Vitamin D: Stiftung Warentest stuft die meisten von 25 Präparaten ab
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 10:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deNahrungsergänzungsmittel stellen lediglich eine Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung dar und können diese nicht ersetzen. Aktuelle Ratgeber betonen vor diesem Hintergrund, dass vor einer Einnahme stets eine individuelle Beratung durch medizinisches Fachpersonal erfolgen sollte.
Bei einer vollwertigen Kost sind zusätzliche Präparate für gesunde Menschen in den meisten Fällen überflüssig. Ausnahmen betreffen vor allem gezielte Lebensphasen oder spezifische Risikogruppen.
Hohe Dosierungen und Qualitätsmängel bei Vitamin D
Untersuchungen unabhängiger Verbraucherschützer verdeutlichen die Problematik vieler frei verkäuflicher Produkte. Die Stiftung Warentest stellte in ihrer Ausgabe 1/2026 fest, dass von 25 geprüften Vitamin-D-Präparaten die meisten zu hoch dosiert waren. Fünf Produkte erhielten das Urteil „nicht geeignet“, da eine langfristige Überdosierung Nierenschäden begünstigen kann.
Lediglich zwei Mittel wurden als geeignet eingestuft: „Vitamin D compact“ von GSE mit einer Tagesdosis von 200 i.E. sowie der Saft „Vital Vitamin D“ von Rotkäppchen mit 400 i.E. pro Tagesdosis. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt über Nahrungsergänzungsmittel maximal 20 µg beziehungsweise 800 i.E. Vitamin D täglich.
Auch Öko-Test analysierte 23 Vitamin-D-Präparate – darunter 14 Nahrungsergänzungsmittel und neun Arzneimittel – und sprach nur für sechs eine Empfehlung aus.
Doppelherz pure Vitamin-D3-Tropfen (2000 I. E.) und Vigantolvit Vitamin-D3-Tropfen (4000 I. E. laut Hersteller) fielen durch, da sie den BfR-Richtwert deutlich überschritten. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bereits gut mit Vitamin D versorgt.
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Zu den Risikogruppen für eine Unterversorgung zählen Personen über 65 Jahre, Menschen mit Adipositas, dunklerer Hautfarbe, chronischen Nieren-, Magen-Darm- oder Nebenschilddrüsenerkrankungen sowie Personen mit geringer Sonnenlichtexposition. Fachleute verweisen darauf, dass vor einer Supplementierung eine Bestimmung des Calcidiol-Werts (25-OH-D) im Blut sinnvoll ist.
Risiken bei Schwangerschafts- und Kinderprodukten
Erhebliche Qualitätsunterschiede zeigen sich zudem bei Spezialpräparaten. Öko-Test prüfte 19 Schwangerschaftspräparate mit Folsäure und Jod. Nur zwei Produkte erreichten die Note „gut“, während mehr als die Hälfte als „ungenügend“ bewertet wurde. Hauptkritikpunkt war auch hier eine deutliche Überdosierung; nur etwa ein Viertel der Produkte hielt die Höchstmengenempfehlungen des BfR ein.
In 14 Präparaten war Vitamin B6 zu hoch dosiert, was bei dauerhafter Einnahme mit Nervenschäden in den Extremitäten in Verbindung gebracht wird. Mehr als die Hälfte überschritt zudem die empfohlene Höchstmenge von 6 mg Eisen pro Tag. Zudem bemängelten die Prüfer kritische Hilfsstoffe wie Talkum, bestimmte Phosphate oder Carrageen.
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Für gesunde Kinder sind Nahrungsergänzungsmittel laut BfR in der Regel nicht erforderlich, da die Basisversorgung in Deutschland insgesamt gut ausfällt.
Zwar zeigt die EsKiMo-II-Studie, dass die mittlere Zufuhr von Vitamin D und Jod über die normale Nahrung unter den Referenzwerten liegt, dennoch warnen Fachleute vor Risiken durch bunte Vitamin-Gummis. Da fettlösliche Vitamine wie A und D im Körper gespeichert werden, drohen bei unkontrolliertem Verzehr Überdosierungen.
Hohe Vitamin-D-Gaben können den Calciumspiegel gefährlich ansteigen lassen und Beschwerden von Abgeschlagenheit bis hin zu Nierenschäden auslösen. Produkte für Erwachsene sind für Kinder tabu, da sich die Nährstoffbezugswerte rein auf Erwachsene beziehen. Vor jeder Supplementierung bleibt die labordiagnostische Abklärung der sicherste Weg.
