Vitamin, Halbiert

Vitamin D: Halbiert Infektionsrisiko nach mRNA-Impfung um 50%

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Studien belegen: Vitamin D senkt Risiko für Durchbruchsinfektionen nach mRNA-Impfung und verbessert Lungenfunktion.

Vitamin D halbiert Infektionsrisiko nach Impfung – neue Studienlage
Vitamin - Nahaufnahme eines Vitamin-D-Fläschchens neben einer Spritze und medizinischen Diagrammen, symbolisiert Forschung zu Immunsystem und Impfungen. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien untersuchen, wie der Mikronährstoff das Immunsystem beeinflusst – und ob er sogar die Wirksamkeit von Impfungen verbessern kann.

Vitamin D halbiert Risiko für Durchbruchsinfektionen

Eine aktuelle Studie liefert überraschende Zahlen. Forscher um di Filippo veröffentlichten im Fachjournal Endocrine eine retrospektive Beobachtungsstudie mit 114 Teilnehmern. Das Ergebnis: Wer Vitamin D einnahm, erkrankte nach einer mRNA-Impfung deutlich seltener.

In der Gruppe ohne Supplementierung steckten sich 34 Prozent der Probanden an. Mit Vitamin-D-Gabe waren es nur 17 Prozent. Die Forscher identifizierten einen Vitamin-D-Spiegel von mindestens 18,5 ng/ml als optimalen Wert. Der Vitamin-D-Status gilt demnach als unabhängiger Prädiktor für das Infektionsrisiko.

Parallel bestätigten kanadische Forscher in Übersichtsarbeiten die generelle Sicherheit der mRNA-Technologie. Diese wird mittlerweile auch für den Einsatz in der Krebstherapie geprüft.

Bessere Lungenfunktion und weniger Alterung

Doch Vitamin D wirkt nicht nur auf den Impfschutz. Eine Untersuchung im Fachmagazin Thorax an über 1.100 Kindern und rund 1.000 Erwachsenen mit Asthma zeigte: Höhere Vitaminspiegel hängen mit einer besseren Lungenfunktion zusammen.

Bei Erwachsenen mit einem Vitamin-D-Spiegel von mindestens 30 ng/ml maßen die Forscher nicht nur bessere Werte bei der Einsekundenkapazität (FEV1) und der Vitalkapazität (FVC). Sie stellten auch eine geringere epigenetische Alterung fest. Der Mikronährstoff könnte also die langfristige Organalterung beeinflussen.

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Knochengesundheit: Experten streiten über Nutzen

Trotz der positiven Immunbefunde bleibt der Nutzen von Vitamin D umstritten. Eine Meta-Analyse mit 69 Studien und 153.902 Teilnehmern (Durchschnittsalter: 71 Jahre) fand keinen allgemeinen Schutz vor Stürzen oder Knochenbrüchen durch isolierte Vitamin-D- oder Kalzium-Einnahme.

Nur bei hochbetagten Frauen in Pflegeeinrichtungen mit ausgeprägtem Mangel zeigte eine Kombination beider Stoffe einen geringfügigen Effekt.

Osteoporose-Experten widersprechen. Eine kanadische Analyse berechnete eine Reduktion des Hüftfrakturrisikos um 16 Prozent bei kombinierter Gabe. Für Deutschland bedeute eine Risikoreduktion von nur 0,3 Prozent auf Bevölkerungsebene bereits jährliche Einsparungen zwischen 7,8 und 9,6 Millionen Euro. Fachärzte halten daher an den Empfehlungen für Risikopatienten fest.

Stiko kippt allgemeine COVID-19-Impfempfehlung

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Die Diskussion um Vitamin D findet vor einem veränderten Hintergrund statt. Anfang Juli 2026 hob die Ständige Impfkommission (Stiko) die allgemeine Basisimpfempfehlung gegen COVID-19 auf. Der Grund: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen verfügen über eine breite Immunität.

Krankenhauseinweisungen und Todesfälle sinken kontinuierlich. Die Stiko empfiehlt jährliche Auffrischimpfungen nur noch für bestimmte Gruppen: Personen ab 75 Jahren, Menschen mit relevanten Grunderkrankungen sowie Pflegepersonal. In der EU und durch das ECDC bleibt die Impfung für Schwangere und vulnerable Gruppen empfohlen – auch wenn einzelne Mitgliedstaaten diese pauschalen Empfehlungen kritisch hinterfragen.

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