Unitree-Roboter: USA verbieten chinesische Humanoide wegen Sicherheitslücken
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 01:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Regierung hat mit sofortiger Wirkung ein Einfuhrverbot für neuartige chinesische Roboter verhängt. Betroffen sind humanoide und vierbeinige Maschinen sowie intelligente Stromrichter.
Sicherheitslücken als Auslöser
Die Federal Communications Commission (FCC) erließ die Verfügung am Dienstag. Grund sind schwerwiegende Sicherheitsmängel in der Roboter-Hardware. Forscher entdeckten mehrere Einfallstore – darunter einen Cloud-Tunnel namens CloudSail (CVE-2025-2894) und eine Bluetooth-Lücke mit dem Codenamen UniPwn.
Besonders betroffen ist der Hersteller Unitree, der rund 20 Prozent des globalen Marktes für humanoide Roboter kontrolliert. Nach Erkenntnissen der Behörden stehen verwundbare Geräte unter anderem an renommierten Universitäten wie dem MIT, Princeton und Carnegie Mellon.
Die Maschinen sammeln über Laser-Scanner, Kameras und Bewegungssensoren sensible Daten. Das Problem: Das chinesische Nachrichtendienstgesetz verpflichtet Unternehmen zur Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen. FCC-Chef Brendan Carr spricht von einem notwendigen Schutz kritischer Lieferketten vor Datendiebstahl und Cyberangriffen.
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Was das Verbot konkret bedeutet
Die neuen Regeln erfassen alle fortschrittlichen Roboter über zwei Kilogramm, die über Sensoren und Netzwerkfähigkeit verfügen. Im Fokus stehen zwar unveröffentlichte Modelle – doch die FCC behält sich vor, auch bestehende Zulassungen zu widerrufen.
Immerhin: Für bereits ausgelieferte Geräte dürfen Hersteller bis Januar 2029 Sicherheitsupdates bereitstellen. Nicht-chinesische Anbieter können Ausnahmen beantragen, um den Ausbau der US-KI-Infrastruktur nicht zu gefährden.
Besonders hart trifft die Verfügung die Energiebranche. China dominiert den Weltmarkt für Stromrichter – Firmen wie Sungrow und Huawei stehen nun vor massiven Handelsbarrieren.
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Verschärfter Kurs gegen chinesische Technik
Das Importverbot ist Teil einer ganzen Serie von Maßnahmen. Erst am 22. Juli verabschiedete die FCC Regeln, die neue Geräte mit Komponenten von der sogenannten "Covered List" blockieren. Zuvor hatte die Initiative "Operation Clean Carts" über vier Millionen nicht autorisierte Geräte vom Markt genommen.
Die Behörde verschärft zudem die Kontrolle von Online-Plattformen: Sie müssen künftig gültige FCC-ID-Nummern für Elektronikprodukte anzeigen. Mitte Juli schlug die FCC zudem vor, eine Gesetzeslücke des Drohnenherstellers DJI zu schließen, der angeblich über Strohfirmen bestehende Verbote umgangen hatte.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Trotz des harten Kurses gibt es Ausnahmen. Erst am Montag befreite die FCC SpaceX Starlink-Router von einem separaten Verbot für ausländische Netzwerkausrüstung. Die Ausnahme gilt bis Februar 2028 und betrifft in Vietnam gefertigte Hardware. Auch Netgear, Amazon und Nokia erhielten ähnliche Freistellungen. Der chinesischstämmige Hersteller TP-Link wartet dagegen noch auf eine Genehmigung.
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