Visa, OpenAI

Visa und OpenAI: KI-Agenten kaufen jetzt direkt in ChatGPT

16.06.2026 - 12:56:50 | boerse-global.de

KI-gesteuerter Traffic auf Shopping-Seiten steigt um 138 Prozent. Besucher kaufen häufiger und geben mehr aus. Visa und OpenAI ermöglichen nun direkte KI-Käufe.

KI-Boom im E-Commerce: ChatGPT & Gemini treiben Umsätze
Visa - A stylized human hand interacting with a glowing digital interface showing shopping carts and product icons, representing AI in e-commerce. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

KI-gesteuerte Einkäufe boomen: ChatGPT und Gemini treiben den Umsatz im E-Commerce massiv an.

Die Art und Weise, wie Verbraucher online einkaufen, verändert sich grundlegend. Künstliche Intelligenz in Form von großen Sprachmodellen (LLMs) wie ChatGPT oder Gemini wird zum entscheidenden Faktor. Aktuelle Daten von Adobe Analytics aus dem Mai 2026 zeigen: Der Traffic, den diese KI-Tools auf US-amerikanische Einzelhandelsseiten lenken, ist im Vergleich zum Vorjahr um 138 Prozent gestiegen.

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KI-Kunden sind die besseren Kunden

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Besucher, die über KI-Empfehlungen auf eine Shopping-Seite gelangen, sind nicht nur neugierig – sie kaufen auch. Im Vergleich zu traditionellen Kanälen generieren sie 53 Prozent mehr Umsatz pro Besuch und weisen eine um 54 Prozent höhere Konversionsrate auf. Sie verbringen zudem 53 Prozent mehr Zeit auf den Seiten und sehen sich 23 Prozent mehr Produkte an.

Shopify, die führende E-Commerce-Plattform, bestätigt diesen Trend. Im ersten Quartal 2026 vervielfachten sich die durch KI ausgelösten Bestellungen nahezu um das 13-fache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der KI-gesteuerte Traffic wuchs um das Achtfache. „Agentic Commerce“ – also der Handel, bei dem die KI als Vermittler oder sogar Käufer agiert – sei ein wachsender Kanal, so Shopifys Präsident Harley Finkelstein. Besonders erfolgreich seien KI-Suchen, die auf strukturierten Produktkatalogen basieren.

Von der SEO zur LMO

Für Händler bedeutet dies einen grundlegenden Wandel. Vivek Pandya, Leitanalyst bei Adobe, erklärt, dass die neuen Tools es ermöglichen, den Kunden ein viel persönlicheres Einkaufserlebnis zu bieten. Branchenbeobachter sprechen bereits von einer Verschiebung: Die Optimierung für Suchmaschinen (SEO) wird zunehmend durch die Optimierung für Sprachmodelle (LMO) abgelöst. Marken müssen sicherstellen, dass ihre Produkte von KI-Assistenten nicht nur gefunden, sondern auch korrekt beschrieben werden.

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Visa und OpenAI machen den Kaufabschluss direkt möglich

Der nächste logische Schritt ist bereits getan: Der Einkauf wird nicht nur empfohlen, sondern direkt von der KI ausgeführt. Am 10. Juni 2026 gaben Visa und OpenAI auf dem Visa Payments Forum in San Francisco eine Partnerschaft bekannt. Das Ziel: Die Integration des Visa-Zahlungsnetzwerks direkt in ChatGPT.

Das System namens „Visa Intelligent Commerce“ erlaubt es KI-Agenten, Produkte zu suchen, zu vergleichen und eigenständig zu kaufen. Die Sicherheit wird durch Tokenisierung gewährleistet – anstatt der rohen Kartendaten wird ein einmaliger Zahlungs-Token verwendet. Die Kontrolle bleibt beim Nutzer: Transaktionen unterliegen vordefinierten Ausgabenlimits und benötigen eine manuelle Freigabe durch biometrische Verfahren wie Windows Hello. Diese Entwicklung folgt auf die Einstellung von OpenAIs früherer „Instant Checkout“-Funktion im März 2026 und markiert einen echten Quantensprung.

Jack Forestell, Chief Product Officer bei Visa, betont, dass diese Agenten-Transaktionen für Händler wie ganz normale, sichere Kartenzahlungen aussehen sollen.

Europa zieht nach: Erste Live-Transaktion in Amsterdam

Auch in Europa gewinnt die Entwicklung an Fahrt. Auf der Money20/20-Konferenz in Amsterdam präsentierten Worldline, ING und Mastercard eine Live-Demonstration: Ein KI-Agent kaufte erfolgreich Konzertkarten – natürlich nach Zustimmung des Nutzers. Mastercard arbeitet parallel an eigenen Protokollen wie „Mastercard Agent Pay“, um diese automatisierten Einkäufe zu unterstützen.

Diese Systeme nutzen tokenisierte Identitäten in den Transaktionsdaten, um Banken transparent zu machen, ob ein Mensch oder eine KI den Kauf getätigt hat. Das wirft jedoch neue Fragen auf: Wer haftet, wenn ein KI-Agent einen Fehler macht? Wie wird Betrug erkannt, wenn Algorithmen statt Menschen einkaufen?

Der gesamte Trichter wird zur Unterhaltung

Experten sind sich einig: Die Effizienzgewinne sind enorm. Da KI-Agenten die Phasen der Produktsuche und -bewertung übernehmen, wird der gesamte E-Commerce-Trichter – von der ersten Suche bis zum finalen Checkout – zunehmend in einer einzigen, konversationellen Oberfläche zusammengefasst. Das Einkaufen der Zukunft könnte bald nur noch ein Gespräch mit einem Assistenten sein.

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