Vitamin D im Alter: Haut bildet bei 70-Jährigen bis zu 75 Prozent weniger
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 04:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit zunehmendem Lebensalter verändern sich die physiologischen Abläufe im menschlichen Körper grundlegend. Insbesondere ab dem 50. Lebensjahr lässt die Fähigkeit nach, essenzielle Mikronährstoffe wie Vitamin D und Vitamin B12 über die Nahrung oder durch Sonnenlicht ausreichend aufzunehmen.
Fachberichte und Studien thematisieren diese schleichenden Resorptionsdefizite sowie begleitende gesundheitliche Herausforderungen in der Seniorenpflege, zu denen auch neuartige Konzepte für die Mundhygiene bei Menschen mit Demenz zählen.
Sinkende Synthese und Resorption von Vitamin D und B12
Nach Angaben der National Institutes of Health (NIH) gehören ältere Menschen zu jenen Gruppen, die besonders häufig eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D aufweisen. Zudem verarbeiten viele ältere Erwachsene das über die Nahrung aufgenommene Vitamin B12 deutlich schlechter.
Bei der körpereigenen Vitamin-D-Produktion spielen biologische Veränderungen der Haut eine erhebliche Rolle: Die Haut eines 70-jährigen Menschen bildet nach Erkenntnissen des Vitamin-D-Forschers Michael Holick von der Universität Boston im Journal of Clinical Investigation bei identischer Sonnenexposition bis zu 75 Prozent weniger Vitamin D als die eines 20-Jährigen.
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Erschwerend kommt hinzu, dass nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Sonne in den mitteleuropäischen Breiten etwa von Oktober bis März zu niedrig steht, um eine nennenswerte Vitamin-D-Synthese zu ermöglichen.
Parallel dazu steigt das Risiko einer Unterversorgung mit Vitamin B12 (Cobalamin), das für die Bildung roter Blutkörperchen, das Nervensystem und die DNA-Synthese benötigt wird. Nach Angaben der Barmer führt ein ausgeprägter Mangel in der westlichen Bevölkerung bei rund 5 bis 7 Prozent der jüngeren Erwachsenen und bei bis zu 30 Prozent der Senioren über 65 Jahren zu klinischen Symptomen.
Laut Rosenfluh sind schätzungsweise 10 bis 30 Prozent der über 75-Jährigen aufgrund einer verminderten Resorption betroffen. Da sich ein Mangel oft über Jahre unbemerkt entwickelt, empfehlen Fachleute zur Diagnose eine Bestimmung des aktiven Holotranscobalamins (Holo-TC) statt des Gesamtserumspiegels.
Risikofaktoren und Verzehrempfehlungen
Zu den typischen Anzeichen eines Mangels zählen Müdigkeit, Schwäche, Anämie sowie neurologische Beschwerden wie Kribbeln oder Konzentrationsprobleme. Als Risikofaktoren gelten neben dem Alter auch Magen-Darm-Erkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente wie Säureblocker oder Metformin, die die Aufnahme im Verdauungstrakt hemmen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stufen eine Zufuhr von 4,0 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag für Erwachsene als angemessen ein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 25 Mikrogramm pro Tag, um Risiken durch Überdosierungen zu vermeiden.
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Ergänzende Konzepte für Mundhygiene und Versorgung in der Pflege
Die Aufrechterhaltung der Gesundheit im Alter betrifft neben der Ernährung auch die alltägliche Pflege. Einen neuen Ansatz zur Mundgesundheit bei kognitiven Einschränkungen bietet ein im Innovationsprogramm der Alzheimer's Society entwickeltes Produkt: Das zuckerfreie Kaubonbon Dentablue mit Minzgeschmack wurde von Molly Baldini für Menschen mit Demenz konzipiert. Es enthält die Vitamine C und D, lässt sich innerhalb weniger Sekunden kauen und schlucken und ist für eine zweimal tägliche Anwendung ausgelegt.
Wie Natasha Howard Murray von der Alzheimer's Society anmerkt, nimmt die Unterstützung von Betroffenen beim regulären Zähneputzen häufig rund 15 Minuten in Anspruch; das Präparat versteht sich daher als begleitende Ergänzung zur Zahnpflege.
In der stationären Betreuung rückt zugleich die direkte zahnmedizinische Versorgung vor Ort in den Mittelpunkt. Ein Pilotprojekt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zur mobilen Zahnmedizin im Seniorenwohnheim Stadtwald in St. Pölten lief vom 21. April bis zum 21. Juli 2026. Seit September 2026 wird das Modell mit mobilen Dentaleinheiten und wöchentlichen Besuchen auf weitere Pflegeeinrichtungen in Niederösterreich ausgeweitet, um Diagnostik, Schmerztherapien und prothesenversorgungen direkt vor Ort sicherzustellen.
