Vermögenssteuer, SPD

Vermögenssteuer: SPD plant 1% Abgabe ab 100 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 08:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die SPD plant eine jährliche Abgabe von einem Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro und eine Reform der Erbschaftssteuer. Die Union ist gespalten.

SPD konkretisiert Pläne für Vermögenssteuer ab 100 Millionen Euro
Ein stilisiertes Bild eines Vergrößerungsglases über einem Stapel Euro-Banknoten, mit Schatten von Waagen der Gerechtigkeit im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mitte Juli konkretisierte die Partei ihre Pläne für eine neue Abgabe auf große Vermögen und eine Reform der Erbschaftssteuer. Ziel: gerechtere Verteilung und mehr Einnahmen für den Staat.

„Harte Auseinandersetzung“ mit der Union erwartet

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigte an, die Themen nach der Sommerpause als Schlüsselprojekte zu positionieren. Er erwarte eine „harte politische Auseinandersetzung“ mit der Union. Die bisherige Steuerpolitik habe Reichtum stark konzentriert, so die Begründung.

Unterstützung kommt von lokalen Grünen-Verbänden. In Winsen fordern sie eine Rückkehr der Vermögenssteuer, um Kommunen zu entlasten. Auch in Österreich wird über eine Erbschaftssteuer diskutiert – mit Verweis auf deutsche Erfahrungen.

Ein Prozent ab 100 Millionen Euro

Der Vorschlag sieht eine jährliche Steuer von einem Prozent auf Vermögen ab 100 Millionen Euro vor. Modellrechnungen versprechen zweistellige Milliardenbeträge pro Jahr für den Staatshaushalt.

Zusätzlich plant die SPD eine Erhöhung der Erbschaftssteuer für sehr hohe Werte. Aktuell gelten Freibeträge von bis zu 500.000 Euro für Ehepartner und 400.000 Euro für Kinder. Die Steuersätze liegen zwischen 7 und 50 Prozent. Die Reform zielt auf Superreiche, um die wachsende Kluft zwischen Einkommensschichten zu verringern.

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400 Milliarden Euro bleiben unversteuert

Die Diskussion stützt sich auf aktuelle Daten. Laut DIW bleiben jährlich Vermögenszuwächse von bis zu 400 Milliarden Euro unversteuert. Studien belegen: Das reichste Prozent besitzt mehr als ein Drittel des gesamten Vermögens.

Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftssteuer wird für Ende 2026 erwartet. Die Karlsruher Richter könnten den Spielraum für Reformen maßgeblich definieren. Die SPD verweist zudem auf einen Aktionsplan gegen Steuerbetrug, den Parteichef Lars Klingbeil unterstützt.

Streit in der Union

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Innerhalb der Union gibt es unterschiedliche Positionen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigte sich offen für eine stärkere Besteuerung von Reichen. Gitta Connemann von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) warnte dagegen vor Gefahren für den Mittelstand.

Kritiker befürchten zudem, dass die Debatte Leistungsträger aus Deutschland vertreiben könnte. Die Auseinandersetzung zwischen Befürwortern einer Umverteilung und Verteidigern des Status quo wird die zweite Jahreshälfte 2026 prägen.

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