Vitamin K2: Gefäßverkalkung um 25% verlangsamt
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen zur Supplementierung von Mikronährstoffen liefern differenzierte Ergebnisse hinsichtlich ihrer präventiven Wirkung auf chronische Erkrankungen.
Im Zentrum der aktuellen Forschung steht dabei insbesondere Vitamin K2 in der Form MK-7 sowie dessen Einfluss auf die vaskuläre Integrität. Eine klinische Studie mit 180 Teilnehmern über einen Zeitraum von zwei Jahren verdeutlicht das Potenzial, aber auch die Grenzen dieses Vitamins.
Die Rolle von Vitamin K2 bei der Gefäßverkalkung
Den Studienergebnissen zufolge konnte durch die Gabe von Vitamin K2 die fortschreitende Verkalkung der Blutgefäße um 25 % verlangsamt werden. Eine Rückbildung bereits bestehender Kalkablagerungen wurde im Rahmen der Untersuchung jedoch nicht beobachtet. Zudem stellten die Forscher fest, dass das Vitamin bei Patienten mit bereits weit fortgeschrittener Gefäßverkalkung keine messbaren Effekte mehr erzielte.
Ein klinisch relevanter Mangel an Vitamin K gilt in Europa als ungewöhnlich. Eine Ausnahme stellen jedoch Dialysepatienten dar, bei denen eine Unterversorgung häufiger auftritt. In der medizinischen Anwendung ist zudem die Wechselwirkung mit bestimmten Medikamenten zu beachten: Sogenannte Vitamin-K-Antagonisten wie die Blutverdünner Coumadin oder Warfarin hemmen die Wirkung des Vitamins gezielt, um die Blutgerinnung zu steuern.
Mikronährstoffe im Fokus: Vitamin C, D und E
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Neben Vitamin K2 rücken weitere Vitamine in den Fokus der Forschung zur Entzündungsprävention. Eine Studie der Universität Kalifornien belegt, dass Vitamin C den C-reaktiven Proteinwert (CRP), einen zentralen Entzündungsmarker, um 24 % senken kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt hierzu eine tägliche Zufuhr von 110 mg für Männer und 95 mg für Frauen.
Für den Bereich der Onkologie liefert eine Metaanalyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) wichtige Anhaltspunkte. Demnach kann eine Supplementierung von 20 µg Vitamin D – insbesondere bei fehlender Eigenproduktion durch Sonnenlicht – Entzündungsmarker bei Krebspatienten reduzieren.
Bei Vitamin E wiederum wird die tägliche Zufuhr von 12 mg für Frauen und 14 mg für Männer als Zielwert angegeben, wobei Öle und Nüsse als primäre natürliche Quellen dienen.
Qualitätsmängel und Dosierungsgrenzen bei Magnesium-Präparaten
Ein kritischer Blick der Marktforschung gilt der Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere bei Magnesium. Während die DGE eine tägliche Aufnahme von 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer empfiehlt, die im Regelfall über eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden kann, warnen Experten vor Überdosierungen durch Präparate.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, maximal 250 mg Magnesium pro Tag über Supplemente zuzuführen, da ab einer Dosis von 300 mg mit Nebenwirkungen wie Durchfall zu rechnen ist.
Ein Test von 28 Magnesium-Präparaten durch Öko-Test ergab, dass jedes zweite untersuchte Produkt überdosiert war; die Spitzenwerte lagen bei 400 mg pro Einheit. Zudem wurden in acht Produkten synthetische Süßstoffe und in vier Präparaten Talkum nachgewiesen.
Als empfehlenswert wurden unter anderem Abtei Magnesium 240 mg, GSE Magnesium Bio, Sunday Natural Magnesiumglycinat und Raab Vitalfood Magnesium Citrat eingestuft. Hinsichtlich der Bioverfügbarkeit weisen Fachleute darauf hin, dass organische Verbindungen wie Citrat oder Glycinat besonders gut vom Körper verwertet werden können.
Supplementierung von Beta-Alanin und der Einfluss von Süßstoffen
Neben einer gezielten Supplementierung spielt die tägliche Ernährung eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Entzündungsprozessen im Körper. Erfahren Sie in diesem Gratis-Ratgeber, welche 12 Lebensmittel aus dem Supermarkt wie natürliche Entzündungs-Killer wirken können. Kostenlosen Ratgeber zur entzündungshemmenden Ernährung hier herunterladen
Bei der Nutzung von Aminosäuren wie Beta-Alanin mahnen Behörden zur Vorsicht. Das BfR weist auf mögliche Parästhesien wie Kribbeln oder Brennen auf der Haut hin. Das Risiko gilt als gering, sofern Einzeldosen unter 400 mg und eine Tagesdosis von 1,2 g nicht überschritten werden.
Die Anwendung sollte zudem auf maximal 12 Wochen begrenzt sein. Bestimmte Personengruppen, darunter Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende sowie Personen über 65 Jahre, sollten laut BfR vollständig auf die Einnahme verzichten.
Im Bereich des Gewichtsmanagements liefert die SWEET-Studie Daten zur Verwendung von Süßstoffen. Erwachsene konnten durch den Ersatz von Zucker durch Süßstoffe innerhalb eines Jahres durchschnittlich 1,6 kg mehr an Gewicht verlieren; bei Kindern wurde dieser Effekt nicht festgestellt.
Zur Sicherheit des Süßstoffs Aspartam, der teils als potenziell krebserregend diskutiert wurde, halten BfR und EFSA fest, dass bei Einhaltung der ADI-Werte kein Risiko besteht. Ein 70 kg schwerer Mensch müsste etwa 17 Dosen Diätlimonade (à 330 ml mit 162 mg Aspartam) konsumieren, um diesen Grenzwert zu erreichen.
Ernährungsstrategien und der Faktor Zeit
Grundsätzlich empfehlen WHO und DGE, den Konsum von freiem Zucker auf maximal 10 % der täglichen Kalorienzufuhr zu begrenzen (ca. 50 g bei 2000 kcal), idealerweise auf unter 5 %. Zum Vergleich: Eine Dose Cola (330 ml) enthält bereits über 35 g Zucker.
Während die mediterrane Ernährung in Studien positive Effekte auf das LDL-Cholesterin und den Blutzucker zeigt, warnt die DGE vor ketogenen Ernährungsformen mit extrem hohem Fettanteil (60-90 %), da diese die LDL-Werte erhöhen können.
Ergänzend zu der Wahl der Lebensmittel scheint auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine Rolle zu spielen. Eine Studie im European Journal of Clinical Nutrition mit über 31.000 Teilnehmern deutet darauf hin, dass die erste Mahlzeit zwischen 7:00 und 8:00 Uhr mit dem geringsten Sterberisiko korreliert.
Ein späteres Frühstück erhöhte in der Beobachtung das Risiko signifikant, wobei die Autoren betonen, dass dies keinen Beweis für eine Kausalität darstellt.
