Vitamin-B12-Retention: 80% bleiben nach dem Kochen erhalten
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 16:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das indische Biotechnologieunternehmen Fermenta Biotech hat einen exklusiven Lizenzvertrag mit dem Vellore Institute of Technology (VIT) zur Kommerzialisierung einer neuartigen Technologie geschlossen.
Wie aus einem Fachbericht von Mitte September hervorgeht, konzentriert sich die Vereinbarung auf die sogenannte In-Situ-Anreicherung von Vitamin B12 in fermentierten Lebensmitteln. Das Verfahren zielt darauf ab, die Mikronährstoffdichte in Grundnahrungsmitteln direkt während des Herstellungsprozesses zu erhöhen.
Technologische Grundlage und Patentstatus
Die lizenzierte Technologie basiert auf Forschungsarbeiten, die am VIT Vellore unter der Leitung von Dr. Krishnan Venkataraman durchgeführt wurden. Die wissenschaftliche Grundlage bildet das indische Patent mit der Nummer 202441015300. Im Kern ermöglicht das Verfahren die Produktion oder Integration von Vitamin B12 während der Fermentation von Lebensmitteln, anstatt das Vitamin nach dem Prozess als isolierten Zusatzstoff beizumengen.
Dieser Ansatz der In-Situ-Fortifizierung gilt in der Lebensmitteltechnologie als vielversprechend, da er die Bioverfügbarkeit von Mikronährstoffen verbessern und die Liste der Zusatzstoffe auf der Endverpackung reduzieren kann. Für Fermenta Biotech stellt der Erwerb dieser Lizenz eine Erweiterung des bestehenden Portfolios im Bereich der Vitaminherstellung dar, wobei insbesondere der wachsende Markt für funktionale Lebensmittel adressiert wird.
Laborergebnisse zur Stabilität und Retention
Ein kritischer Aspekt bei der Anreicherung von Lebensmitteln ist die Stabilität der Vitamine gegenüber thermischen Einflüssen während der Zubereitung. Vitamin B12 gilt als hitzeempfindlich, was die industrielle Anwendung in Produkten, die gekocht oder gebacken werden müssen, erschwert.
Vitamin B12 gilt als hitzeempfindlich — genau das erschwert die Anreicherung von Produkten, die gekocht oder gebacken werden. Ein neuer Ansatz setzt deshalb früher an: Die In-Situ-Anreicherung während der Fermentation soll den Nährstoff direkt im Herstellungsprozess aufbauen, statt ihn nachträglich als isolierten Zusatzstoff beizumengen. In Laborstudien blieben nach dem Kochvorgang rund 80 % des Vitamin B12 erhalten. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie das Verfahren für Ihre Produktlinie prüfen. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur B12-Fermentation anfordern
Laborstudien, die im Rahmen der Technologieentwicklung am VIT Vellore durchgeführt wurden, lieferten hierzu spezifische Daten. Den Untersuchungen zufolge weist das Verfahren eine hohe Widerstandsfähigkeit auf: Nach dem Kochvorgang konnte eine Vitamin-B12-Retention von zirka 80 % nachgewiesen werden.
Diese Werterhaltung ist für die Lebensmittelindustrie von Bedeutung, da sie eine präzisere Dosierung ermöglicht und sicherstellt, dass der angestrebte Nährstoffgehalt auch beim Endverbraucher ankommt.
Bedeutung für die globale Nährstoffversorgung
Vitamin B12 ist ein essenzieller Mikronährstoff, der für die Funktion des Nervensystems sowie die Blutbildung unerlässlich ist. Da das Vitamin natürlicherweise primär in tierischen Produkten vorkommt, besteht insbesondere bei einer pflanzenbasierten Ernährung oft ein Mangelrisiko.
Die Möglichkeit, fermentierte Lebensmittel — die in vielen Kulturkreisen zu den Grundnahrungsmitteln zählen — effizient anzureichern, wird von Branchenexperten als wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Mikronährstoffmangel angesehen.
Jede nachträgliche B12-Zugabe kostet Geld — und jeder Koch- oder Backschritt kostet davon wieder einen Teil. Wer fermentierte Grundnahrungsmittel herstellt, kann die Anreicherung stattdessen in den Prozess selbst verlegen: Die In-Situ-Fermentation verspricht eine höhere Ausbeute bei kürzerer Zutatenliste auf der Verpackung. Unsere Checkliste führt Sie durch die entscheidenden Prüfpunkte, bevor Sie eine Testcharge ansetzen. Checkliste In-Situ-Anreicherung jetzt sichern
Durch die exklusive Lizenz übernimmt Fermenta Biotech nun die Aufgabe, das im Labormaßstab entwickelte Verfahren in die großindustrielle Anwendung zu überführen.
Die Kommerzialisierung könnte es Lebensmittelherstellern ermöglichen, neue Produktlinien auf den Markt zu bringen, die ohne künstliche Zusätze einen hohen natürlichen Gehalt an Vitamin B12 aufweisen. Über den zeitlichen Rahmen bis zur Marktreife erster Produkte wurden in den vorliegenden Berichten keine spezifischen Angaben gemacht.
