Vitamin, DANCODE-Studie

Vitamin K2 und D3: DANCODE-Studie zeigt 21 Prozent langsamere Verkalkung

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 398 Teilnehmenden verlangsamte die Vitaminkombination den Kalkzuwachs; Auswirkungen auf Herzinfarkte und Schlaganfälle sind ungeklärt.

DANCODE-Studie: Vitamin K2 und D3 bremsen Gefäßverkalkung
Ein minimalistischer Labortisch mit einem Glasbecher und einer Petrischale in einer klinischen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Erforschung von Mikronährstoffen zur Verlangsamung von Gefäßverkalkungen hat durch neue Studienergebnisse im Sommer 2026 an Relevanz gewonnen. Im Fokus steht dabei die sogenannte DANCODE-Studie, deren Resultate im August 2026 im Fachjournal Circulation veröffentlicht und beim ESC-Kongress in München präsentiert wurden.

Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, inwieweit eine kombinierte Supplementierung von Vitamin K2 und Vitamin D3 die Fortschreitung der Koronararterienverkalkung (CAC) beeinflussen kann.

Studiendesign und methodisches Vorgehen der DANCODE-Untersuchung

Bei der DANCODE-Studie handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde Untersuchung, die in drei dänischen Krankenhäusern durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 398 Personen mit schwerer koronarer Verkalkung teil. Die Probanden wiesen zu Beginn der Studie einen CAC-Ausgangswert von mindestens 400 Agatston-Einheiten (AU) auf und waren im Durchschnitt 71 Jahre alt.

Über einen Zeitraum von 24 Monaten erhielt die Interventionsgruppe täglich eine Kombination aus 720 ?g Vitamin K2 (in der Form K2VITAL DELTA) und 25 ?g Vitamin D3. Die Kontrollgruppe erhielt ein Placebo.

Zur Überwachung der Entwicklung wurden Computertomografie-Untersuchungen (CT) zu Studienbeginn sowie nach 12 und 24 Monaten durchgeführt. Ziel der Forscher war es, die Veränderung der Kalklast in den Herzkranzgefäßen präzise zu dokumentieren.

Ergebnisse zur Verlangsamung der Gefäßverkalkung

Die Auswertung der Daten ergab laut den Studienberichten, dass die kombinierte Gabe der Vitamine die CAC-Progression gegenüber der Placebogruppe um etwa 21 % verlangsamte. Während der mittlere Anstieg der Verkalkung in der Supplement-Gruppe bei 196 AU lag, betrug er in der Placebo-Gruppe 248 AU.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass insbesondere die Zunahme der bereits verkalkten Plaque langsamer verlief. Bei der Gesamtplaque sowie bei nicht verkalkten Ablagerungen konnten hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Ein wesentlicher Aspekt der DANCODE-Studie ist zudem, dass sich der beobachtete Effekt unabhängig vom Geschlecht zeigte.

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Die positiven Resultate betrafen sowohl Männer als auch Frauen sowie Teilnehmende mit moderater bis hin zu sehr hoher Ausgangsverkalkung. Damit bestätigte die Studie frühere Ergebnisse der AVADEC-Untersuchung, die ähnliche Tendenzen bereits bei einer Untergruppe von Männern mit schwerer Verkalkung aufgezeigt hatte.

Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext

Trotz der signifikanten Ergebnisse der DANCODE-Studie bleibt die Datenlage im Bereich der Vitamin-K2-Forschung heterogen. Andere Untersuchungen, wie eine Studie mit rund 180 Teilnehmenden, beobachteten zwar ebenfalls eine um rund 25 % langsamere Progression der Gefäßverkalkung unter der Gabe von MK-7 über zwei Jahre. Gleichzeitig wurde jedoch in keinem Fall eine Rückbildung bereits bestehender Ablagerungen dokumentiert.

Zudem existieren Forschungsarbeiten, die bei Patienten mit bereits stark fortgeschrittener Verkalkung über einen Zeitraum von zwei Jahren keinen messbaren Effekt feststellen konnten.

Fachleute weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Vitamin K2-Supplemente nicht als medizinische Behandlung für eine fortgeschrittene Arteriosklerose eingestuft werden. Während die Verlangsamung der Progression in spezifischen Risikogruppen belegt scheint, bleibt der Nutzen für die breite Masse der gesunden Bevölkerung bislang unsicher.

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Forschungsbedarf und klinische Relevanz

Obwohl die Verlangsamung der radiologisch messbaren Verkalkung einen wichtigen Surrogatparameter darstellt, betonen Experten die Notwendigkeit weiterer Forschung. Der tatsächliche klinische Nutzen – also die Frage, ob die Einnahme der Vitamine zu einer messbaren Reduktion von schwerwiegenden Ereignissen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen führt – ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

Die Autoren der aktuellen Studien halten daher fest, dass größere und länger angelegte Untersuchungen erforderlich sind, die gezielt klinische Endpunkte adressieren. Erst durch solche Langzeitdaten lässt sich fundiert bewerten, welche Rolle die Supplementierung von Vitamin K2 und D3 in der präventiven Kardiologie künftig einnehmen kann.

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