Ultraschalltherapie: Studie zeigt möglichen Wechsel zu regenerativen Immunzellen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung von Gelenkerkrankungen gewinnen sanfte, nicht-invasive Methoden zunehmend an Bedeutung. Fachbeiträge stellen dabei insbesondere die Kombination aus Bewegungstherapien im Wasser wie dem Aquajogging und physikalischen Anwendungen wie der Ultraschalltherapie in den Mittelpunkt. Beide Verfahren zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen, ohne den Bewegungsapparat übermäßig zu belasten.
Aquajogging als gelenkschonendes Training im Wasser
Das sogenannte Aquajogging beziehungsweise die Wasserlauf-Therapie macht sich physikalische Eigenschaften des Elements zunutze: Der natürliche Auftrieb und der Wasserwiderstand ermöglichen ein gezieltes Training, das sich insbesondere für die Phase nach Verletzungen und Operationen eignet.
Zu den wesentlichen Vorteilen der Methode zählen ein deutlich reduzierter Bodendruck sowie eine geringe Sturzgefahr. Gleichzeitig werden die Durchblutung gefördert und der Rückgang von Schwellungen unterstützt.
Für die Durchführung wird eine Wassertemperatur im Bereich von 28–32 °C empfohlen. Das Übungsspektrum reicht vom einfachen Gehen im hüfttiefen Wasser über hohes Knieheben und das Führen der Fersen zum Gesäß bis hin zum Seitheben der Beine.
Ergänzend kommen spezifische Armbewegungen, klassische Laufbewegungen und leichte Sprünge zum Einsatz. Die Trainingsintensität lässt sich dabei flexibel über das Bewegungstempo, den Einsatz der Arme sowie die gewählte Wassertiefe steuern.
Zu den typischen Indikationen für das Wassertraining gehören die Rehabilitation nach Knie- oder Hüftoperationen, chronische Rückenschmerzen, Arthrose sowie rheumatoide Arthritis. Zudem wird das Training bei Bänder-, Muskel- und Sehnenrissen, bei Übergewicht, während der Schwangerschaft und bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Fachleute betonen jedoch, dass vor dem Trainingsbeginn eine ärztliche Rücksprache erfolgen sollte.
Ultraschalltherapie bei akuten und chronischen Beschwerden
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Als ergänzende physikalische Maßnahme kommt die Ultraschalltherapie, auch Sonotherapie genannt, an betroffenen Gelenken zum Einsatz. Ihre Wirkung basiert auf zwei Komponenten: einer thermischen Wirkung durch lokale Erwärmung und gesteigerte Durchblutung sowie nicht-thermischen Effekten wie Kavitation und Mikromassage des Gewebes. Eingesetzt wird die Methode sowohl bei chronischen Schmerzen infolge von Arthrose als auch bei akuten Verletzungen wie Zerrungen und Prellungen.
Eine typische Behandlungssitzung dauert zwischen 5–15 Minuten. Die gewählte Frequenz richtet sich nach der Gewebetiefe: Niedrigere Frequenzen werden zur Behandlung tiefer liegender Gelenke wie Hüfte oder Knie verwendet, während höhere Frequenzen bei oberflächlichen Gelenken wie Schulter oder Ellenbogen zur Anwendung kommen.
Die Ultraschalltherapie darf ausschließlich durch qualifizierte Therapeuten durchgeführt werden, da spezifische Kontraindikationen vorliegen. Ausgeschlossen ist die Behandlung bei akuten eitrigen Entzündungen, schweren Durchblutungsstörungen, vorhandenen Herzschrittmachern, offenen Wunden, Tumoren sowie im Bereich von Wachstumsfugen bei Kindern.
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Neue Erkenntnisse zur zellulären Gewebereparatur
Neue Perspektiven für die Ultraschallanwendung liefert eine Studie der University of Alabama in Huntsville unter der Leitung von Dr. Anuradha Subramanian, die im Fachjournal Nature erschien. Die Forschungsarbeit untersuchte kontinuierlichen niedrigintensiven Ultraschall bei Gelenkverletzungen und posttraumatischer Osteoarthritis.
Den Ergebnissen zufolge kann dieser nicht-invasive und medikamentenfreie Ansatz die zelluläre Immunantwort beeinflussen: Die Aktivität lässt sich von entzündungsfördernden M1-Makrophagen hin zu regenerativen M2-Makrophagen verschieben, die Reparaturprozesse im Gewebe anstoßen.
Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass eine Validierung dieses Mechanismus in Tiermodellen sowie weiterführende Langzeitstudien zur tatsächlichen Gewebereparatur noch ausstehen.
