Vitamin C schützt Gehirnstruktur: Studie zeigt Effekt auf graue Substanz
12.06.2026 - 21:07:38 | boerse-global.de
Das legt eine Studie der Hirosaki University nahe, die am 10. Juni im Fachjournal PLOS One erschienen ist.
Die Forscher untersuchten Daten von 2.044 älteren Japanern mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren. Ihr Fokus: der Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Werten im Blut und der grauen Substanz im Gehirn.
Blutwerte statt Ernährungstagebücher
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Das Team um Tomohiro Shintaku maß die tatsächliche Vitamin-C-Konzentration im Blutplasma der Probanden. Dieser Biomarker-Ansatz gilt als zuverlässiger als unscharfe Ernährungstagebücher.
Das Ergebnis: Niedrige Vitamin-C-Spiegel waren signifikant mit einem geringeren Volumen an grauer Substanz verbunden – und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung oder Vorerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck. Die statistische Signifikanz lag bei p < 0,001.
Auch die Vernetzung profitiert
Die Forscher gingen noch einen Schritt weiter. Mittels MRT untersuchten sie die funktionelle Konnektivität des Gehirns – speziell das sogenannte Default Mode Network (DMN). Dieses neuronale Netzwerk ist im Ruhezustand aktiv und spielt eine Schlüsselrolle bei kognitiven Prozessen.
Auch hier zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Höhere Vitamin-C-Werte korrelierten mit einer stärkeren Vernetzung innerhalb des DMN. Der Nährstoff scheint also nicht nur die Gehirnmasse, sondern auch die Kommunikationswege zwischen den Hirnarealen zu beeinflussen.
Kausalität noch nicht bewiesen
Trotz der deutlichen Daten warnen Fachleute vor voreiligen Schlüssen. Die Studie hat ein Querschnittsdesign – sie zeigt Zusammenhänge, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Ob niedrige Vitamin-C-Werte die Gehirnveränderungen verursachen oder ob andere Faktoren dahinterstecken, bleibt offen.
Experten wie Dr. Gliebus und Dr. Trinh betonen: Die Ergebnisse stützen zwar die Hypothese, dass Vitamin C die Gehirnalterung verlangsamen könnte. Von hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln raten sie jedoch ab.
Ausgewogene Ernährung als Schlüssel
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Shintaku selbst empfiehlt, den Vitamin-C-Bedarf primär über die tägliche Ernährung zu decken. Die Studie unterstreiche die Bedeutung einer ausgewogenen Kost für die neurologische Gesundheit im Alter.
Die Kohorte bestand zu 61,1 Prozent aus Frauen. Die Forscher berücksichtigten auch kognitive Basistests (MMSE) sowie Lebensstilfaktoren wie Alkoholkonsum und Bewegung.
Finanziert wurde die Arbeit unter anderem von der Japan Agency for Medical Research and Development (AMED) und dem Unternehmen KAGOME CO., LTD. Zwei Autoren erhielten Gehälter von dem Unternehmen – ein Interessenhinweis, der in der Publikation offengelegt wurde.
