Vitamin-D-Präparate, Studie

Vitamin-D-Präparate: Neue Studie zeigt überraschende Wirkung

29.04.2026 - 19:56:37 | boerse-global.de

Stiftung Warentest bewertet 25 Vitamin-D-Produkte, nur zwei erhalten die Note „geeignet“. Fünf Präparate drohen bei Überdosierung Nierenschäden.

Vitamin-D-Präparate: Neue Studie zeigt überraschende Wirkung - Foto: über boerse-global.de
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Das ist das ernüchternde Ergebnis eines aktuellen Tests der Stiftung Warentest. Von 25 Vitamin-D-Produkten erhielten gerade mal zwei die Note „geeignet“. Die Testsieger: Rotbäckchen Vital Vitamin D und GSE Vitamin D compact. Fünf Präparate fielen sogar komplett durch – sie enthielten Mengen, die bei längerer Einnahme Nierenschäden verursachen können.

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Studie entdeckt genetischen Schlüssel

Die D2d-Studie untersuchte über 2.000 Erwachsene mit Prädiabetes. Sie nahmen täglich 4.000 IE Vitamin D ein.

Das Ergebnis: Nur 30 Prozent der Teilnehmer profitierten. Sie trugen spezifische Genvarianten und senkten ihr Diabetes-Risiko um 19 Prozent. Die anderen 30 Prozent mit bestimmten Genen zeigten keinerlei Wirkung. „Das ist keine Einheitsmedizin“, betonen die Forscher. Ihr dringender Rat: Niemand sollte derart hohe dosen ohne ärztliche Absprache einnehmen.

Gefahr aus dem Regal

Die aktuellen Test-Ergebnisse decken sich mit früheren Untersuchungen. Bereits 2024 fielen bei Ökotest zehn von 23 Produkten durch. Das Problem: Viele Hersteller überschreiten die deutschen Empfehlungen deutlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät zu maximal 20 Mikrogramm (800 IE) täglich. Die europäische Behörde EFSA erlaubt höhere Werte – und viele Firmen nutzen das aus.

Besonders kritisch sehen Experten Depot-Präparate. Produkte wie Dekristolvit D3 oder Vigantolvit Vitamin D3 Öl gehören zu den Verlierern der aktuellen Auswertungen. Sie überschreiten die empfohlenen Tagesmengen massiv.

Vitamin D und die Psyche

Die Bedeutung des Sonnenvitamins geht weit über die Knochengesundheit hinaus. Fachärzte wie Dr. Stephanie Grabhorn verweisen auf den Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit. Vitamin D beeinflusst die Regulierung von Serotonin. Bei Depressions-Patienten findet sich häufig ein Mangel – auch wenn die genaue Kausalität noch unklar ist.

Eine Studie aus 2018 zeigte zudem: Ein Vitamin-B12-Mangel erhöht das Risiko für Depressionen und Angstzustände. Besonders Veganer und Vegetarier sollten hier aufpassen.

Schon im Mutterleib entscheidend

Die Vitamin-D-Versorgung beginnt vor der Geburt. Eine chinesische Beobachtungsstudie mit rund 4.000 Mutter-Kind-Paaren aus dem Jahr 2025 zeigt: Höhere Vitamin-D-Spiegel in der Schwangerschaft senken das Kariesrisiko bei Vorschulkindern.

Gynäkologin Jenifer Schneeweiss-Friedl betont zudem die Rolle bei Kinderwunsch: Vitamin D reguliert den Hormonhaushalt und den Eisprung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch zusätzlich 400 Mikrogramm Folsäure täglich. Doch auch hier gibt es Qualitätsprobleme: Ein Ökotest 2024 bewertete nur acht von 22 Folsäure-Produkten mit „gut“, zwölf fielen durch.

Der wilde Westen der Nahrungsergänzung

Die Verbraucherzentrale schlägt Alarm. Ende April 2026 gab es Warnungen vor Bio-Moringa-Kapseln wegen Salmonellen. Andere Produkte enthielten nicht deklarierte Wirkstoffe wie Sildenafil oder Sibutramin. Das Problem: Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Die Kontrolle ist lax.

Die Verbraucherzentralen fordern EU-weite Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe. Die Politik setzt derweil auf Prävention. Das Bundeskabinett befasste sich am 28. April mit einer geplanten Gesundheitsreform für 2027. Teil der Pläne: eine Zuckerabgabe auf gesüßte Getränke ab 2028.

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Wer braucht wirklich Vitamin D?

Mediziner wie Stefan Kabisch von der Charité Berlin warnen vor pauschalen Empfehlungen. Laut Robert Koch-Institut sind 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bereits gut versorgt. Ein Bluttest kostet zwischen 20 und 50 Euro – und sollte vor jeder Supplementierung stehen.

Profitieren können nachweislich Risikogruppen: Menschen über 65, Personen mit dunkler Hautfarbe oder Adipositas. Der Rest bekommt genug durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung im Freien.

Die Forschung wird in den kommenden Jahren personalisierte Empfehlungen liefern. Gestützt auf genomische Daten und kontinuierliches Gesundheitsmonitoring. Bis dahin gilt: Supplementierung nur nach ärztlicher Diagnose. Und Finger weg von Hochdosis-Präparaten ohne Notwendigkeit.

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