visionOS 27: Apple öffnet Vision Pro für Fremdhersteller-Controller
10.06.2026 - 22:33:43 | boerse-global.de
Vision Pro: Software-Updates ja, Hardware-Zukunft ungewiss – Apple fokussiert sich auf leichtere Wearables.
Apple vollzieht einen strategischen Kurswechsel im Bereich Spatial Computing. Während das Unternehmen mit visionOS 27 bedeutende Software-Neuerungen für die Vision Pro vorstellt, deuten Berichte über eingestellte Hardware-Entwicklungen und den Rückzug aus internationalen Märkten auf eine Neuausrichtung hin. Der Fokus liegt künftig offenbar auf leichteren, alltagstauglichen Wearables.
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visionOS 27: Siri wird dreidimensional
Auf der jüngsten Entwicklerkonferenz präsentierte Apple visionOS 27, das seit dem 8. Juni als Entwickler-Beta vorliegt. Herzstück des Updates ist „Visual Intelligence": Siri erkennt Objekte in der Umgebung des Nutzers per Blicksteuerung und liefert Informationen dazu. Die neue Siri-Version, die in Zusammenarbeit mit Google Gemini entstand, erscheint als dreidimensionale Kugel im Sichtfeld des Users.
Ein weiterer Meilenstein: Apple öffnet die Plattform für Fremdhersteller. Das neue „Spatial Accessories"-Framework unterstützt aktive Tracking-Controller mit Infrarot-LEDs und Trägheitssensoren (IMU) per Bluetooth – mit Abtastraten von bis zu 120 Hertz. Damit reagiert das Unternehmen auf die seit Langem kritisierte Eingabebeschränkung der Vision Pro, die bislang fast ausschließlich auf Blick- und Gestensteuerung setzte. Für Entwickler arbeitet Apple mit DFRobot und MIKROE zusammen; Kits sollen noch 2026 verfügbar sein. Besonders für Unternehmens- und Simulationsanwendungen dürfte dies ein entscheidender Schritt sein.
Weitere Neuerungen in visionOS 27:
- Panorama-Fotos lassen sich in immersive 3D-Umgebungen umwandeln
- Gekrümmte Fenster für Safari, Freeboard und Apple TV
- WLAN-Geschwindigkeiten – Berichten zufolge bis zu dreimal schneller als zuvor
- Eine neue Umgebung: Thórsmörk in Island
Hardware-Rückzug: Travel Case eingestellt
Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei der Hardware. Seit dem 10. Juni hat Apple das Vision Pro Travel Case (Preis: umgerechnet rund 185 Euro) in mehreren Ländern aus dem Programm genommen – darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Irland und Hongkong. In China und Australien ist das Zubehör als nicht verfügbar gelistet. Nur in den USA, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten bleibt es im Angebot.
Branchenbeobachter schätzen, dass Apple seit dem Verkaufsstart im Februar 2024 rund 600.000 Einheiten der Vision Pro abgesetzt hat. Selbst ein Hardware-Refresh im Oktober 2025 mit dem M5-Chip konnte die Nachfrage nicht beleben. Hohe Rücklaufquoten und ein Mangel an essenziellen nativen Apps – große Streaming- und Musikdienste unterstützten das Gerät erst Anfang 2026 vollständig – haben die Vision Pro bislang in einer Nische gehalten.
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Führungswechsel läutet Neuausrichtung ein
Die Zukunft der aktuellen Vision-Pro-Hardwarelinie steht unter neuer Führung auf der Kippe. John Ternus, der am 1. September 2026 den CEO-Posten übernehmen soll, hat Berichten zufolge die Entwicklung eines direkten Nachfolgers sowie des günstigeren Modells „Vision Air" gestoppt.
Diese Neuausrichtung spiegelt sich auch in Personalveränderungen wider: Mike Rockwell, bis dahin Chef des Vision-Pro-Teams, wechselte bereits im März 2025 zur Siri-KI-Abteilung. Das ursprüngliche Vision-Pro-Hardwareteam wurde inzwischen weitgehend aufgelöst oder umgesetzt.
Ausblick: Smart Glasses als nächster Schritt
Apples langfristige Strategie im Wearable-Bereich zielt nun auf zwei Produktkategorien ab. Marktbeobachter rechnen für 2027 mit KI-gestützten Smart Glasses, gefolgt von fortschrittlichen Augmented-Reality-Brillen – allerdings frühestens 2029. Apple selbst dementiert zwar, dass die Vision Pro eingestellt werde. Doch das aktuelle Gerät gilt zunehmend als „Proof of Concept" für Technologien, die in Zukunft in leichtere, portablere Hardware einfließen sollen.
