Ueno, Bank

Ueno Bank kollabiert: Millionen Konten eingefroren, Präsident Peña tritt zurück

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 02:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Bankenkollaps verlor Peña den politischen Rückhalt; das Parlament beschleunigte Auszahlungen, während Ermittlungen gegen Bankverantwortliche liefen.
Ein monumentales Regierungsgebäude in Asunción bei stürmischer Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Zusammenbruch des paraguayischen Digitalfinanzinstituts Ueno Bank hat zu einer schweren Staatskrise geführt. Nach dem Kollaps der Bank trat Staatspräsident Santiago Peña von seinem Amt zurück.

Zuvor waren Millionen von Kundenkonten eingefroren worden, darunter auch Konten, über die Rentenzahlungen abgewickelt werden, sodass Kunden den Zugriff auf ihre Guthaben verloren. Peña begründete seinen Schritt mit der Notwendigkeit, die Stabilität des Landes, den sozialen Frieden sowie die öffentlichen Institutionen zu bewahren.

Dem Rücktritt des Staatsoberhaupts ging der Verlust des politischen Rückhalts voraus. Sowohl Kongresspräsident Basilio Nunez als auch der Vorsitzende der regierenden Colorado-Partei, Horacio Cartes, hatten Peña die Unterstützung entzogen; Cartes befürwortete öffentlich dessen Absetzung.

Am 04.11.2026 hatten 35 Abgeordnete und Regierungsdissidenten im 80 Sitze zählenden Unterhaus ein Amtsenthebungsverfahren gegen Peña eingeleitet. Vorgeworfen wurden ihm unter anderem Interessenkonflikte, der Missbrauch von Pensionsgeldern sowie institutionelle Vertuschung. Vor dem Senat hätte sich Peña gegen das Verfahren verteidigen müssen.

Abwicklung der Bank und Ermittlungen der Justiz

Die Krise hatte ihren Ausgang bei der Aufsichtsbehörde genommen. Am 03.11.2026 ordnete die Banco Central del Paraguay einstimmig das Abwicklungsverfahren der Ueno Bank nach Gesetz Nr. 2.334/03 an, nachdem die Solvenzquote des Instituts unter 50 % des gesetzlichen Minimums gefallen war.

Die Bank konnte eine Mindestreserve von 70 Mio. US-Dollar nicht mehr aufbringen. Am selben Tag trat Zentralbankchef Carlos Carvallo zurück. In der Nacht zum 03.11.2026 war die Bank geschlossen worden; die App des Instituts zeigte rund 3 Mio. Kunden keine Kontostände mehr an.

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Die Staatsanwaltschaft Paraguays erließ Haftbefehle gegen acht Führungskräfte des Instituts, darunter Gründer und CEO Miguel Vázquez sowie Bankpräsident Juan Manuel Gustale, und ließ deren Vermögen einfrieren. Die ermittelnden Staatsanwälte klagten insgesamt 27 Bankbeamte und Geschäftspartner wegen Untreue und Betrugsversuchs an. Ratingagenturen wie S&P Global Ratings und Fitch stuften die Ueno Bank auf Zahlungsausfall herab.

Massive Auswirkungen auf Renten und Wirtschaft

Die Schließung der Ueno Bank trifft das Finanzsystem des Landes empfindlich. Das Institut hielt Ende 2025 einen Anteil von 8,9 % an den Einlagen und 5,9 % an den Krediten des 16 Institute umfassenden Sektors. Die Gesamteinlagen beliefen sich auf 17 Billionen Guaraníes (2,8 Mrd. US-Dollar).

Zudem verwaltete die Bank rund 850 Mio. US-Dollar an öffentlichen Geldern. Allein das Pensionsinstitut Instituto de Previsión Social (IPS) hielt 355 Mio. US-Dollar bei der Ueno Bank, was rund 9 % seiner Anlagen entsprach. Das IPS kündigte an, rund 32.000 Rentner, deren Bezüge über die Ueno Bank liefen, zu einem anderen Institut zu transferieren.

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Um den Einlegern zu helfen, billigte das Parlament am 04.11.2026 ein Gesetz zur Beschleunigung der Auszahlungen durch die Zentralbank. Der Einlagensicherungsfonds deckt bis zu 75 Mindestlöhne je Person ab, was 228.300.000 Guaraní (rund 37.700 US-Dollar oder 33.620 Euro) entspricht und laut Berichten etwa 97 % der Einleger umfasst. Die erste Auszahlungstranche ist auf bis zu 10.000.000 Guaraní (rund 1.700 US-Dollar) begrenzt.

Die Verunsicherung führte zu landesweiten Spannungen. Am Abend des 04.11.2026 setzte die Polizei in der Hauptstadt Asunción Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Der paraguayische Importeursverband berichtete über einen Umsatzeinbruch im Einzelhandel um 35 %. Der Bankenverband Asoban erklärte hingegen, das Bankensystem funktioniere regulär weiter.

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