Vitamin B12 im Haferdrink: Co-Fermentation steigert die Ausbeute
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 04:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die biologische Anreicherung pflanzlicher Alternativen mit essenziellen Mikronährstoffen gewinnt in der Ernährungsforschung zunehmend an Bedeutung. Für ihre Dissertation zur biologischen Anreicherung pflanzlicher Lebensmittel mit Vitamin B12 wurde die Wissenschaftlerin Dr. Lu Gao mit dem Heinrich-Stockmeyer-Wissenschaftspreis ausgezeichnet, wie Berichte von Anfang Oktober 2026 zeigen.
Die Forschungsarbeit entstand in einer Kooperation zwischen dem Max-Rubner-Institut in Kiel und der Hochschule Fulda, wo sie unter anderem von Prof. Dr. Rohtraud Pichner betreut wurde.
Co-Fermentation als Schlüsselansatz am Beispiel von Haferdrink
Als zentrales Untersuchungsobjekt ihrer Dissertation wählte Dr. Lu Gao einen Haferdrink. Bei der rein pflanzlichen Ernährung gilt Vitamin B12 als kritischer Nährstoff, da es von Natur aus fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Die Forschungsarbeit untersuchte mikrobiologische Ansätze, um den Mikronährstoff direkt während des Herstellungsprozesses im Lebensmittel zu bilden.
Dabei zeigte sich, dass die Co-Fermentation von Lactobacillus-Stämmen zusammen mit Propionsäurebakterien wesentlich mehr biologisch aktives Vitamin B12 erzeugte als der Einsatz einer reinen Monokultur. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Mikroorganismen ließ sich die Ausbeute des Vitamins signifikant steigern.
Neue Methode zur Bestimmung des Vitamingehalts
Neben der mikrobiologischen Synthese befasste sich die Forschungsarbeit auch mit der analytischen Erfassung des Nährstoffs. Dr. Lu Gao entwickelte im Rahmen ihrer Promotion eine präzise und kostengünstige Methode, mit der sich der Gehalt an biologisch aktivem Vitamin B12 verlässlich bestimmen lässt. Dies ist relevant, da in fermentierten Produkten neben der verwertbaren Form auch inaktive Analoga des Vitamins entstehen können, die für den menschlichen Stoffwechsel keinen funktionellen Nutzen haben.
Bei rein pflanzlicher Ernährung gilt Vitamin B12 als kritischer Nährstoff, weil er von Natur aus fast nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Eine ausgezeichnete Forschungsarbeit zeigt, wie die Co-Fermentation von Lactobacillus-Stämmen mit Propionsäurebakterien im Haferdrink deutlich mehr biologisch aktives Vitamin B12 erzeugt als eine Monokultur. Unser kostenloser Leitfaden bündelt die praktischen Schritte von der Fermentation über die Analytik bis zur Skalierung. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
Trotz der erzielten Laborergebnisse liegt bislang kein fertiges Produktionsverfahren vor. Bevor eine praktische Umsetzung in der Lebensmittelindustrie erfolgen kann, sind nach Angaben der Wissenschaftlerin weitere Prüfungen erforderlich. Diese müssen insbesondere Aspekte wie den Geschmack, die Haltbarkeit, die Lebensmittelsicherheit sowie die technische Skalierung der Fermentationsprozesse umfassen.
Aufteilung des Preisgeldes zur Förderung der Forschung
Die Auszeichnung würdigt praxisnahe Arbeiten in der Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft. Das Preisgeld des Heinrich-Stockmeyer-Wissenschaftspreises liegt bei insgesamt 20.000 Euro. Davon gingen 10.000 Euro direkt an die Preisträgerin Dr. Lu Gao.
In fermentierten Produkten entstehen neben dem verwertbaren Vitamin B12 auch inaktive Analoga, die für den Stoffwechsel keinen Nutzen haben — wer den Gehalt verlässlich bestimmen will, braucht die richtige Analytik. Die ausgezeichnete Forschungsarbeit hat dafür eine präzise und kostengünstige Methode entwickelt. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie den biologisch aktiven Gehalt sauber erfassen und Fehlmessungen vermeiden. Checkliste zur Vitamin-B12-Analytik sichern
Die verbleibenden 10.000 Euro wurden zu gleichen Teilen an die beteiligten Forschungseinrichtungen vergeben: an das Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie des Max-Rubner-Instituts Kiel sowie an den Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Fulda, um die wissenschaftliche Arbeit an beiden Institutionen weiter zu unterstützen.
