Vitamin, B12

Vitamin B12: Öko-Test findet nur 10 von 29 Produkten empfehlenswert

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Öko-Test bewertet nur zehn von 29 Vitamin-B12-Präparaten als empfehlenswert. Foodwatch zeichnet LaVita mit Negativpreis aus.

Vitamin-B12-Präparate im Test: Öko-Test kritisiert Überdosierung
Nahaufnahme von Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmitteln, einige verschwommen, neben einer Lupe, die ein Warnetikett hervorhebt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sowohl die Qualität der Produkte als auch die Marketingversprechen der Hersteller geraten zunehmend in die Kritik.

Öko-Test: Nur zehn von 29 Produkten empfehlenswert

Das Magazin Öko-Test hat 29 Vitamin-B12-Präparate untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis. Lediglich zehn Produkte schnitten gut ab. Besonders hart traf es die Nahrungsergänzungsmittel: Von 24 getesteten Produkten erhielten nur sechs eine Empfehlung.

Hauptkritikpunkt: die häufige Überdosierung der Inhaltsstoffe. Nur vier Präparate bekamen die Bestnote. Dazu zählen die B12-Asmedic Tropfen (50 µg), die Vitafit Brausetabletten von Norma (25 µg) und die Vitalis Ampullen von Aldi (17,5 µg). Auch die Vitamin B12-Loges Kapseln (1000 µg) wurden positiv bewertet, sind aber nicht mehr im Handel.

Bemerkenswert: Nur vier der 29 getesteten Präparate sind als Arzneimittel eingestuft. Nur sie können einen klinisch relevanten Vitaminmangel tatsächlich ausgleichen.

„Goldener Windbeutel“ für LaVita

Parallel zur Produktkritik rückt der Verbraucherschutz die Vermarktungspraktiken in den Fokus. Foodwatch verlieh den Negativpreis „Goldener Windbeutel 2026“ an das Mikronährstoffkonzentrat LaVita. Rund 39 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage stimmten für das Produkt.

Der Vorwurf: irreführende Gesundheitsversprechen. Trotz eines Preises von 50 Euro pro Flasche (100 Euro pro Liter) habe der Hersteller mit zweifelhaften Aussagen geworben. Nach öffentlicher Kritik stellte das Unternehmen die Werbung mit dem Begriff „Saubertrank“ ein. Weitere Slogans wie „Fit fürs Leben“ werden derzeit juristisch geprüft.

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Medizinisch notwendig: B12 bei chronischen Erkrankungen

Trotz der Kritik bleibt die gezielte B12-Zufuhr für bestimmte Risikogruppen essenziell. Aktuelle Metaanalysen zeigen: Etwa 45 Prozent der Patienten mit Typ-2-Diabetes leiden unter Mikronährstoffmangel. Besonders das Diabetes-Medikament Metformin hemmt die Aufnahme von Vitamin B12.

Ab 2028 ist ein bundesweites Pflicht-Screening für Mikronährstoffmängel bei der stationären Aufnahme von Patienten geplant. Auch bei seltenen Erkrankungen wie der autoimmunen Gastritis (Morbus Biermer) ist eine lebenslange Substitution nötig – häufig per Injektion. Die Krankheit betrifft etwa zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung.

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Kombinierte Präparate und fermentierte Lebensmittel

Die Forschung setzt zunehmend auf ganzheitliche Ansätze. Studien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Konsum fermentierter Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut das Sterberisiko bei Schlaganfall-Überlebenden um bis zu 39 Prozent senken kann.

In der Osteoporose-Prävention zeigt sich: Eine isolierte Gabe von Vitamin D bietet keinen signifikanten Schutz vor Frakturen. Erst die Kombination aus Calcium und Vitamin D senkt das Risiko für Hüftfrakturen um etwa 16 Prozent. Experten raten daher: Nahrungsergänzungsmittel gezielt und auf Basis wissenschaftlicher Evidenz einsetzen – nicht wahllos.

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