Vitamin, DANCODE-Studie

Vitamin K2: DANCODE-Studie zeigt 21 Prozent langsamere Gefäßverkalkung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DANCODE-Studie verzeichnete mit Vitamin K2 und D3 eine um 21 Prozent langsamere Zunahme der Gefäßverkalkung als mit Placebo.

Vitamin K2 MK-7 bremst Fortschreiten der Gefäßverkalkung in Studie
Ein steriler Labortisch mit einem Glasbecher in einem hellen, klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

In Deutschland ereignen sich jährlich fast 500.000 Schlaganfälle und Herzinfarkte, deren häufigste Ursache eine fortschreitende Arteriosklerose ist. Die Bildung von Calcium-Ablagerungen in den Gefäßwänden setzt oft bereits im Alter von 30 Jahren ein. Bei den über 70-Jährigen ist schätzungsweise jeder zweite Mensch davon betroffen.

Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend: Rund ein Drittel der Schlaganfallpatienten stirbt an den Folgen, und mindestens eine Million Menschen in Deutschland leben mit dauerhaften Beeinträchtigungen. Vor diesem Hintergrund rücken ernährungsmedizinische Faktoren und Mikronährstoffe verstärkt in den Fokus der kardiologischen Forschung.

Klinische Daten zu Vitamin K2 und Gefäßverkalkung

Ein zentraler Ansatzpunkt zur Vorbeugung von Gefäßverkalkungen ist das Vitamin K2, insbesondere in der Form MK-7. Dieses aktiviert das sogenannte Matrix-Gla-Protein, welches freies Calcium bindet und so die Blutgefäße vor der Ablagerung mineralischer Kristalle schützen soll.

Eine Untersuchung mit rund 180 Teilnehmern zeigte, dass die Gefäßverkalkung unter der Einnahme von MK-7 um ein Viertel langsamer zunahm als in der Kontrollgruppe unter Placebo. Eine Rückbildung bereits bestehender Plaques ließ sich jedoch nicht beobachten, und bei bereits stark fortgeschrittenen Verkalkungsprozessen blieben messbare Effekte aus.

Neue Einblicke liefert die dänische DANCODE-Studie, an der 398 Personen im Durchschnittsalter von 71 Jahren an drei Kliniken über einen Zeitraum von 24 Monaten teilnahmen. Alle Probanden wiesen zu Beginn einen Score der Koronararterienverkalkung von mindestens 400 Agatston-Einheiten auf.

Die im Fachjournal Circulation der American Heart Association veröffentlichte Doppelblindstudie untersuchte eine tägliche Gabe von 720 Mikrogramm Vitamin K2 MK-7 (Produkt: K2VITAL DELTA von Balchem) in Kombination mit 25 Mikrogramm Vitamin D3. Die Progression der Gefäßverkalkung verlangsamte sich im Vergleich zu Placebo um 21 Prozent; der mittlere Anstieg lag bei 196 Einheiten gegenüber 248 Einheiten in der Placebogruppe.

Die federführende Forscherin Dr. Selma Hasific vom Universitätskrankenhaus Odense stellte die Ergebnisse Ende August 2026 beim ESC-Kongress in München vor und betonte die konsistente Wirkung bei Frauen und Männern.

Versorgungsstatus, Risikogruppen und Referenzwerte

Ein Mangel an Vitamin K ist in europäischen Ländern selten, tritt jedoch bei Dialysepatienten gehäuft auf. Zu den natürlichen Quellen für Vitamin K2 zählen fermentierte Lebensmittel wie Natto, Tempeh und Sauerkraut sowie Eigelb. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung verfügt der Körper über einen Speicher von 2 bis 5 Milligramm Vitamin K bei einem täglichen Bedarf von 4 Mikrogramm.

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Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das Institut eine Höchstmenge von 25 Mikrogramm pro Tagesdosis. Besondere Vorsicht gilt bei Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente wie Coumadin oder Warfarin einnehmen: Diese Blutverdünner können die Verkalkung beschleunigen, während Tierversuche an Ratten darauf hindeuten, dass Vitamin K2 diesem Prozess entgegenwirken könnte.

Ergänzend weisen ältere Untersuchungen darauf hin, dass Vitamin D das Knochenbruchrisiko bei Menschen über 65 Jahren um gut 20 Prozent verringern kann.

Der Eiweißbedarf in der ernährungswissenschaftlichen Debatte

Parallel zur Rolle von Mikronährstoffen wird in der Ernährungswissenschaft intensiv über die Zufuhr von Makronährstoffen diskutiert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beziffert den Referenzwert für Erwachsene zwischen 19 und unter 65 Jahren auf 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, was bei einem Körpergewicht von 70 Kilogramm rund 56 Gramm entspricht.

Ab einem Alter von 65 Jahren empfiehlt die Fachgesellschaft 1,0 Gramm, während in der Wissenschaft für Senioren häufig Werte von 1,0 bis 1,2 Gramm diskutiert werden.

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Bei einem intensiven Trainingspensum von über fünf Stunden pro Woche liegt der Richtwert je nach Zielsetzung zwischen 1,2 und 2,0 Gramm pro Kilogramm. Eine Metaanalyse von Morton belegt, dass der trainingsbezogene Muskelaufbaueffekt bei rund 1,6 Gramm pro Kilogramm und Tag ein Plateau erreicht; für die meisten Trainierenden genügen 1,4 bis 1,6 Gramm.

Experten der Verbraucherzentrale Thüringen und der Stoffwechselforscher Richard Mackenzie von der Coventry University bewerten den aktuellen Trend zu speziellen Proteinprodukten kritisch. Mackenzie, der die Hintergründe in seinem im September 2026 erschienenen Buch Die Protein-Lüge darlegt, sieht in dem Boom vor allem wirtschaftliche Interessen der Lebensmittelindustrie.

Zusätzliche Proteinpräparate lieferten oft unnötige Kalorien, erhöhten das Risiko für Gewichtszunahme sowie Insulinresistenz und verdrängten wichtige Ballaststoffe. Zudem warnen Verbraucherschützer davor, dass eine übermäßige Eiweißaufnahme bei bestehenden Einschränkungen der Nierenfunktion das Organ zusätzlich belasten kann.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft für gesunde Erwachsene eine Zufuhr bis zum Doppelten des Referenzwerts – also etwa 1,6 Gramm pro Kilogramm – als sicher ein, verweist jedoch auf das Fehlen aussagekräftiger Langzeitstudien für eine feste Obergrenze.

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