Vitamin, Cochrane-Studie

Vitamin D: Cochrane-Studie widerlegt Schutz vor Infekten

22.06.2026 - 05:32:13 | boerse-global.de

Aktuelle Cochrane-Studie zeigt geringen Nutzen von Vitamin D bei Kleinkindern. Experten warnen vor unkontrollierter Supplementierung und Kaffee als Störfaktor.

Vitamin D und Magnesium: Neue Studien zu Longevity und Risiken
Vitamin - Eine Nahaufnahme einer Glasflasche mit weissen Vitamin-D- und Magnesium-Pillen, die einen subtilen Glanz aufweist. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gesundheitscoach Ali Amin betont die enge Wechselwirkung: Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme, Magnesium reguliert deren Verwertung.

Diese Synergie wirkt sich positiv auf Knochendichte, Immunsystem und sogar die psychische Gesundheit aus. Mediziner raten jedoch zur Vorsicht: Eine Supplementierung sollte nur bei nachgewiesenem Mangel erfolgen.

Cochrane-Studie enttäuscht: Vitamin D schützt Kleinkinder kaum

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Eine aktuelle Cochrane-Übersichtsarbeit von van Arragon et al. (April 2026) wertete 107 Studien mit über 31.500 Teilnehmenden aus. Ergebnis: Vitamin D senkt die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegsinfekten bei Kindern unter fünf Jahren nur minimal. Höhere Dosierungen brachten keinen Zusatznutzen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt: Hochdosierte Präparate gehören nur unter ärztliche Aufsicht. Bei ausreichendem Spiegel entsteht kein messbarer Vorteil.

Streit um Osteoporose-Prävention

In der Fachwelt herrscht Uneinigkeit über den Nutzen von Kalzium- und Vitamin-D-Supplementen. Eine kanadische Metaanalyse (Juni 2026) bewertete den Effekt auf Knochenbrüche als gering. Widerspruch kommt von Dr. Friederike Thomasius vom Frankfurter Hormon- und Osteoporosezentrum.

Sie verweist auf eine 16-prozentige Risikosenkung für Hüftfrakturen – besonders relevant für Risikogruppen.

Trend zu Supplementen: Jeder Fünfte nimmt vier oder mehr

Umfragen vom Juni 2026 zeigen: Drei Viertel der Befragten greifen regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln. Fast jeder Fünfte schluckt täglich vier oder mehr verschiedene Präparate. Mediziner warnen vor den Folgen.

Unkontrollierte Einnahme kann zu Leber- und Nierenproblemen sowie Magen-Darm-Beschwerden führen. Ein prominentes Beispiel: Eine US-Influencerin entwickelte nach jahrelanger Einnahme Nierensteine. Fachleute empfehlen eine ausgewogene Ernährung als Primärquelle.

Kaffee stört die Nährstoffaufnahme

Der Konsum von Kaffee beeinträchtigt die Wirkung von Supplementen massiv. Studien zeigen: Koffein hemmt die Eisenaufnahme um 39 bis 66 Prozent. Zudem fördert es die Ausscheidung von Magnesium und stört die Vitamin-D-Aufnahme.

Die Lösung: Ein bis zwei Stunden Abstand zwischen Kaffee und Supplement-Einnahme einhalten.

Longevity-Forschung: Mehr als nur Pillen

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Die Forschung zur gesunden Lebensspanne betrachtet Nährstoffe nur als Teilaspekt. Dr. Dominik Duscher (MedUni Wien) beschreibt eine Longevity-Pyramide mit metabolischer Gesundheit, proteinreicher Ernährung und Muskelmasse als Basis.

Neue Ansätze umfassen:
- Zelluläre Ebene: Hautmikrobiom und Barrierefunktion für „Skin Longevity"
- Technologie: Wearables zur Gesundheitsüberwachung
- Medizinische Verfahren: Plasmapherese gegen Entzündungen, Peptid- und Stammzelltherapien mit Muse-Zellen

Parallel untersucht die PLASTICITY-Studie (University of California, Berkeley), ob Psilocybin die Neuroplastizität bei 60- bis 85-Jährigen verbessert. Analysen des Max-Planck-Instituts und der Columbia University zeigen zudem: Soziale Benachteiligung beschleunigt die epigenetische Alterung bereits im Kindesalter messbar.

de | wissenschaft | 69600239 |