Vision Pro: Apple stoppt Entwicklung, setzt auf Smart Glasses 2027
07.06.2026 - 21:41:53 | boerse-global.de
Der Tech-Konzern verschiebt seine Pläne für das Vision Pro-Headset und setzt stattdessen auf eine neue Strategie.
Apple hat die Entwicklung künftiger Versionen der Vision Pro-Datenbrille gestoppt. Das berichten Branchenkenner übereinstimmend. Weder ein leistungsstärkeres Nachfolgemodell noch die günstigere Variante „Vision Air" sollen vorerst erscheinen. Stattdessen plant der Konzern aus Cupertino einen radikalen Kurswechsel hin zu smarten Brillen ohne Display.
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WWDC als Wendepunkt
Die Entscheidung fällt nur Tage vor der Worldwide Developers Conference (WWDC), die vom 8. bis 12. Juni 2026 in Cupertino stattfindet. Es wird die letzte große Keynote unter CEO Tim Cook sein – am 1. September übernimmt John Ternus den Chefposten. Unter seiner Führung soll Apple den Fokus auf leichtere, alltagstauglichere Produkte legen.
Die Verkaufszahlen des 3.499 Euro teuren Vision Pro-Headsets blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Seit dem Marktstart im Februar 2024 konnte das Gerät nie wirklich Fuß fassen. Marktdaten zufolge verkaufen sich einfache Smart Glasses inzwischen drei Mal so gut wie klassische Datenbrillen.
Neue Produkte für 2027 und 2029
Statt eines Vision Pro 2, der frühestens 2028 oder 2029 kommen könnte, arbeitet Apple nun an zwei neuen Produkten:
- KI-gestützte Smart Glasses ohne Display: Sie sollen Ende 2027 auf den Markt kommen und auf künstliche Intelligenz setzen.
- Erweiterte AR-Brille mit integriertem Display: Dieses ambitioniertere Modell ist für 2029 geplant.
Die Strategie erinnert an den Wandel, den andere Tech-Konzerne wie Meta bereits vollzogen haben. Auch dort setzt man zunehmend auf leichtere Brillen statt schwerer Headsets.
Software-Updates für Bestandsgeräte
Trotz des Hardware-Stopps bleibt das aktuelle Vision Pro im Programm. Apple investiert weiter in die Software. Am 19. Mai 2026 kündigte der Konzern ein umfangreiches Update für die Barrierefreiheit an. Der vollständige Rollout ist für Ende 2026 geplant.
Eine der wichtigsten Neuerungen: Augensteuerung für Rollstühle. In Zusammenarbeit mit den Firmen Tolt und LUCI können Nutzer künftig kompatible Rollstühle allein durch Blickbewegungen steuern. Zudem führt das System KI-generierte Live-Untertitel für Meetings und Medien ein – verfügbar auf Vision Pro, iPhone, iPad, Mac und Apple TV.
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Das Betriebssystem visionOS 27, das auf der WWDC vorgestellt werden soll, gilt als Wartungsupdate. Es wird voraussichtlich Verbesserungen bei der Augenerkennung und Funktionen gegen Bewegungskrankheit bringen.
Verfügbarkeit und Infrastruktur
Das Vision Pro ist weiterhin in ausgewählten internationalen Märkten erhältlich. In Indien liegt der Preis bei umgerechnet rund 3.200 Euro – allerdings melden große Händler das Gerät aktuell als nicht vorrätig.
Für Besitzer des Headsets gibt es neue professionelle Anwendungen: Die PC-VR-Streaming-Unterstützung für Simulatoren wie X-Plane 12 und iRacing funktioniert nun über Nvidias GPU-Architektur.
Personalstrategie: Kein Personalabbau
Trotz der geänderten Hardware-Pläne baut Apple keine Stellen ab. Konzerninterne Stellenausschreibungen vom 5. Juni 2026 zeigen mehr als 600 offene Positionen in den USA, die mit dem Vision Pro zusammenhängen. Gesucht werden unter anderem Ingenieure für Display-Technologie, optische Systeme und Hardware-Zuverlässigkeit.
Branchenexperten vermuten, dass das aktuelle Headset als langfristige Entwicklungsplattform dient. Die Software und Interaktionsmodelle, die Apple hier erprobt, sollen später in den smarten Brillen zum Einsatz kommen.
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