Vitamin D: 60% der Deutschen unterversorgt – wer wirklich supplementieren sollte
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 01:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch die wissenschaftliche Lage im Sommer 2026 ist differenzierter als viele vermuten. Während die tägliche Einnahme bei gesunden Erwachsenen als sicher gilt, warnen Fachleute vor unkontrollierter Hochdosierung.
Schützt Vitamin D die Leber?
Neue Untersuchungen zeigen: Die tägliche Einnahme von Vitamin-D-Präparaten in Standarddosierungen schädigt die Leber nicht. Das Organ aktiviert die Vorstufe des Vitamins und ist damit zentral am Stoffwechsel beteiligt.
Studien deuten sogar darauf hin, dass eine Supplementierung bei bestimmten Lebererkrankungen wie der metabolisch assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD) vorteilhaft sein kann. Regelmäßige Zufuhr senkte die Leberenzyme ALT und AST leicht. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel findet sich dagegen häufig bei chronischen Leberbelastungen.
Der Haken: Die positiven Effekte zeigen sich primär bei bestehendem Mangel.
Wer ist wirklich unterversorgt?
In Deutschland sieht es düster aus: Rund 30,2 Prozent der Erwachsenen haben einen manifesten Mangel. Insgesamt 60 Prozent erreichen die Zielwerte für eine optimale Versorgung nicht. In der Schweiz zeigen selbst im Sommer 10 bis 20 Prozent der Menschen einen Mangel.
Als Zielwerte gelten Blutspiegel zwischen 50 und 70 ng/ml. Ein schwerer Mangel liegt unter 10 ng/ml – mit Folgen wie Knochenschwäche, Infektanfälligkeit, Haarausfall und depressiven Verstimmungen.
Bei nachgewiesenem Mangel raten Fachleute zu täglich etwa 5.000 IE. Oft empfohlen wird die Kombination mit Vitamin K2: Es unterstützt den Transport des Calciums in die Knochen, das durch Vitamin D vermehrt aus der Nahrung aufgenommen wird.
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Demenz und Krebs: Neue Leitlinien
Die WHO hat ihre Leitlinien zur Demenzprävention aktualisiert. Kernbotschaft: Zurückhaltung bei Nahrungsergänzungsmitteln. Vitamin B, E oder Omega-3-Fettsäuren sollen nicht zur Vorbeugung eingenommen werden – es sei denn, ein klinisch nachgewiesener Mangel liegt vor. Stattdessen setzt die Organisation auf Bewegung, kognitive Stimulation und soziale Kontakte.
Anders sieht es in der Onkologie aus. Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums deuten darauf hin, dass Vitamin D die Krebssterblichkeit um etwa 12 Prozent senken kann. Eine aktuelle Studie zeigt zudem: Brustkrebs-Patientinnen mit einem Vitamin-D-Spiegel unter 30 nmol/l haben ein dreifach höheres Risiko für starke postoperative Schmerzen.
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Die Gefahr der Überdosierung
Vorsicht ist geboten: Eine dauerhafte Einnahme von mehr als 10.000 IE pro Tag kann zu einer Hyperkalzämie führen. Der Calciumspiegel im Blut steigt übermäßig an – mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Nierensteinen.
Extreme Hochdosierungen ab 40.000 IE täglich sind gefährlich: Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, Verwirrtheit und langfristige Nierenschäden drohen. Diagnostiziert wird eine Überdosierung meist ab einem 25(OH)D-Wert von über 250 ng/ml. Die Behandlung: sofortiger Einnahmettstop, kalziumarme Ernährung und gegebenenfalls harntreibende Mittel.
Verbraucherschützer warnen zudem vor unkritischen Kombinationen. Mehr als 500 mg Calcium zusätzlich pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel erhöht das Risiko für Gefäßverkalkungen – Calcium aus natürlichen Lebensmitteln gilt dagegen als unbedenklich.
Die Devise der Experten: Supplementierung immer auf Basis einer Blutanalyse und ärztlicher Beratung.
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