Typ-2-Diabetes, Minuten

Typ-2-Diabetes: 409 Minuten Bewegung pro Woche halbiert Risiko

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 10:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine UK-Biobank-Auswertung verknüpft mehr Aktivität und spätere Tageszeiten mit einem niedrigeren Typ-2-Diabetes-Risiko, beweist aber keine Ursache.

UK-Biobank-Studie zeigt Zusammenhang zwischen Bewegung und Diabetesrisiko
Eine leere Laufbahn in einem Park im sanften Licht des frühen Morgens. Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßige Bewegung gilt als ein zentraler Baustein in der Prävention von Stoffwechselerkrankungen. Welche quantitativen Effekte moderate bis intensive körperliche Aktivität auf das Auftreten von Typ-2-Diabetes hat und welche Rolle dabei Faktoren wie Alter oder Tageszeit spielen, verdeutlicht eine Untersuchung auf Basis der UK Biobank.

Die wissenschaftliche Arbeit, die unter den Identifikatoren DOI 10.1111/dom.71214 und PMID 42595741 geführt wird, liefert detaillierte Einblicke in den Zusammenhang zwischen gemessener Bewegung und Erkrankungsrisiko.

Die Resultate werden auf dem Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand vorgestellt, der vom 28. September bis zum 2. Oktober 2026 stattfindet.

Umfangreiche Datengrundlage aus der UK Biobank

Die Untersuchung stützt sich auf einen umfangreichen Datensatz aus der UK Biobank, der zwischen 2013 und 2015 erhoben wurde. Insgesamt flossen die Daten von 87.975 Erwachsenen ein, die zu Beginn der Messungen nicht an Diabetes litten. Die Zusammensetzung der Kohorte wies ein Durchschnittsalter von 63 Jahren auf; 57 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen und 97 Prozent weiß.

Zur präzisen Erfassung des Bewegungsverhaltens trugen die Probanden über einen Zeitraum von einer Woche ein Akzelerometer am Handgelenk, anstatt sich auf subjektive Selbstauskünfte zu verlassen. Im Rahmen der anschließenden Nachbeobachtung über einen durchschnittlichen Zeitraum von 7,7 Jahren erkrankten 2.140 Teilnehmende, was einem Anteil von 2,4 Prozent der Gesamtgruppe entspricht, an Typ-2-Diabetes.

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Bewegungsumfang und altersspezifische Risikounterschiede

Die Analyse der Aktivitätsdaten verdeutlicht eine klare Korrelation zwischen dem zeitlichen Umfang moderater bis intensiver Bewegung pro Woche und der Häufigkeit von Neuerkrankungen.

In der Gruppe der aktiveren Personen, die ein mittleres Niveau von 409 Minuten moderater bis intensiver Aktivität pro Woche verzeichneten, erkrankten 748 von 44.020 Personen. Demgegenüber standen 1.392 Erkrankungsfälle unter 43.955 Teilnehmenden, deren wöchentliche Aktivität lediglich bei durchschnittlich 121 Minuten lag.

Zudem traten deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen zutage. Bei den Teilnehmenden unter 63 Jahren, die weniger als 120 Minuten Bewegung pro Woche absolvierten, zeigte sich ein mehr als doppelt so hohes relatives Risiko für Typ-2-Diabetes im Vergleich zu jenen, die rund 400 Minuten pro Woche aktiv waren. In der Altersgruppe ab 63 Jahren lag das relative Risiko bei geringer Aktivität immer noch um 65 Prozent höher.

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Einfluss der Tageszeit und methodische Grenzen

Neben dem reinen Bewegungsvolumen untersuchte die Auswertung auch das Zeitfenster, in dem die körperliche Betätigung stattfand. Die Daten deuten darauf hin, dass eine Verlagerung der Aktivität in die spätere Tageshälfte zusätzliche Vorteile bieten könnte: Bei Bewegung, die zwischen 13 Uhr und 24 Uhr stattfand, ging dies mit einem um 10 Prozent geringeren Erkrankungsrisiko einher.

Trotz der präzisen Messmethodik und der hohen Fallzahl weisen die Studienautoren auf den Charakter der Erhebung hin. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, belegen die Ergebnisse einen statistischen Zusammenhang, erlauben jedoch keinen direkten Nachweis einer ursächlichen Kausalität. Dennoch unterstreichen die Auswertungen den Stellenwert von regelmäßiger Alltagsbewegung für die Gesundheit des Stoffwechsels.

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