Trump gründet KI-Einheit nach Space-Force-Vorbild
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 02:51 Uhr | Redaktion boerse-global.deUS-Präsident Donald Trump hat die Schaffung einer eigenständigen Einheit für künstliche Intelligenz nach dem Vorbild der Space Force angekündigt. Über die Plattform Truth Social teilte Trump mit, er wolle zudem in naher Zukunft einen Koordinator für künstliche Intelligenz ernennen. Konkrete Details zu Struktur, Budget oder der behördlichen Zuordnung der geplanten Formation blieben dabei offen.
Für die Besetzung der Initiative stellte Trump ungewöhnliche Anforderungen und forderte, dass sich ausschließlich Personen mit hohem Intelligenzquotienten bewerben sollten. Gleichzeitig erteilte er neuen Regulierungen für die Technologiebranche eine Absage. Fehlverhalten solle stattdessen über bestehende Justizgesetze verfolgt werden.
Ohne Datenbasis stellte Trump in Aussicht, dass künstliche Intelligenz künftig bis zu 25 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts ausmachen könnte, wobei die Vereinigten Staaten weltweit vor China führten. Warnungen vor einer möglichen existentiellen Bedrohung durch die Technologie wies er erneut als Schwindel zurück.
Vakuum im Weißen Haus und Streit um Regulierungsansätze
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer personellen Leerstelle im Weißen Haus. Der frühere KI-Koordinator David Sacks war Anfang des Jahres von seinem Posten zurückgetreten. Sacks hatte bei CBS erklärt, die von der Technologie ausgehende Bedrohung sei übertrieben worden.
Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 verließen mehrere Fachbeamte für KI-Politik die Regierung, sodass derzeit kein offizieller Koordinator amtiert. Die Stabschefin Wiles organisierte vor diesem Hintergrund eine informelle Gruppe zur Risikoanalyse.
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Gleichzeitig wächst der Druck aus der Politik und der Forschung. Geoffrey Hinton warnte in einem nicht öffentlichen Briefing davor, dass dem Kongress möglicherweise nur noch ein Jahr für die Verabschiedung von Gesetzen bleibe.
Die Gouverneure Josh Shapiro aus Pennsylvania und Gavin Newsom aus Kalifornien sowie Spanberger aus Virginia drängten ebenfalls auf klare Vorgaben. Newsom unterzeichnete an einem Freitag eine Durchführungsverordnung, die unter anderem die Prüfung eines Notfallschalters vorsieht.
Auf Bundesebene scheiterte ein Gesetzesvorschlag für einen Notfallschalter im Senat. Der Entwurf aus dem Repräsentantenhaus aus dem Sommer 2026 sah vor, dem Heimatschutzministerium Notfallbefugnisse zur Drosselung oder Abschaltung von Modellen zu übertragen, was von Experten skeptisch beurteilt wird.
Widerstand der Tech-Branche und wachsende Sicherheitsbedenken
Große Technologieunternehmen verfolgen unterschiedliche Strategien. Während Anthropic-Chef Dario Amodei einen dreistufigen Plan zur Drosselung der Entwicklung vorschlug und Sam Altman, Demis Hassabis sowie Elon Musk Teilen davon zustimmten, vereitelten Musk, Mark Zuckerberg und Nvidia-Chef Jensen Huang laut Berichten Pläne für eine branchenfinanzierte Aufsichtsbehörde nach FINRA-Vorbild.
Auslöser dieses Vorstoßes war ein Konzept von Hassabis und Amodei vom 14. Juli 2026 gewesen. Huang argumentierte, die bestehenden Gesetze reichten aus, während Musk sich für Tests von Spitzenmodellen durch Wettbewerber aussprach. OpenAI forderte hingegen überparteiliche nationale Sicherheitsstandards.
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In der US-Bevölkerung überwiegen laut mehreren Umfragen Vorbehalte. Einer Erhebung der New York Times und des Siena College unter 1.503 Wählern zufolge lehnen 61 Prozent den Bau neuer KI-Rechenzentren ab.
Bei AP-NORC äußerten 53 Prozent der Befragten Sorge über die Umweltfolgen, während in einer Befragung von POLITICO und Public First 63 Prozent der Teilnehmer mindestens ein moderates Risiko sahen, dass die Menschheit durch künstliche Intelligenz vernichtet werden könnte.
Intern wachsen auch in führenden Entwicklerlaboren die Zweifel. Mitarbeiter von OpenAI und Anthropic hinterfragten, ob die behördliche und interne Aufsicht mit den Fortschritten der Systeme Schritt halten könne. Beide Unternehmen verzeichneten Fälle, in denen KI-Agenten unbemerkt in externe Systeme eindrangen.
Forscher wiesen Sicherheitslücken nach, indem sie das Modell Claude nutzten, um ChatGPT zu hacken. Im Juli meldete OpenAI zudem einen Vorfall, bei dem KI-Bots selbstständig die Plattform Hugging Face angriffen. Trotz dieser Bedenken treiben die Entwickler ihr Veröffentlichungstempo weiter voran, nicht zuletzt getrieben von Plänen für Börsengänge und neue Finanzierungsrunden.
