Trump, KI-Rechenzentren

Trump zu KI-Rechenzentren: Präsident stellt sich trotz Gegenwind hinter Ausbau

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 00:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wahlergebnisse stärken lokale Beschränkungen, während Trump und Technologiekonzerne den Ausbau der KI-Infrastruktur unterstützen.
Ein weitläufiges Umspannwerk mit Hochspannungsleitungen und Transformatoren in einer ländlichen Umgebung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

US-Präsident Donald Trump hat sich demonstrativ hinter den weiteren Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz gestellt. In einer Veröffentlichung auf der Plattform Truth Social erklärte er am 6. November 2026, er befürworte sogenannte Super-Intelligenz vollkommen und wolle eng mit den Bundesstaaten kooperieren, die durch Rechenzentren wirtschaftlichen Wohlstand aufbauen möchten. Dabei verglich der Präsident entsprechende Infrastruktureinrichtungen mit Gold.

Deutlicher Gegenwind bei den Zwischenwahlen

Die Stellungnahme des Präsidenten erfolgte unmittelbar nach den US-Zwischenwahlen vom 3. November 2026, bei denen der Ausbau der Energie- und Serverinfrastruktur auf breite Skepsis in der Bevölkerung stieß. Nach Erhebungen von Ballotpedia votierten Bürger in 46 von 50 Abstimmungen über lokale Initiativen für Einschränkungen bei Rechenzentren.

Bei 17 dieser Voten handelte es sich um faktische Verbote, während drei Auszählungen noch ausstanden. Das Beratungsunternehmen Redbud Consulting registrierte in 44 von 45 abgeschlossenen Referenden über lokale Beschränkungen in 44 Gemeinden und zwölf Bundesstaaten entsprechende Mehrheiten gegen den Ausbau.

Laut einer Wählerbefragung von AP lehnten rund drei Viertel der befragten US-Wähler die Neuansiedlung eines Rechenzentrums in der eigenen Kommune ab, und rund ein Viertel stufte das Thema als entscheidend für die Kongresswahl ein.

Eine Befragung von NBC ermittelte, dass für 56 Prozent der Wähler künstliche Intelligenz und Rechenzentren ein entscheidender oder wichtiger Faktor bei der Stimmabgabe waren.

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Nach Angaben des Datendienstes AdImpact investierten Kampagnen im Vorfeld der Wahl mehr als 380 Millionen US-Dollar in Werbespots mit Bezug zu Rechenzentren, wobei demokratische Akteure die Republikaner um ein Verhältnis von mehr als drei zu eins übertrafen.

Machtwechsel in Schlüsselstaaten belastet Expansionspläne

Im Zuge der Wahlen errangen demokratische Kandidaten mit Versprechen zur Eindämmung von Rechenzentren die Gouverneursämter in Texas, Ohio, Georgia, Nevada und Iowa; in Wisconsin, Minnesota, Pennsylvania, Nevada und Michigan sicherten sie sich die volle parlamentliche Kontrolle.

Nach Angaben von Data Center Watch befürworten 32 von 34 siegreichen Gouverneurskandidaten schärfere Regulierungen, zwölf davon fordern Moratorien oder Verbote. Laut Bloomberg könnte rund die Hälfte aller geplanten Rechenzentrumsprojekte in den USA künftig strengeren Genehmigungsverfahren unterliegen.

Besonderes Gewicht hat das Wahlergebnis in Texas, das nach Prognosen des Immobiliendienstleisters JLL bis 2030 Nord-Virginia als größten US-Markt für Rechenzentren ablösen soll. Dort besiegte die Demokratin Gina Hinojosa den bisherigen Gouverneur Greg Abbott, nachdem dieser zuvor Genehmigungen und Netzanschlüsse ausgesetzt hatte.

Hinojosa kündigte am 5. November 2026 Gesetzesinitiativen zum Schutz der Anwohner an. Zuvor hatte der Unternehmer Elon Musk 158 Millionen US-Dollar für den texanischen Senatskandidaten Ken Paxton aufgewendet, der die Wahl jedoch verlor.

Analysten von Morgan Stanley bezeichneten das Ergebnis in Texas als das bedeutendste Resultat der Wahlen und wiesen zudem auf erhebliche Risiken für Verzögerungen bei Projekten im Bundesstaat Ohio hin.

Initiativen von Regierung und Technologiekonzernen

Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, trat Befürchtungen über weitreichende Konsequenzen für die Branche entgegen. In einem Fernsehinterview am 6. November 2026 erklärte er, die für die kommenden Jahre geplanten Vorhaben seien von den Abstimmungen nicht betroffen.

Am selben Tag teilte das Weiße Haus mit, dass sieben Hyperscaler, darunter Konzerne wie Amazon, Google und Meta, eine unverbindliche Zusage unterzeichnet hätten, um Stromverbraucher vor Kostensteigerungen zu schützen. Zugleich seien Genehmigungsverfahren gestrafft worden.

Das Technologieunternehmen OpenAI hatte bereits am 5. November 2026 Schritte zugesagt, um zu verhindern, dass steigende Energiekosten auf private Haushalte abgewälzt werden. Das Unternehmen bezeichnet seine Anlagen als Rechencampus für künstliche Intelligenz und legte einen landesweiten Pakt für Standortgemeinden vor.

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An den Märkten sorgte die Debatte für Schwankungen. Der Index Nasdaq legte am 6. November 2026 um 264 Punkte beziehungsweise ein Prozent zu, nachdem am Vortag noch Buchverluste von 2,5 Billionen US-Dollar verzeichnet worden waren.

Der Index notierte damit elf Prozent unter seinem letzten Höchststand in einer Korrekturphase. Zusätzlicher regulatorischer Druck zeichnet sich auf Bundesebene ab: Ab dem 3. Januar 2027 stellen die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses.

Die Senatorin Elizabeth Warren, die für den Vorsitz des Bankenausschusses im Gespräch ist, könnte den Chef des Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, per Vorladung vor den Ausschuss zitieren, nachdem dieser einer Anhörung im Juni nicht gefolgt war.

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