Vitamin, Kinderpräparaten

Vitamin A in Kinderpräparaten: Überdosierung kann Leber und Knochen schädigen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbraucherschützer fordern Höchstgrenzen; Fachleute sehen bei Präparaten für Kinder Risiken durch Vitamin A und Magnesium.

Nahrungsergänzung für Kinder: Fachleute warnen vor Überdosierung
Eine Schale mit frischem Obst auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Verbraucherschutzorganisationen warnen vor den gesundheitlichen Risiken, die eine unkontrollierte Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln mit sich bringen kann.

Während Vitamine und Mineralstoffe im Handel oft als unbedenkliche Unterstützung für die kindliche Entwicklung dargestellt werden, sehen Fachleute die regelmäßige Gabe kritisch. Bei einer ausgewogenen Ernährung seien Nahrungsergänzungsmittel für Kinder unnötig, zudem sei ein gesundheitlicher Nutzen nicht belegt.

Hohe Verbreitung von Präparaten im Kindesalter

Dass Nahrungsergänzungen im Alltag vieler Familien dennoch eine feste Rolle spielen, belegen wissenschaftliche Erhebungen. Laut Daten der DONALD-Studie erhalten 10 % der Kinder täglich mindestens ein Nahrungsergänzungsmittel. Ein ähnliches Bild zeichnet die EsKiMo-Studie: Demnach bekommt jedes zwölfte Kind im Alter von 6 bis 11 Jahren sowie rund 20 % der 12- bis 17-Jährigen täglich mindestens ein entsprechendes Präparat.

Fachleute weisen darauf hin, dass Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Nahrungsergänzungsmitteln normalerweise erst ab einem Alter von 15 Jahren gelten. Für jüngere Altersgruppen fehlen für viele Inhaltsstoffe verbindliche Standards.

Gefahren durch Vitamin A und fehlende gesetzliche Grenzen

Ein zentrales Problem liegt im Mangel an gesetzlichen Höchstmengen für die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert daher verbindliche Obergrenzen. Anneke von Reeken von der Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt in diesem Zusammenhang vor den Folgen einer Überdosierung.

In fast allen von der Organisation getesteten Produkten für Kinder sei Vitamin A enthalten gewesen. Dies steht im Widerspruch zu den Empfehlungen des BfR, das Kindern keinen Zusatz dieses Vitamins empfiehlt. Bei einer Überversorgung drohen gesundheitliche Schäden, darunter Leberschäden sowie Beeinträchtigungen beim Knochenwachstum.

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Dass eine Überversorgung mit Vitaminen generell Risiken birgt, betonen auch Fachgesellschaften. So warnt die Deutsche Krebsgesellschaft vor schädlichen Effekten durch ein Zuviel an Vitaminen und verweist auf eine 2019 veröffentlichte Studie, in der ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko mit sehr hohen Dosen an Vitamin B12 verbunden war.

Eine im Journal of Clinical Investigation im Jahr 2023 veröffentlichte Untersuchung deutet zudem darauf hin, dass eine zusätzliche Einnahme der Vitamine A, C und E die Bildung von Tumorblutgefäßen anregen und somit Lungentumoren fördern könnte. Während die Aufnahme von Antioxidantien über die normale Nahrung unbedenklich bleibe, sehen die Autoren die isolierte Zufuhr über Präparate kritisch.

Dosierungsgrenzen am Beispiel von Magnesium

Auch bei Mineralstoffen wie Magnesium birgt eine unbedachte Gabe Gefahren. Für Kinder im Alter von 1 bis unter 4 Jahren wird der tägliche Magnesiumbedarf mit 170 mg angegeben, für 4- bis 7-Jährige mit 190 mg und für die Altersgruppe von 7 bis unter 10 Jahren mit 240 mg. Bei den 13- bis unter 15-Jährigen liegt der Bedarf bei 280 mg für Jungen und 240 mg für Mädchen.

Für Magnesium aus Supplementen wird ab 4 Jahren eine Höchstmenge von 250 mg täglich genannt, während für unter Vierjährige mangels Daten keine Obergrenze festgesetzt ist. Das BfR bewertet Magnesium-Nahrungsergänzungsmittel bis 250 mg als sicher. Ab einer Zufuhr von 250 mg steigt das Durchfallrisiko durch Tabletten, und ab 300 mg täglich aus Präparaten können Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

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Bei massiven Überdosierungen von typischerweise über 2.500 mg täglich drohen in seltenen Fällen Lähmungserscheinungen; zudem kann der Magnesiumspiegel im Blut bei schweren Nierenfunktionsstörungen gefährlich ansteigen. Bei Verdacht auf Mangelerscheinungen raten Experten zu einer ärztlichen Abklärung statt zu einer eigenständigen Gabe von Präparaten.

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