Vitamin-D-Vergiftung, BfR

Vitamin-D-Vergiftung: BfR warnt vor hochdosierten Präparaten für Säuglinge

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 08:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das BfR fordert strengere Kontrollen bei Vitamin-D-Präparaten, nachdem Säuglinge durch hochdosierte Produkte aus dem Internet Vergiftungen erlitten.

BfR warnt vor Vitamin-D-Überdosierung: Gefahr für Säuglinge durch Online-Präparate
Eine medizinische Pipette liegt auf einer sauberen, weißen Oberfläche, symbolisch für die Vorsicht bei der Dosierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer im August 2026 veröffentlichten Warnung hebt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Gefahren hervor, die mit einer unkontrollierten Supplementierung von Vitamin D verbunden sind. Das Institut fordert eine deutlich strengere Überwachung der Dosierung, insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen wie Säuglingen und Kleinkindern. Hintergrund der Warnung sind gehäufte Meldungen über Vitamin-D-Vergiftungen, die teils auf die Verwendung hochdosierter Präparate zurückzuführen sind.

Dokumentierte Fälle und Risikofaktoren für Säuglinge

Bereits im Juli 2026 informierte das BfR über einen schwerwiegenden Fall von Vitamin-D-Intoxikation bei einem Säugling. Demnach wurde dem Kind ein hochdosiertes Präparat verabreicht, das ursprünglich für Erwachsene vorgesehen war und über das Internet bezogen wurde. In der entsprechenden Mitteilung 045/2026 verdeutlichte das Institut, dass solche Produkte für die spezifischen Bedürfnisse von Säuglingen ungeeignet sind.

Die Symptome einer solchen Vergiftung sind vielfältig und können die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen. Zu den klinischen Anzeichen gehören unter anderem Trinkschwäche, Erbrechen und ausgeprägte Schläfrigkeit. Im weiteren Verlauf drohen eine Hypercalcämie – also ein krankhaft erhöhter Kalziumspiegel im Blut – sowie schwerwiegende Nierenschäden. Um diese Risiken zu minimieren, empfiehlt das BfR für Säuglinge eine tägliche Vitamin-D-Dosis von lediglich 400 bis 500 I.E. (entspricht 10 bis 12,5 µg).

Statistische Einordnung von Medikationsfehlern

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Daten der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) aus dem Juli 2026 unterstreichen die Relevanz einer präzisen Dosierung bei Kleinkindern. Den Erhebungen zufolge sind etwa 23 % der Medikationsfehler bei Kindern unter einem Jahr als schwerwiegend einzustufen.

Ein beispielhafter Fall aus dem Jahr 2021 verdeutlicht das Ausmaß möglicher Fehldosierungen: Ein sieben Monate altes Kind erhielt über einen Zeitraum täglich 40.000 I.E. Vitamin D. In der Folge stieg der 25-OH-D-Spiegel im Blut auf über 600 µg/l an, was eine massive Überversorgung darstellt und klinische Interventionen erforderlich macht.

Handlungsempfehlungen für die ärztliche Praxis

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Angesichts dieser Entwicklungen betont das BfR die Bedeutung einer sorgfältigen Anamnese im medizinischen Alltag. Fachleute sollten bei Patientenuntersuchungen explizit nach der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln fragen. Dabei gelte es, nicht nur die Häufigkeit der Einnahme, sondern auch das konkrete Präparat sowie dessen Wirkstoffkonzentration zu erfassen.

Da hochdosierte Produkte insbesondere über den Online-Handel leicht zugänglich sind, sehen Experten hier eine potenzielle Gefahrenquelle für Verbraucher, die sich der Risiken einer Überdosierung nicht bewusst sind. Die aktuelle Analyse des BfR legt nahe, dass eine verstärkte Aufklärung über die korrekten Dosierungsmengen sowie die potenziellen Folgen einer Intoxikation notwendig ist, um die Patientensicherheit bei der Vitamin-D-Supplementierung langfristig zu gewährleisten.

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