Vitamin-D-Mangel: Studie mit 5.520 Menschen zeigt 91 Prozent höheres Sterberisiko
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gezielte Früherkennung und Anpassungen der alltäglichen Lebensgewohnheiten bieten ein erhebliches Potenzial zur Vermeidung schwerer Erkrankungen. Nach Einschätzung der Präventionsärztin Dr. Anne Fleck könnten in Deutschland jährlich bis zu 170.000 Menschenleben durch eine verbesserte Vorsorge gerettet werden.
Zudem ließen sich mit den richtigen Untersuchungen und einer durchdachten Alltagsgestaltung mehr als eine Million Erkrankungen verhindern, wie aus einem Bericht vom 4. Oktober 2026 hervorgeht. Angebote wie ein aktueller Vorsorge-Check versprechen dabei rechnerisch einen Gewinn von bis zu 14,5 Jahren an Lebenszeit.
Risikofaktoren systematisch minimieren
Ein zentraler Hebel für die Erhöhung der Lebenserwartung liegt in der Reduktion vermeidbarer Risikofaktoren. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. Wer die sogenannten großen fünf Risikofaktoren meidet, sichert sich Fachberichten zufolge die Chance auf mehr als ein Jahrzehnt an zusätzlicher Lebenszeit.
Auch im Bereich der kognitiven Gesundheit und Demenzprävention gewinnt der Lebensstil an Bedeutung. Nach Angaben von Medizinern wie Dr. Georg Haber und Prof. Dr. Stefan Lorenzl leben in Deutschland über 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, meist Alzheimer.
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Zwar existieren genetische Komponenten bei familiären Häufungen, doch eine Vielzahl von Einflussfaktoren gilt als direkt modifizierbar. Zu den entscheidenden Ansatzpunkten gehören Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel, Übergewicht, Schlafstörungen, Alkoholkonsum sowie ungesunde Ernährung.
Ernährung und körperliche Aktivität
Die Gestaltung der täglichen Ernährung beeinflusst die Langlebigkeit maßgeblich. Laut Ernährungswissenschaftlern lassen sich durch die richtige Ernährungsweise mehrere Lebensjahre gewinnen. Dabei spielen auch spezifische Mangelzustände eine kritische Rolle.
Ein Mangel an Vitamin B12 kann gravierende Symptome nach sich ziehen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln kommt es hingegen auf den gezielten Einsatz an, da sie je nach Kontext hilfreich oder schädlich wirken können.
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Eine internationale Studie der Federal University of Sao Carlos und des University College London verdeutlicht die Relevanz metabolischer Faktoren: Bei den 5.520 untersuchten Teilnehmenden ab 50 Jahren war ein Vitamin-D-Mangel von unter 30 nmol/L allein mit einem um 91 Prozent erhöhten Sterberisiko verbunden.
Abdominale Adipositas erhöhte das Risiko um 47 Prozent. Traten beide Faktoren gemeinsam auf, stieg das frühzeitige Sterberisiko um 123 Prozent im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung und ohne Adipositas.
Ergänzend zur Ernährung wirkt körperliche Aktivität direkt auf biologische Alterungsprozesse. Regelmäßiges Krafttraining verlängert Forschungsergebnissen zufolge die Telomere, bremst das zelluläre Altern und senkt chronische Entzündungswerte. Für messbare Vorteile werden zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche empfohlen.
Soziale Einbindung und psychische Faktoren
Neben messbaren biologischen Werten prägen soziale und psychologische Gegebenheiten die Lebenserwartung. Nach Einschätzung der klinischen Gesundheitspsychologin Mag. Kerstin Schuller steigern gute Beziehungen die Überlebenswahrscheinlichkeit um bis zu 50 Prozent, gestützt durch eine Meta-Analyse mit mehr als 300.000 Personen.
Auch Langzeitdaten der Harvard Study of Adult Development bestätigen seit 1938, dass die Beziehungsqualität zu den stärksten Faktoren für Gesundheit im Alter zählt. US-Langzeitstudien zeigen zudem, dass Menschen mit einem positiven Altersbild im Schnitt gut sieben Jahre länger lebten, während Dauerstress ohne Erholung die Lebensspanne verkürzen kann.
