Unregelmäßiges, Essen

Unregelmäßiges Essen: 1,55-fach höheres Depressionsrisiko

04.06.2026 - 12:32:40 | boerse-global.de

Unregelmäßige Mahlzeiten erhöhen das Depressionsrisiko um das 1,55-Fache, zeigt eine Studie. Auch die Leberfunktion leidet unter ständigem Snacking.

Unregelmäßiges Essen: 1,55-fach höheres Depressionsrisiko - Bild: über boerse-global.de
Unregelmäßiges Essen: 1,55-fach höheres Depressionsrisiko - Bild: über boerse-global.de

Fachleute wie Prof. Dr. Birgit Terjung von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie weisen darauf hin, dass regelmäßige Mahlzeiten diesen biologischen Takt unterstützen. Häufiges Snacking und unregelmäßige Essenszeiten stören dagegen die Leberfunktion. Gelegentliche Zwischenmahlzeiten gelten als unbedenklich, doch stabile Ernährungsgewohnheiten sind zentral für die langfristige Gesundheit.

Unregelmäßiges Essen macht depressiv

Eine Studie des Seoul St. Mary's Hospital untermauert diese Erkenntnisse. Die Untersuchung mit rund 22.000 Erwachsenen zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen unregelmäßigen Mahlzeiten und psychischer Gesundheit. Personen mit unbeständigen Essgewohnheiten haben ein 1,55-fach höheres Risiko für depressive Symptome. Besonders negativ wirkt sich der Verzicht auf das Frühstück aus – vor allem bei Männern, Rauchern und Menschen, die nach 21 Uhr essen.

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Intervallfasten als Gegenmodell

Als Alternative zum ständigen Snacking hat sich das intermittierende Fasten etabliert. Die 16:8-Methode – 16 Stunden fasten, acht Stunden essen – gilt als effektiv für Gewichtsabnahme und verbesserte Insulinsensitivität. Für Frauen werden Varianten wie die 5:2-Diät oder die Warrior-Diät diskutiert, die auch die hormonelle Balance unterstützen sollen. Bei Vorerkrankungen raten Fachleute zur ärztlichen Konsultation.

Proteinreiches Frühstück beugt Heißhunger vor

Entgegen dem Trend, Mahlzeiten auszulassen, betonen Ernährungsexperten die Bedeutung eines proteinreichen Frühstücks. Eine Untersuchung im American Journal of Clinical Nutrition deutet an: 25 bis 30 Gramm Protein am Morgen können Heißhungerattacken reduzieren und die Fettverbrennung fördern. Viele Diätologen bewerten den Frühstücksverzicht kritisch – er führt oft zu unkontrolliertem Essen im Tagesverlauf.

Übergewicht in Deutschland: Männer besonders betroffen

Die Relevanz dieser Forschung zeigt der Mikrozensus 2025 des Statistischen Bundesamtes. 53,4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig. Der Anteil bei Männern liegt mit 62,6 Prozent deutlich höher als bei Frauen mit 43,8 Prozent. Das Durchschnittsgewicht stieg seit 2021 leicht an und beträgt nun 78,3 Kilogramm. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen.

Neuer Risikoscore ersetzt den BMI

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Parallel zur statistischen Erfassung gewinnt die Kritik am Body-Mass-Index an Bedeutung. Ein Anfang Juni vorgestellter Risikoscore namens OBSCORE soll die individuelle Gesundheitsgefahr präziser erfassen. Entwickelt unter Beteiligung der Queen Mary University London und des Berlin Institute of Health, analysiert er 20 Werte wie Blutzucker und Cholesterin. Die Forscher zeigten: Bis zu 45 Prozent der Menschen mit leichtem Übergewicht fallen bereits in eine hohe Risikogruppe für Diabetes oder Herzkrankheiten.

GLP-1-Medikamente schützen Kniegelenke

Neben der Gewichtssteuerung rücken medikamentöse Ansätze gegen Folgeschäden in den Fokus. Eine Langzeitanalyse von US-Daten (TriNetX, 2010 bis 2024) untersuchte GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit Kniearthrose. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine längerfristige Behandlung das Risiko für einen Kniegelenkersatz senken kann. Nach acht Jahren lag die Risikoreduktion bei neueren Wirkstoffen bei fast fünf Prozentpunkten. Die Studienautoren ordnen dies als Beobachtungsassoziation ein, die weiterer klinischer Bestätigung bedarf.

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