Kassel, Gesundheit

vhs Kassel setzt auf mentale Gesundheit

02.05.2026 - 21:32:14 | boerse-global.de

Die Volkshochschule Region Kassel reagiert auf steigende Belastungen mit einem erweiterten Angebot an Achtsamkeits- und Resilienzkursen.

vhs Kassel setzt auf mentale Gesundheit - Foto: über boerse-global.de
vhs Kassel setzt auf mentale Gesundheit - Foto: über boerse-global.de

Mit dem Frühjahrs- und Sommerprogramm 2026 reagiert die Einrichtung auf gesellschaftliche Belastungsfaktoren wie Digitalisierung und Arbeitsverdichtung. Im Fokus stehen wissenschaftlich fundierte Methoden wie die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) und mehrtägige Bildungsurlaube zur Resilienzstärkung.

Der Programmbereich Gesundheit bildet traditionell eine tragende Säule im Angebot der vhs Region Kassel. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch eine deutliche Verschiebung vollzogen: Während früher Fitness- und Bewegungskurse dominierten, rücken nun präventive Angebote zur mentalen Wellness in den Vordergrund. Die Leitung unter Direktorin Katharina Seewald verfolgt das Ziel eines wohnortnahen und niederschwelligen Bildungsangebots. Das aktuelle Semesterprogramm startete im Februar und umfasst hunderte Veranstaltungen an verschiedenen Standorten.

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Achtsamkeit als Schlüssel zur Stressbewältigung

Ein zentrales Element im Bereich der mentalen Gesundheit sind die MBSR-Kurse (Mindfulness-Based Stress Reduction). Dieses Programm, entwickelt von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn, wird an der vhs Kassel als intensiver Acht-Wochen-Kurs angeboten. Ein aktueller Frühlingskurs läuft von April bis zum 21. Juni 2026.

Das Konzept basiert auf der systematischen Schulung der Aufmerksamkeit. Teilnehmer erlernen in wöchentlichen Sitzungen von rund zweieinhalb Stunden Techniken wie den Bodyscan, Sitzmeditation und sanfte Yoga-Übungen. Ein wesentlicher Bestandteil ist der sogenannte Tag der Achtsamkeit – ein ganztägiges Seminar zur Vertiefung der Praxis. Das Angebot richtet sich an Menschen mit beruflicher oder privater Belastung, chronischen Schmerzen oder Erschöpfungsgefühlen. Die Wirksamkeit gilt durch internationale Studien als belegt. Die vhs betont jedoch, dass das Programm eine sinnvolle Ergänzung zu medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlungen darstellt, diese aber nicht ersetzt.

Neben den Langzeitkursen gibt es spezialisierte Kurzformate. Breathwork-Kurse nutzen gezielt Atemtechniken, um die Konzentrationsfähigkeit zu steigern und das vegetative Nervensystem zu beruhigen. Diese Veranstaltungen bieten Einstiegsmöglichkeiten für Personen, die sich erstmals mit meditativen Techniken beschäftigen möchten.

Bildungsurlaub: Resilienzförderung im Arbeitskontext

Ein besonderes Format der Gesundheitsbildung ist der Bildungsurlaub. Nach dem Hessischen Bildungsurlaubsgesetz (HBUG) haben Beschäftigte Anspruch auf bezahlte Freistellung für zertifizierte Veranstaltungen. Die vhs Region Kassel nutzt diesen Rahmen für mehrtägige Intensivseminare zur psychischen Widerstandskraft.

Vom 12. bis 16. Oktober 2026 ist ein Resilienz-Training unter der Leitung von Fachdozentin Angela Osius geplant. In fünf Tagen setzen sich die Teilnehmer mit den Anforderungen der modernen Leistungsgesellschaft auseinander. Der Schwerpunkt liegt darauf, mittels Achtsamkeitsübungen die Selbstwahrnehmung zu verfeinern und die Fähigkeit zur Selbstfürsorge zurückzugewinnen.

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Theoretische Inhalte zur Soziologie der Selbstausbeutung und zur Stressphysiologie ergänzen die praktischen Übungen. Ziel ist es, die eigenen Kräfte gezielt einzusetzen und langfristig Burnout vorzubeugen. Ein weiteres Angebot kombiniert Yoga und Entspannungstechniken für den Berufsalltag. Dabei kommen auch moderne Konzepte wie das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) zum Einsatz.

Qualitätssicherung und Krankenkassen-Anerkennung

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die Qualifikation der Kursleitungen und die Zertifizierung der Angebote. Viele Entspannungsverfahren – darunter Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung sowie bestimmte Yoga- und MBSR-Kurse – erfüllen die Anforderungen der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP). Teilnehmer können bei regelmäßiger Anwesenheit einen Teil der Kursgebühren von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen.

Die Gebührenstruktur ist sozial gestaffelt. Ein achtwöchiger MBSR-Kurs kostet rund 312 Euro, ein fünftägiger Bildungsurlaub etwa 246 Euro. Ermäßigungen für bestimmte Personengruppen stellen sicher, dass der Zugang nicht an finanziellen Hürden scheitert. Die Qualitätssicherung erfolgt durch kontinuierliche Evaluation und die Vernetzung im Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV).

Digitalisierung: Fluch und Segen zugleich

Die Ausweitung der Mental-Health-Angebote ist Teil einer breiteren Diskussion über den Wandel des Gesundheitsbegriffs. Gesundheit wird im Sinne der WHO ganzheitlich verstanden – als Zustand des körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Die vhs übernimmt dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Gesundheitskompetenz vermittelt.

Die Digitalisierung spielt eine Doppelrolle. Einerseits gilt der ständige digitale Informationsfluss als Stressfaktor, andererseits nutzt die vhs neue technologische Möglichkeiten. Über die Plattform vhs.cloud werden zunehmend hybride Formate oder reine Online-Seminare wie „Stress lass nach!“ angeboten. Diese ermöglichen auch Personen mit eingeschränkter Mobilität oder engen Zeitplänen die Teilnahme.

Ausblick: Herbstprogramm in Planung

Die vhs Region Kassel bereitet bereits die Fortführung ihrer Schwerpunkte vor. Die Nachfrage nach Kursen zur Persönlichkeitsentwicklung bleibt hoch. Die Planung für das Herbst/Winter-Semester sieht eine Fortsetzung der MBSR-Reihe ab Oktober 2026 vor.

Zudem wird die Kooperation mit regionalen Partnern wie dem Mehrgenerationenhaus in Hümme oder der Arbeitsförderungsgesellschaft AGiL ausgebaut. Ziel ist es, zielgruppenspezifische Angebote für pädagogisches Personal oder Mitarbeitende in sozialen Berufen zu schärfen. Interessierte können sich über das Servicecenter oder die Website informieren. Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen wird eine frühzeitige Buchung empfohlen.

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