USA und China: Direkter Krisenkanal soll bei KI-Zwischenfällen greifen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen eines Gipfeltreffens in Washington haben die USA und China die Einrichtung eines direkten Kommunikationskanals für Zwischenfälle im Bereich der Künstlichen Intelligenz vereinbart.
Wie aus Regierungsberichten und offiziellen Mitteilungen hervorgeht, wird das Instrument als „bilateraler Kommunikationskanal für SI-Vorfälle“ bezeichnet. Die Funktion wird mit dem „roten Telefon“ aus der Ära des Kalten Krieges verglichen und soll der sofortigen Verständigung bei technologischen Krisen dienen.
Die Übereinkunft markiert eine Verschiebung in der offiziellen Terminologie: Beide Staaten verwenden nun den Begriff „Super Intelligence“ (SI) anstelle von „AI“ (Artificial Intelligence).
Der neue Kanal ist integraler Bestandteil des „US-China Super Intelligence (SI) Dialogue“, in dessen Rahmen Risiken und Nutzen der Technologie erörtert werden sollen. Die Vereinbarung wurde sowohl durch ein Factsheet des Weißen Hauses als auch durch chinesische Staatsmedien bestätigt.
Technologische Sicherheit und Krisenvermeidung
Die Einrichtung des Kanals war bereits im Vorfeld des Gipfels ein zentrales Thema. US-Finanzminister Scott Bessent habe die Gespräche hierzu bei Treffen mit chinesischen Vertretern am vergangenen Wochenende fokussiert. Am Donnerstag hatten zudem hochrangige Handelsunterhändler beider Seiten erste Gespräche zu KI-Themen geführt. Donald Trump habe bereits vor dem Gipfel betont, dass Super-Intelligenz ein wesentlicher Verhandlungspunkt sein werde.
Xi Jinping forderte während der Gespräche, dass die technologische Entwicklung unter menschlicher Kontrolle bleiben müsse. Er mahnte an, dass beide Nationen ihre Rivalität aktiv managen müssten.
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Bisher bleibt jedoch unklar, welche spezifischen Arten von Vorfällen den Mechanismus des Krisenkanals auslösen werden. Parallel dazu vereinbarten die Militärs beider Länder ein Memorandum of Understanding, um die Krisenkommunikation und die Vermeidung von Konflikten auf militärsicher Ebene zu beschleunigen.
Handelsvereinbarungen und diplomatischer Fahrplan
Flankierend zu den technologischen Sicherheitsfragen erzielten die Delegationen Fortschritte in der Handelspolitik. Die bestehende Handelswaffenruhe wurde um zwei Monate bis Januar verlängert. Teil dieser Einigung ist die Senkung von Zöllen auf nicht-sensible Güter im Wert von rund 30 Mrd. Dollar je Handelsrichtung.
Zudem verpflichtete sich China, in den Jahren 2027 und 2028 mindestens 10 Mio. Tonnen US-Kohle zu importieren. Als Zeichen der diplomatischen Annäherung wurde die Entsendung von zwei Pandas für einen Zoo in den USA angekündigt.
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Xi Jinping drängte in den Gesprächen zudem auf ein faires Vorgehen und eine umsichtige Behandlung der Taiwan-Frage. Er sprach sich für eine strategische Stabilität aus, die auf Respekt, Fairness und Gegenseitigkeit basieren solle. Ein neu gebildetes Board of Trade hat in dieser Woche bereits seine Arbeit aufgenommen und befasst sich unter anderem mit US-Bedenken bezüglich Seltener Erden.
Die diplomatische Interaktion soll in den kommenden Monaten fortgesetzt werden. Ein weiteres Treffen im Rahmen des SI-Dialogs ist bis November 2026 geplant. Zudem bestätigten beide Staatschefs weitere Zusammenkünfte am Rande des APEC-Gipfels in Shenzhen im November sowie während des G20-Gipfels in Doral Miami im Dezember.
