Unregelmäßiger, Schlaf

Unregelmäßiger Schlaf: Wearable-Studie zeigt bis zu 23 Prozent mehr Herzrisiko

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Beobachtungsstudie verknüpft schwankende Schlafzeiten und Schlafdauer mit erhöhten Risiken für mehrere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ein unbewohntes, ordentlich gemachtes Bett in einem ruhigen Schlafzimmer in der Morgendämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Erwachsene, deren Einschlafzeit von Nacht zu Nacht stark schwankt, weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Boston Children's Hospital und der Harvard Medical School, die am 2. November 2026 als vorläufige Forschungsarbeit der American Heart Association vorgestellt wurde.

Den Auswertungen von Wearable-Daten über einen Zeitraum von rund sechs Monaten zufolge liegt das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz bei Betroffenen um 20 bis 23 Prozent höher als bei Personen mit regelmäßigen Schlafgewohnheiten.

Umfangreiche Datengrundlage aus Aktivitätstrackern

Für die Untersuchung griffen die Forschenden des Boston Children's Hospital und der Harvard Medical School auf Daten von 10.362 Erwachsenen zurück, die im Rahmen des US-Forschungsprogramms All of Us der National Institutes of Health erfasst wurden.

Die Analyse umfasst mehr als eine Million aufgezeichnete Nächte. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 53 Jahren, wobei der Frauenanteil 69 Prozent betrug. Die mediane Nachbeobachtungszeit der Teilnehmenden belief sich auf 3,7 Jahre.

Die Forschenden stellten fest, dass nicht nur unregelmäßige Schlafenszeiten, sondern auch eine schwankende Schlafdauer mit kardiovaskulären Problemen einhergeht. Eine Zunahme der Nacht-zu-Nacht-Variation der Schlafdauer um jeweils 29 Minuten – berechnet als Mittelwert über einen Zeitraum von sechs Monaten – war mit einem um 24 Prozent höheren kombinierten Herzrisiko verbunden.

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Das Risiko für eine Kardiomyopathie stieg dabei um 29 Prozent, während das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 20 Prozent zulegte. Unregelmäßigkeiten beim Ein- und Durchschlafen standen ebenfalls mit einem um 20 bis 23 Prozent erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz in Verbindung.

Einfluss von Schlafzyklen und methodische Einordnung

Neben der reinen Schlaflänge untersuchte das Forschungsteam die Struktur der Schlafphasen. Ein höherer Anteil vollständiger Schlafzyklen ging demnach mit einer Reduktion des Risikos für Vorhofflimmern um 28 Prozent einher. Dagegen zeigten sich bei ungewöhnlich langen Schlafzyklen negative Effekte: Hier beobachteten die Forschenden ein um 55 Prozent höheres Risiko für das Auftreten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

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Die Autorinnen und Autoren weisen auf die methodischen Rahmenbedingungen der Untersuchung hin. Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie, die einen statistischen Zusammenhang, jedoch keine Kausalität belegt. Zudem wurden die Daten nicht im Schlaflabor, sondern über kommerzielle Wearables im Alltag erhoben. Die Forschungsarbeit hat das wissenschaftliche Begutachtungsverfahren noch nicht durchlaufen.

Die vollständigen Ergebnisse werden auf den AHA Scientific Sessions 2026 der American Heart Association in Chicago vorgestellt.

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