moderaten Einnahme bestimmter Vitamine. Das Deutsche Krebsforschungszentrum weist darauf hin, dass eine tägliche Gabe von Vitamin D die Krebssterblichkeit um 12% senken könne.

Die aktuelle Forschungslage verdeutlicht somit ein komplexes Bild: Während die Vermeidung von Mangelerscheinungen essenziell für den Erhalt der Augengesundheit und die Funktionalität des Sehnervs ist, mahnen Experten zur Vorsicht bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln. Eine ausgewogene Versorgung scheint entscheidend zu sein, um sowohl degenerative Prozesse am Auge zu verhindern als auch langfristige systemische Risiken zu minimieren.

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