Unfitness: 400 Prozent höheres Sterberisiko als Rauchen
24.06.2026 - 12:53:23 | boerse-global.de
Eine aktuelle Analyse zeigt: Wer völlig unfit ist, hat ein 400 Prozent höheres Sterberisiko. Zum Vergleich: Rauchen erhöht das Risiko „nur“ um 50 Prozent.
Krafttraining rettet Leben – besonders bei Frauen
Chris Macdonald von der University of Cambridge hat mehrere Studien ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig: Eine schlechte Herz-Kreislauf-Verfassung ist der größte Risikofaktor überhaupt. Aber auch mangelnde Muskelkraft schlägt mit einem um 200 Prozent erhöhten Sterberisiko zu Buche.
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Die gute Nachricht: Schon regelmäßiges Krafttraining kann helfen. Eine Studie im Journal of the American College of Cardiology mit über 117.000 Teilnehmerinnen zeigt: Frauen, die Krafttraining machen, senken ihr Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich. Die Experten empfehlen eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining.
Das perfekte Schlaffenster – aber nicht übertreiben
Wie viel Schlaf ist optimal? Eine Studie in Nature mit Daten von rund 500.000 Probanden aus der UK Biobank hat präzise Werte ermittelt. Frauen brauchen zwischen 6,4 und 7,8 Stunden, Männer zwischen 6,4 und 7,7 Stunden.
Wer außerhalb dieses Fensters schläft, riskiert mehr als nur Müdigkeit. Die Forscher warnen: Abweichungen beschleunigen die Alterung von Gehirn, Herz und Lunge. Auch das Risiko für Diabetes und Depressionen steigt.
Doch Vorsicht vor dem Optimierungswahn. Schlafforscher Hans-Günter Weeß warnt vor übermäßigem Druck durch Wearables. Die Geräte messen meist nur Bewegung und Puls – über die tatsächliche Schlafqualität sagen sie wenig. Das Phänomen Orthosomnie, also Schlafstörungen durch den Zwang zur Perfektion, kann Probleme sogar verschlimmern.
Energy-Drinks: Gefahr für junge Herzen
Koffein ist nicht gleich Koffein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält bis zu 400 mg pro Tag für gesunde Erwachsene für unbedenklich – das sind etwa vier bis fünf Tassen Filterkaffee. Wer dauerhaft mehr als sechs Tassen trinkt, riskiert Herzerkrankungen.
Besonders kritisch sehen Mediziner Energy-Drinks bei Jugendlichen. Die EDUCATE-Studie zeigt: Schon 100 ml pro 10 Kilogramm Körpergewicht erhöhen den Blutdruck und verändern den Herzrhythmus. Die Politik diskutiert deshalb über ein Mindestalter für den Kauf.
Trends auf dem Prüfstand
„Natural Wegovy“ klingt verlockend: Mit Eiern und Olivenöl soll man angeblich denselben Sättigungseffekt erzielen wie mit teuren Medikamenten. Ernährungsexpertin Sophie Brünke ist skeptisch. Nachhaltiger Erfolg komme nur durch ausgewogene Ernährung und Bewegung – einfache Tricks gibt es nicht.
Hitze und Kurzvideos: Die neuen Gesundheitskiller
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Steigende Temperaturen erfordern Anpassung. Präventivmediziner empfehlen: angepasste Lüftungszyklen, ausreichend trinken und bei extremer Hitze auf Alkohol verzichten.
Und dann ist da noch die digitale Belastung. Eine Oxford-Studie von 2023 und Einschätzungen von Facharzt Dr. Dao Duy Khoa zeigen: Kurzvideos treiben den Dopaminspiegel künstlich in die Höhe. Langfristig drohen Sucht, Angstzustände und sogar eine Verminderung der grauen Substanz. Die Lösung: bewusst weniger Bildschirmzeit und mehr echte soziale Kontakte.
Zum Schluss noch eine überraschende Erkenntnis: Groß angelegte Untersuchungen mit fast 10.000 Personen zeigen, dass selbst Blinddarmoperationen statistisch mit späteren Alzheimer-Erkrankungen zusammenhängen. Der Blinddarm dient offenbar als Reservoir für nützliche Darmbakterien – fehlt er, könnte das die neurologische Gesundheit beeinflussen. Die Zusammenhänge sind komplexer, als wir denken.
