Vitamin, Zink

Vitamin C und Zink: 16 von 21 Kombipräparaten fallen im Test durch

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Untersuchung beanstandet häufig überhöhte Dosierungen, problematische Hilfsstoffe und fehlende Hinweise zur Einnahme.
Nahaufnahme von rohem Zinkerz und frischen Zitrusfruchtscheiben auf einer Natursteinoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin C und Zink versprechen oft eine Stärkung der Abwehrkräfte. Eine Untersuchung von 21 Kombipräparaten in der Ausgabe 11/2026 der Zeitschrift Öko-Test zeichnet jedoch ein ernüchterndes Bild. Demnach bieten diese Präparate keinen echten Mehrwert für die gesunde Allgemeinbevölkerung.

Das Testergebnis fiel entsprechend kritisch aus: 16 Produkte erhielten die Noten mangelhaft oder ungenügend. Kein einziges Mittel schnitt mit gut ab. Das beste Resultat im Test war die Note befriedigend, die ausschließlich an das Produkt Cetebe Abwehr Fit Vitamin C + Zink von Stada vergeben wurde. Diese Lutschtablette enthält 250 mg Vitamin C sowie 5 mg Zink bei Kosten von 13 Cent pro Tagesdosis.

Deutliche Überschreitungen der empfohlenen Höchstmengen

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Warentester betrifft die Dosierung der enthaltenen Nährstoffe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel tägliche Höchstmengen von maximal 250 mg Vitamin C und 6,5 mg Zink. Im Test lagen lediglich vier Produkte innerhalb dieser Sicherheitsrichtlinien, während 17 von 21 Präparaten mindestens einen der Grenzwerte überschritten.

Konkret waren 13 von 21 Mitteln bei Vitamin C überdosiert und 11 von 21 Produkten überschritten die Empfehlungen bei Zink. Die Bandbreite der Inhaltsstoffe pro Tagesdosis erwies sich als beträchtlich: Die gemessenen Mengen lagen zwischen 12–1000 mg Vitamin C und 2,25–15 mg Zink.

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Einige Präparate liefern demnach 1000 mg Vitamin C, während vier Produkte 15 mg Zink enthalten. Zudem empfiehlt das BfR ab einer Dosis von 3,5 mg Zink täglich einen entsprechenden Warnhinweis auf der Verpackung. Ein solcher Hinweis fehlte jedoch bei knapp der Hälfte der getesteten Produkte.

Umstrittene Hilfsstoffe und fehlende Einnahmehinweise

Neben der Dosierung fielen bei zehn Präparaten bedenkliche Hilfsstoffe negativ auf. So wiesen die Prüfer in fünf Produkten Talkum nach. Dieser Stoff steht laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) im Verdacht, wahrscheinlich krebserregend zu sein. Auch der Einsatz von Phosphaten wurde von den Testern beanstandet.

Zusätzlich bemängelte Öko-Test die Verbraucherinformationen auf den Verpackungen: Kein Hersteller wies darauf hin, dass die Einnahme mit einem zeitlichen Abstand zu den Mahlzeiten erfolgen sollte oder dass bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme eine ärztliche Rücksprache ratsam ist.

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Medizinische Notwendigkeit und Risiken hoher Dosen

Ernährungswissenschaftliche Institutionen stufen eine routinemäßige Einnahme solcher Präparate für gesunde Menschen als verzichtbar ein. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist ein Vitamin-C-Mangel in Industrieländern praktisch nicht mehr vorhanden.

Der tägliche Bedarf lässt sich unkompliziert über eine halbe rote Paprika und ein kleines Glas Orangensaft decken. Bei veganer oder vegetarischer Ernährung kann eine gezielte Supplementierung gegebenenfalls nach ärztlicher Absprache sinnvoll sein.

Eine unkontrollierte Überdosierung birgt hingegen gesundheitliche Risiken. Über 2000 mg Vitamin C können Durchfall auslösen, während bei einer dauerhaften Zufuhr von über 25 mg Zink täglich ein Kupfermangel droht.

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