Veggie-Burger, Fleisch

Veggie-Burger schlagen Fleisch: Stiftung Warentest 6/ 2026

27.05.2026 - 08:16:19 | boerse-global.de

Studie zeigt: Insektenzucht ist weniger klimafreundlich als erhofft. Pflanzliche Burger schneiden in Tests besser ab.

Veggie-Burger schlagen Fleisch: Stiftung Warentest 6/2026 - Foto: über boerse-global.de
Veggie-Burger schlagen Fleisch: Stiftung Warentest 6/2026 - Foto: über boerse-global.de

Eine Untersuchung des Stockholm Environment Institute (SEI) vom heutigen Mittwoch zeigt: Die Treibhausgasemissionen liegen zwischen 3 und 35,5 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kilogramm Protein. Der Medianwert von 13,5 Kilogramm ist zwar besser als bei Rindfleisch (75 bis 170 Kilogramm) oder Schweinefleisch (21 bis 53 Kilogramm). Doch im Vergleich zu Geflügel (18 bis 36 Kilogramm) schneiden Insekten kaum besser ab.

Das eigentliche Problem: Insektenprotein soll oft Soja oder Fischmehl ersetzen. Diese liegen mit 0,9 bis 2,2 Kilogramm (Soja) beziehungsweise 0,2 bis 9,3 Kilogramm (Fischmehl) pro Kilogramm Protein deutlich niedriger. Zudem wird für die Fütterung der Insekten häufig Sojaschrot verwendet – das relativiert den ökologischen Vorteil weiter. Die Folge: Der Sektor kämpft mit Restrukturierungen und Betriebsschließungen.

Pflanzliche Burger schlagen Fleisch

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Während Insekten-Produzenten um ihr Geschäftsmodell ringen, feiern pflanzliche Alternativen Erfolge. Die aktuelle Stiftung Warentest (6/2026) bescheinigt Veggie-Pattys einen klaren Qualitätsvorsprung. Von 20 getesteten Produkten landeten sieben der zehn „guten“ Pattys auf pflanzlicher Basis. Testsieger: Produkte von Aldi (My Vay), Garden Gourmet und Beyond Burger.

Die pflanzlichen Spitzenreiter überzeugen nicht nur geschmacklich. Sie enthalten nur halb so viel Fett wie Fleisch-Pattys und punkten mit deutlich besserer Klimabilanz. Beanstandungen bei Keimen oder Schadstoffen? Fehlanzeige. Und der Preis stimmt auch: Während der beste Fleisch-Patty von Lidl 1,40 Euro pro 100 Gramm kostet, liegt der pflanzliche Testsieger von Aldi bei 0,99 Euro.

Kultiviertes Rehfilet: Technologischer Durchbruch

Das Biotech-Unternehmen myriameat meldete gestern einen wichtigen Fortschritt. Dem Team aus Göttingen und München gelang es erstmals, eine pluripotente Stammzelllinie vom Reh zu erzeugen und in echte Rehmuskelzellen zu differenzieren. Bisher fokussierte sich die Plattformtechnologie auf Schweinefleisch.

Das Ziel: Hochwertige Wildfleischprodukte ohne Jagd oder konventionelle Tierhaltung. Der Schritt zeigt den Trend, kultiviertes Fleisch auf breitere Tierarten auszuweiten – für spezialisierte Marktsegmente.

Klimawandel erreicht Europas Äcker

Die Dringlichkeit neuer Proteinquellen wird durch aktuelle Studien unterstrichen. Die BOKU University wies gestern erstmals das hochgiftige Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 im niederösterreichischen Tullnerfeld nach. Die Belastung in Maisproben lag über dem EU-Grenzwert. Bisher war das Mykotoxin vor allem in Tropenregionen verbreitet. Seit 2024 beobachtet das Projekt TTox-Monitor diese Entwicklung.

Auch die Wälder leiden. Eine im Juni 2026 in Science veröffentlichte Studie der TU München prognostiziert: Bei 4 Grad Erderwärmung könnte sich die geschädigte Waldfläche in Europa bis 2100 verdoppeln. Selbst bei 2 Grad sind massive Schäden durch Brände, Stürme und Schädlinge zu erwarten. Besonders betroffen: Süd- und Westeuropa. In Hessen reagiert man mit aktiven Waldumbauprojekten. Ergebnisse des Modellbetriebs „Klimaschutz PLUS“ zeigen: Nur resiliente Mischwälder mit standortgerechten Nadelholzanteilen bleiben langfristig stabil.

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Die Zukunft der Ernährung: Kein einfacher Ersatz

Die Entwicklungen Ende Mai 2026 machen eines klar: Den einen „Klimaretter“ in der Ernährung gibt es nicht. Die industrielle Insektenzucht muss ihre Prozesse optimieren, um gegen pflanzliche Proteine und kultiviertes Fleisch zu bestehen. Während Veggie-Burger bereits marktreif sind, steckt das Rehfilet aus dem Labor noch in der technologischen Entwicklung.

Für die Landwirtschaft bedeutet das eine Phase der Diversifizierung. Während innovative Ansätze wie Direktsaat die Bodenstabilität fördern, zwingen neue Bedrohungen wie Mykotoxine zu strengerer Überwachung. Die Transformation der Ernährungssysteme wird durch ein Zusammenspiel aus biotechnologischem Fortschritt, ökologischer Anpassung und veränderten Konsummustern geprägt sein.

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