Vitamin D: Stiftung Warentest stuft fünf von 25 Präparaten als ungeeignet ein
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 15:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Versorgung der Zellen mit lebenswichtigen Coenzymen steht zunehmend im Fokus der biochemischen Forschung und der Nahrungsergänzungsmittelbranche. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Formen von Vitamin B3 wie Nicotinamid-Ribosid-Chlorid (NR-CL) und Nicotinamid-Mononukleotid (NMN), die als Ausgangsstoffe für das Coenzym Nicotinamidadenindinukleotid (NAD+) dienen.
Wie der Produzent Ningbo Inno Pharmchem darlegt, wandelt der menschliche Körper NR-CL zunächst in NMN und anschließend in NAD+ um. NMN befindet sich in dieser zellulären Stoffwechselkette somit bereits einen Schritt näher am Zielmolekül NAD+.
Stoffwechselwege von NR-CL und NMN zur NAD+-Synthese
Nach Angaben von Ningbo Inno Pharmchem belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass sowohl NR-CL als auch NMN den NAD+-Spiegel im Organismus anheben können. Während einige Arbeiten auf eine effizientere orale Absorption von NR-CL in bestimmten Geweben hindeuten, betonen andere den direkten Syntheseweg von NMN zu NAD+$.
Dem Molekül NR-CL werden dabei von Herstellerseite Vorteile für die zelluläre Energieversorgung, die DNA-Reparatur und den Bereich Anti-Aging zugeschrieben, während NMN mit Stoffwechselgesundheit, körperlicher Ausdauer und jugendlichen Zellfunktionen assoziiert wird.
Da der NAD+-Spiegel mit zunehmendem Alter natürlicherweise abnimmt, soll eine Zufuhr von Nicotinamid-Ribosid-Chlorid die zellulären Speicher wieder auffüllen.
NAD+ fungiert im Organismus nicht nur als entscheidender Treiber von Redoxreaktionen im Rahmen der Glykolyse und des Krebs-Zyklus, sondern auch als unverzichtbares Substrat für DNA-Reparaturenzyme zur Erhaltung der genomischen Stabilität. Zudem aktiviert das Coenzym sogenannte Sirtuine, die als Langlebigkeitsgene regulierend auf den Stoffwechsel und die zelluläre Stressantwort wirken.
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Zur industriellen Gewinnung verweist Ningbo Inno Pharmchem auf den Wandel von traditionellen chemischen Synthesen, die extreme Bedingungen erfordern, hin zu nachhaltigeren enzymatischen Prozessen mit Nitrilasen und Amidasen, bei denen immobilisierte Enzyme kontinuierliche Abläufe ermöglichen.
Wissenschaftliche Einordnung von Verjüngungsversprechen
Ungeachtet der biochemischen Mechanismen warnen Mediziner vor überzogenen Erwartungen an Nahrungsergänzungsmittel. Michael Denkinger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, betont, dass Altern keine Krankheit sei. Für viele als Verjüngungsmittel angepriesene Substanzen, Vitamine und Peptide gebe es bislang keinen belastbaren Nachweis einer lebensverlängernden Wirkung beim Menschen.
Nachweisbare Effekte im Alter ließen sich hingegen durch Lebensstilfaktoren erzielen: In der LIFE-Studie mit mehr als 1.600 wenig aktiven Menschen zwischen 70 und 89 Jahren verhinderte ein strukturiertes Bewegungsprogramm bei etwa jedem 19. Teilnehmenden den Verlust der Gehfähigkeit.
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Auch der britische Arzt Xand van Tulleken kam nach einer mehrjährigen Untersuchung der Supplementenbranche zu dem Ergebnis, dass die meisten Mittel ihre Heilsversprechen nicht erfüllen können. Für gesunde Menschen fehle bei vielen Multivitamin- und Anti-Aging-Präparaten eine nachgewiesene klinische Wirkung.
Nutzen und Risiken bei der Nährstoffsupplementierung
Fachleute weisen zudem darauf hin, dass eine willkürliche Zufuhr von Mikronährstoffen das Immunsystem nicht gezielt stärken kann. Der Zellbiologe Stephan Barth führt aus, dass sich die Immunabwehr nicht per Supplement hochfahren lasse und eine dauerhafte Überaktivierung sogar Autoimmunerkrankungen und Allergien begünstigen könne. Eine Supplementierung sei primär bei einem diagnostizierten Mangel oder für definierte Risikogruppen sinnvoll.
Zudem birgt eine unkontrollierte Einnahme gesundheitliche Gefahren. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt vor einer Überversorgung, da hohe Dosen von Vitaminen unter bestimmten Umständen das Tumorwachstum fördern können; so zeigte eine Studie aus dem Jahr 2019 ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko durch übermäßig hohe Vitamin-B12-Gaben.
Ähnlich vorsichtig äußern sich Prüfinstitutionen bei fettlöslichen Stoffen wie Vitamin D: In der Ausgabe 1/2026 bewertete die Stiftung Warentest fünf von 25 geprüften Vitamin-D-Präparaten wegen zu hoher Dosierung als nicht geeignet, da bei langfristiger Überdosierung Nierenschäden drohen.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sollte die tägliche Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel 20 Mikrogramm beziehungsweise 800 internationale Einheiten nicht überschreiten. Da laut Robert Koch-Institut 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, bringt zusätzlichen Präparaten bei ihnen kein gesundheitlicher Nutzen.
