USA sperren Claude Fable 5 und Mythos 5: Anthropic-Modelle offline
18.06.2026 - 15:58:04 | boerse-global.de
Die US-Regierung hat beispiellose Exportkontrollen für künstliche Intelligenz verhängt und damit den Zugang zu den leistungsfähigsten Modellen von Anthropic gestoppt. Das Unternehmen schaltete daraufhin Claude Fable 5 und Mythos 5 für alle Kunden ab – eine weltweit einmalige Maßnahme.
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Die Anordnung des Handelsministeriums vom 12. Juni 2026 zwingt Anthropic, die Modelle komplett vom Netz zu nehmen. Erstmals regulieren die USA damit ein KI-System, das als reiner Cloud-Dienst und nicht als physisches Produkt angeboten wird. Die Folgen sind weitreichend: Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit verlieren schlagartig den Zugriff auf die modernsten KI-Assistenten.
Automatisierte Hacking-Risiken als Auslöser
Der Eingriff der Bundesbehörden folgt auf alarmierende Erkenntnisse zur Cybersicherheit der neuen Anthropic-Modelle. Claude Fable 5, speziell für Cybersicherheit entwickelt und erst am 9. Juni gestartet, konnte in Tests des britischen KI-Sicherheitsinstituts in 73 Prozent der Szenarien Schutzsysteme überwinden. Mythos 5, im Rahmen der Initiative Project Glasswing in begrenztem Umfang freigegeben, identifizierte sogar mehr als 10.000 schwerwiegende Sicherheitslücken.
Der Geheimdienst NSA stellte zudem fest, dass sich die Schutzmechanismen der Modelle deaktivieren lassen. Die Trump-Administration sieht darin eine ernste Bedrohung durch unkontrollierte automatisierte Hackerangriffe. Die Modelle bleiben gesperrt, bis Anthropic sämtliche Sicherheitslücken schließt. Branchenexperten bezweifeln jedoch, dass dies vollständig gelingen kann.
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Diplomatische Verwerfungen auf dem G7-Gipfel
Die plötzliche Abschaltung sorgt für Spannungen mit den engsten Verbündeten der USA. Beim G7-Gipfel in Évian am 17. Juni kritisierten europäische und asiatische Staatschefs die einseitige Kontrolle über globale KI-Zugänge. Frankreichs Präsident Macron und Indiens Premierminister Modi warnten vor schweren wirtschaftlichen Schäden für Partnerländer.
Die EU bezeichnete die Beschränkungen als diskriminierend – zumal die europäische Cybersicherheitsbehörde ENISA gerade erst Zugang zu Project Glasswing erhalten hatte. Die G7-Staaten diskutierten daraufhin ein „Trusted-Partners"-System für den Austausch von Spitzen-KI unter westlichen Demokratien. Macron kündigte an, innerhalb eines Monats eine entsprechende Plattform aufzubauen. Weitere Gespräche sind für September geplant.
Verhandlungen und diplomatische Appelle
Trotz der Spannungen zeigte sich Präsident Trump auf dem Gipfel optimistisch: Die Verhandlungen mit Anthropic kämen gut voran. Es war das erste öffentliche Zusammentreffen mit CEO Dario Amodei seit der Exportverfügung. Anthropic selbst spricht von einem Missverständnis – einige der identifizierten Sicherheitslücken fänden sich auch in anderen verfügbaren Modellen.
Besonders hart trifft die Sperre Großbritannien. Die Regierung in London bat das Weiße Haus um eine Ausnahmegenehmigung, erhielt jedoch am 17. Juni eine klare Absage. Premierminister Starmer brachte das Thema daraufhin direkt beim Gipfel zur Sprache.
Der Zeitpunkt könnte für Anthropic kaum ungünstiger sein: Das Unternehmen bereitete einen Börsengang mit einer Bewertung von fast 965 Milliarden Euro vor. Während Fable 5 und Mythos 5 offline bleiben, sind andere Modelle wie Opus 4.8 weiterhin verfügbar. Ob die Blockade den Börsengang gefährdet, bleibt abzuwarten.
