Verarbeitetes, Fleisch

Verarbeitetes Fleisch: 50 Gramm täglich erhöhen Darmkrebsrisiko um 18 Prozent

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WHO und DGE empfehlen mehr pflanzliche Lebensmittel sowie weniger Salz, Zucker und Fleisch; hochverarbeitete Kost wird mit Gesundheitsrisiken verbunden.
Frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse auf einem rustikalen Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Anlässlich des Welternährungstags hat das Südtiroler Ressort für Gesundheitsvorsorge unter Landesrat Hubert Messner auf die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufmerksam gemacht. Eine ausgewogene Zusammensetzung der täglichen Mahlzeiten bildet das Fundament, um ernährungsbedingten Erkrankungen und chronischen Entzündungsprozessen im Körper wirksam vorzubeugen.

Klare Richtwerte für Obst, Gemüse, Salz und Zucker

Das Gesundheitsressort verweist darauf, dass bereits ab einem Alter von zehn Jahren täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse verzehrt werden sollten, was einer Mindestmenge von 400 Gramm entspricht. Zudem sei es ratsam, vermehrt auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Samen zurückzugreifen, um eine kontinuierliche Versorgung mit Ballaststoffen und essenziellen Nährstoffen sicherzustellen.

Neben der Zufuhr pflanzlicher Lebensmittel formulieren die Leitlinien präzise Obergrenzen für kritische Inhaltsstoffe: Erwachsene sollten täglich weniger als 5 Gramm Salz zu sich nehmen.

Für die Zuckeraufnahme empfiehlt die WHO, diesen Wert auf unter 10 Prozent der gesamten täglichen Energiezufuhr zu begrenzen, wobei eine Reduktion auf unter 5 Prozent noch größere gesundheitliche Vorteile bringe. Umgerechnet auf einen durchschnittlichen Richtwert von 2000 Kilokalorien pro Tag bedeutet dies maximal 50 Gramm, besser jedoch höchstens 25 Gramm freier Zucker.

Zurückhaltung bei verarbeiteten Lebensmitteln und Fleisch

Ein weiterer zentraler Aspekt der Vorsorgeempfehlungen betrifft den Umgang mit industriell gefertigter Nahrung. Stark verarbeitete Produkte und ungünstige Fette sollten nach Angaben des Gesundheitsressorts deutlich seltener auf dem Speiseplan stehen.

Die NOVA-Klassifikation brasilianischer Forscher teilt Nahrungsmittel nach ihrem Grad der Verarbeitung in vier Gruppen ein – von unverarbeiteten Rohstoffen über verarbeitete Küchenzutaten bis hin zu ultrahochverarbeiteten Fertigprodukten. Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass ein übermäßiger Verzehr hochverarbeiteter Kost mit Krankheitsbildern wie Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen einhergeht.

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Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bekräftigt das Ziel von mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag. Beim Fleischkonsum rät die Fachgesellschaft gesunden Erwachsenen bei Mischkost zu einer deutlichen Mäßigung auf maximal 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche.

Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO: Verarbeitetes Fleisch wird in die höchste Kategorie krebserregender Stoffe eingestuft. Ein täglicher Konsum von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch erhöht demnach das relative Risiko für Darmkrebs um etwa 18 Prozent im Vergleich zum vollständigen Verzicht.

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Entzündungsvorgänge gezielt beeinflussen

Hinter den Empfehlungen steht die Erkenntnis, dass Ernährungsgewohnheiten das innere Entzündungsgeschehen maßgeblich steuern. Während akute Entzündungen eine lebensnotwendige Abwehrreaktion des Immunsystems darstellen, verlaufen chronische Entzündungen oft unbemerkt und begünstigen langfristig Gefäßleiden sowie Stoffwechselstörungen. Neben Schlafmangel, Bewegungsmangel und Stress trägt insbesondere eine unausgewogene Kost zu solchen Prozessen bei.

Im Rahmen einer gezielten Ernährungstherapie bei bestehenden Vorerkrankungen kommt es daher darauf an, den Organismus gezielt zu stabilisieren. Fachleute betonen dabei die Bedeutung einer ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen wie den Vitaminen A, C und D sowie Zink und Selen, um einem alters- oder krankheitsbedingten Muskelabbau entgegenzuwirken. Die schrittweise Umstellung auf naturbelassene Nahrungsmittel bleibt somit der wirksamste Hebel der alltäglichen Gesundheitsvorsorge.

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