Verpackungsrecht, Bundestag

Verpackungsrecht: Bundestag beschließt Ökomodulierung ab August

20.06.2026 - 19:51:12 | boerse-global.de

Der Bundestag verabschiedet das Verpackungsrechts-Durchführungsgesetz mit finanziellen Anreizen für recyclingfreundlichere Verpackungen.

Neues Verpackungsgesetz: Bundestag beschließt Ökomodulierung
Verpackungsrecht - Eine stilisierte Grafik eines aufwärts gerichteten Pfeils aus Verpackungsmaterialien vor dem Reichstagsgebäude, symbolisiert Fortschritt im Verpackungsrecht. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) verabschiedet. Es setzt die europäische Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) in nationales Recht um. Die neuen Regeln sollen ab dem 12. August gelten – vorausgesetzt, der Bundesrat stimmt zu.

Kern des Gesetzes ist die sogenannte Ökomodulierung. Unternehmen sollen finanzielle Anreize bekommen, Verpackungen recyclingfreundlicher zu gestalten und mehr Rezyklate einzusetzen. Das Ziel: weniger Ressourcenverbrauch und bessere Wiederverwertbarkeit.

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Bund fördert stoffliche Nutzung statt Verbrennung

Schon Anfang 2024 hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium die Förderung nachwachsender Rohstoffe neu ausgerichtet. Das alte Programm wurde durch „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ ersetzt. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreut die Projekte.

Der entscheidende Unterschied: Die stoffliche Nutzung hat jetzt Vorrang vor der energetischen Verwertung. Die Förderung umfasst fünf Bereiche – von der Gewinnung über die Aufbereitung bis hin zum gesellschaftlichen Dialog.

Länder setzen eigene Akzente

Nordrhein-Westfalen stockt die Mittel für „Grüne Gründungen.NRW“ auf. Statt 6 Millionen fließen nun 10,7 Millionen Euro in die fünfte Förderrunde. 20 Projekte aus Recycling, KI und Energieeffizienz wurden ausgewählt. Eine weitere Runde ist für Juli geplant.

Berlin will im Stadtteil Adlershof ein Zentrum für „Grüne Chemie“ aufbauen. Das Chemiekonsortium „Ascend“ – mit BASF als Industriepartner – erhält 30 Millionen Euro Förderung. In KI-gesteuerten Laboren sollen Katalysatoren für Wasserstoffproduktion und CO2-Umwandlung entstehen.

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Holz-Stroh-Bauteile und Elektroschrott-Projekt ausgezeichnet

Die HALM GmbH entwickelt wiederverwendbare, vorgefertigte Holz-Stroh-Bauelemente. Das EU-geförderte Projekt startet im Sommer 2025 und wird mit 50.000 Euro unterstützt. Ziel ist ökologischer und bezahlbarer Wohnraum.

Internationale Anerkennung bekam 2026 das slowenische Projekt „LIFE Turn to e-circular“. Es erhielt den LIFE Award für Kreislaufwirtschaft. Das Projekt bekämpft Elektroschrott mit besserer Gesetzgebung, optimierter Sammelinfrastruktur und Verhaltensänderungen bei Verbrauchern.

Österreich spart – UN verhandelt über Klimaziele

Während Deutschland und die EU neue Investitionen ankündigen, zieht Österreich die Bremse. Das Agrar- und Umweltbudget für 2027 und 2028 soll deutlich gekürzt werden. Der Reparaturbonus steht vor dem Aus – Einsparungen in Millionenhöhe sind die Folge.

Auf globaler Ebene laufen die Verhandlungen für die COP31 in Antalya (November 2026). Bei den Zwischengesprächen in Bonn schlug die Türkei vor, den weltweiten Stromanteil am Endenergieverbrauch bis 2035 von 20 auf 35 Prozent zu steigern. Deutschland fordert schärfere nationale Klimabeiträge und mehr Tempo bei der Klimaanpassung.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche machte auf dem BDEW Kongress klar: Erneuerbare Energien sind das Rückgrat der künftigen Stromversorgung. Die Finanzierung eines Industriestrompreises habe für den Standort höchste Priorität.

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