Unfitness, Sterberisiko

Unfitness tötet: 400 Prozent höheres Sterberisiko als Rauchen

23.06.2026 - 08:58:26 | boerse-global.de

Eine Studie der University of Cambridge belegt: Mangelnde Fitness vervierfacht das Sterberisiko und übertrifft damit die Gefahren des Rauchens.

Cambridge-Studie: Extreme Unfitness erhöht Sterberisiko um 400 Prozent
Unfitness - Eine Person läuft auf einem Laufband in einem modernen Fitnessstudio, verschwommene Bewegung, die Anstrengung und Entschlossenheit symbolisiert. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse der University of Cambridge zeigt: Wer körperlich extrem unfit ist, hat ein um 400 Prozent höheres Sterberisiko. Zum Vergleich: Rauchen erhöht das Risiko „nur“ um 50 Prozent. Forscher fordern deshalb strengere Bewegungsempfehlungen.

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Ausdauer als Lebensversicherung

Die Daten von Chris Macdonald und seinem Team sind eindeutig: Die Herz-Kreislauf-Fitness ist der entscheidende Faktor für die Lebenserwartung. Personen mit sehr schlechter Ausdauer sterben viermal häufiger als fitte Menschen. Die bisherigen Mindeststandards für Bewegung reichen laut Macdonald nicht aus.

Seine Empfehlung: ambitioniertere Ziele. Konkret bedeutet das für eine 79 Kilo schwere Person rund 120 Gramm Eiweiß täglich – kombiniert mit Ausdauer- und Krafttraining. Intensives Training senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle deutlich stärker als moderate Ansätze.

Krafttraining verdoppelt den Schutz

Muskelkraft ist mindestens genauso wichtig wie Ausdauer. Eine Langzeitstudie mit 122.000 Erwachsenen über acht Jahre zeigt: Wer wenig Muskelkraft hat, verdoppelt sein Sterberisiko. Wer dagegen Kraft- und Ausdauertraining kombiniert, senkt die Sterblichkeit um rund 40 Prozent.

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Besonders Frauen ab der Menopause profitieren. Die Deutsche Longevity Gesellschaft fasste im Juni 2026 zusammen: Inaktivität ist für Frauen über 50 der stärkste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – noch vor dem Rauchen. Eine Studie im Journal of the American College of Cardiology mit über 117.000 Teilnehmerinnen bestätigt: Schon zwei Stunden Krafttraining pro Woche senken das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Und das gilt auch im Alter. Laut Sportmediziner Jürgen Gießing reichen zwei Einheiten Ganzkörpertraining von 30 bis 45 Minuten pro Woche, um dem altersbedingten Muskelabbau entgegenzuwirken. In Studien mit 60- bis 80-Jährigen verdoppelten Teilnehmer ihre Trainingsgewichte innerhalb von sechs Monaten.

Neue Hürden bei der Gesundheitsvorsorge

Trotz aller Belege für Bewegung gibt es Probleme. Eine Studie auf dem Fachkongress ENDO im Juni 2026 untersuchte 753 Erwachsene unter GLP-1-Therapie zur Gewichtsreduktion. Ergebnis: Die tägliche Schrittzahl sank von durchschnittlich 5.047 auf 4.487. Auch moderate bis intensive Aktivitäten nahmen ab. Fachleute warnen vor unerwünschtem Muskelmasseverlust.

Übergewicht bleibt ein zentrales Problem. Eine Meta-Analyse vom Juni 2026 zeigt: Pro fünf BMI-Punkte steigt das Risiko für 19 Krebsarten – bei Leberkrebs um 20 Prozent. Das Bundessozialgericht urteilte am 11. Juni 2026 zudem: Bei extremer Fettleibigkeit in Kombination mit weiteren Erkrankungen kann ein Anspruch auf das Merkzeichen „G“ bestehen.

Finanzielle Hürden erschweren die Prävention. Eine Studie der Versicherungskammer und des WIP vom Juni 2026 ergab: 32 Prozent der Bürger sehen Geldmangel als Hindernis für Gesundheitsvorsorge. Durchschnittlich investieren sie derzeit 2,5 Stunden pro Woche und 200 Euro im Monat – zu wenig, um die Risiken zu senken.

de | wissenschaft | 69608422 |