Vitamin D: Mangel verursacht Muskelschmerzen und Erschöpfung
04.06.2026 - 12:02:18 | boerse-global.deDie Medizin rückt dabei zunehmend die Versorgung mit Mikronährstoffen in den Fokus – allen voran Vitamin D.
Das Vitamin spielt eine zentrale Rolle für Knochengesundheit, Immunsystem und Muskelfunktion. Ein Mangel äußert sich häufig durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung und eben Muskelschmerzen. In Deutschland gilt das besonders für die Wintermonate.
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Sonnenmangel im Winter als Hauptproblem
Rund 80 bis 90 Prozent des benötigten Vitamin D bildet der Körper durch Sonneneinstrahlung auf der Haut. Zwischen Oktober und März reicht die Intensität in deutschen Breitengraden dafür nicht aus. Die Folge: Ein relevanter Teil der Bevölkerung weist in dieser Zeit niedrige Spiegel auf.
Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt ältere Menschen, Säuglinge sowie Personen mit dunklerer Hautfarbe als Risikogruppen. Auch Menschen, die ihre Haut aus kulturellen oder religiösen Gründen bedeckt halten, sind besonders gefährdet. Experten raten vor der eigenständigen Einnahme von Präparaten zu einem Bluttest.
Die Kombination macht's: Vitamin D3 und K2
In der Ernährungsmedizin wird zunehmend die Kombination von Vitamin D3 mit Vitamin K2 diskutiert. Vitamin D3 fördert die Kalziumaufnahme im Darm. Vitamin K2 transportiert das Kalzium in Knochen und Zähne – und verhindert so Ablagerungen in den Arterien.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich 800 IE Vitamin D3. Bei nachgewiesenem Mangel können 1.000 bis 2.000 IE sinnvoll sein. Ziel ist ein Blutwert zwischen 40 und 60 ng/ml. Bei Vitamin K2 werden 100 bis 200 µg täglich genannt. Da Vitamin D fettlöslich ist, verbessert die Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit die Aufnahme.
Vorsicht ist geboten: Eine unkontrollierte Hochdosis-Therapie kann zu Übelkeit, Erbrechen und langfristig zu Nierenschäden führen.
Muskelkraft als Lebensversicherung
Unabhängig von der Nährstoffversorgung zeigt die Forschung: Muskelkraft ist ein eigenständiger Marker für gesundes Altern. Eine Studie im Fachjournal JAMA Network Open begleitete über acht Jahre mehr als 5.000 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Eine höhere Griffkraft war demnach mit einer signifikant geringeren Sterblichkeit verbunden.
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Experten empfehlen daher neben ausgewogener Ernährung auch regelmäßiges Krafttraining. Das erhält die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates bis ins hohe Alter.
Neue Wege bei chronischen Schmerzen
Auf dem Life Summit in Berlin Ende Mai 2026 betonten Mediziner die Notwendigkeit einer fundierten Diagnostik. Bevor Patienten zu Supplementen greifen, sollte der tatsächliche Bedarf ermittelt werden. Neben Vitamin D können auch Defizite bei Eisen, Vitamin B12 oder Magnesium zu Erschöpfung und muskulären Problemen führen.
In Deutschland leiden schätzungsweise 20 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Für Juni 2026 ist der Start der NeuroPain-Studie am LMU Klinikum München angekündigt. Dabei soll personalisierte Neuromodulation durch fokussierten Ultraschall untersucht werden. Ziel: Chronische Rückenschmerzen durch gezielte Beeinflussung von Hirnregionen lindern.
Auch Kreatin wird auf seine Wirkung auf das Nervensystem untersucht. Studien deuten darauf hin, dass die Substanz die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Nervenzellen als Energiereserve dienen kann. Trotz klinischer Hinweise auf Verbesserungen des Arbeitsgedächtnisses lehnte die EU-Kommission 2026 entsprechende gesundheitsbezogene Werbeaussagen ab.
Die Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitamin D ist ein wesentlicher Baustein gegen Muskelschmerzen. Entscheidend bleibt jedoch der ganzheitliche Lebensstil aus Bewegung, Krafttraining und vielfältiger Ernährung.
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