Vitamin D bei Säuglingen: BfR warnt vor Vergiftungen und Überdosierung
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 06:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vitamin D bleibt ein Dauerbrenner der Gesundheitsvorsorge – und ein unterschätztes Risiko. Denn der Körper produziert das fettlösliche Vitamin vor allem durch Sonneneinstrahlung auf die Haut. Wer zu wenig Zeit im Freien verbringt oder starken Sonnenschutz nutzt, leert seine Reserven schneller als gedacht. Die Folgen: unspezifische Symptome, die langfristig Knochen und Stoffwechsel belasten.
Wenn Säuglingen Vitamin D zum Verhängnis wird
Besonders heikel ist die Lage bei den Kleinsten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte am 7. August vor Vitamin-D-Vergiftungen bei Säuglingen. Eine unkontrollierte Überdosierung kann schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen auslösen – obwohl eine ausreichende Versorgung für das Wachstum essenziell ist.
Doch nicht nur die Vitaminzufuhr bestimmt die gesunde Entwicklung. Anfang August aktualisierte die S3-Leitlinie einen bemerkenswerten Fakt: Bei rund fünf Prozent der Bevölkerung – etwa vier Millionen Menschen in Deutschland – fehlen Zähne von Geburt an. Die Empfehlung: Implantate erst nach Abschluss des Kieferwachstums einsetzen. Die Nährstoffversorgung spielt dabei für die Knochenstabilität eine begleitende Rolle.
Überraschender Mechanismus entdeckt
Das BfR warnt vor Vitamin-D-Vergiftungen bei Säuglingen – eine Überdosierung kann ernste Folgen haben. Doch wie finden Sie die richtige Dosis für Ihr Baby? Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie sicher supplementieren und Mangel erkennen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Bei Erwachsenen rückt die Knochenheilung in den Fokus. Forscher berichteten Anfang August über einen bisher unbekannten Mechanismus, durch den Vitamin D die Heilung von Frakturen unterstützt. Das könnte die Behandlung von Knochenbrüchen künftig maßgeblich verändern.
Bei Senioren zeigt sich ein Mangel dagegen oft durch Muskelschwäche und erhöhte Sturzgefahr – kombiniert mit verminderter Knochendichte ein gefährliches Risiko für Brüche. Dazu kommen unentdeckte chronische Erkrankungen: Die NAKO-Studie offenbarte bei 18,4 Prozent der rund 195.000 untersuchten Erwachsenen auffällige Nierenwerte. Für den Vitamin-D-Stoffwechsel ist das relevant, denn die Niere aktiviert das Vitamin erst in seine wirksame Form.
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln
Viele Eltern greifen bei Vitamin D für ihre Babys zu Nahrungsergänzungsmitteln – doch unkritische Einnahme birgt Risiken. Erfahren Sie, worauf Sie bei Präparaten achten müssen und wie Sie die Versorgung Ihres Kindes optimal gestalten. Leitfaden zur sicheren Vitamin-D-Gabe jetzt sichern
Trotz aller Bedeutung einer guten Versorgung: Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) warnt vor unkritischer Einnahme von Präparaten. Viele Nahrungsergänzungsmittel werden ohne Wirksamkeitsnachweis beworben – besonders problematisch bei Produkten, die Einfluss auf Schilddrüsenhormone versprechen.
Silychristin aus der Mariendistel etwa kann den Transport von Schilddrüsenhormonen hemmen. Andere Stoffe wie Cholin stehen mit einem niedrigen Hormonstatus in Verbindung. Fachleute raten deshalb: Supplementierung nur nach labordiagnostischer Untersuchung und fachlicher Beratung. Selbst bei der Bestimmung der ovariellen Reserve (AMH-Wert) können äußere Faktoren wie hormonelle Verhütung oder Operationen die Laborwerte um 20 bis 30 Prozent verfälschen – ein weiterer Beleg, wie wichtig präzise Diagnostik ist.
