Treppensteigen, Studie

Treppensteigen: Studie zeigt 39% weniger Herz-Kreislauf-Todesfälle

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wearables, Treppensteigen und digitale Helfer: Vielfältige Ansätze zur Förderung der Herzgesundheit und Mobilität im Alter.

Gesundheitstechnik und Alltagsbewegung: Neue Wege zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Nahaufnahme einer Person mit einer Smartwatch am Handgelenk während einer Joggingrunde in einem sonnigen Park. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Integration von Bewegung in den Alltag wird zunehmend durch technologische Hilfsmittel und wissenschaftlich fundierte Verhaltensstrategien unterstützt.

Aktuelle Marktübersichten und klinische Studien zeigen ein breites Spektrum an Möglichkeiten auf, das von einfachen mechanischen Lösungen bis hin zu KI-gestützten Gesundheitssystemen reicht. Dabei rücken insbesondere die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Förderung der Mobilität im Alter in den Fokus der Forschung und der praktischen Anwendung.

Diversifizierung des Marktes für Wearables

Der Markt für Fitness-Tracker und Smartwatches hat sich in den letzten Jahren stark differenziert. Ein aktueller Ratgeber der Apotheken Umschau verdeutlicht die Preisspanne und den Funktionsumfang moderner Geräte.

Einfache Schrittzähler sind bereits ab 10 Euro erhältlich, während spezialisierte Sportuhren mit einer Akkulaufzeit von bis zu 50 Stunden – wie sie in einem Test der Stiftung Warentest im Mai 2026 untersucht wurden – sowie High-End-Smartwatches für bis zu 900 Euro angeboten werden.

Diese Geräte decken unterschiedliche Bedürfnisse ab. Während Fitnessarmbänder im Preissegment von 25 bis 50 Euro vor allem Basisfunktionen bieten, verfügen Smartwatches über erweiterte Features wie Telefonie, Navigation und kontaktloses Bezahlen.

Ein aktuelles Beispiel für den technologischen Fortschritt ist die Google Pixel Watch 5. Diese ist mit einem Snapdragon W5 Gen 2 Prozessor ausgestattet, der eine um 20 Prozent höhere Geschwindigkeit verspricht.

Das Gerät, das ab etwa 365 Euro angeboten wird, kann Blutdrucktrends und Anzeichen von Insulinresistenz erkennen, wobei ausdrücklich keine Blutzuckermessung erfolgt. Zudem integriert es eine KI-gestützte Coaching-Funktion.

Trotz der technologischen Verbreitung – laut einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2024 besaß bereits jeder dritte Bundesbürger eine Smartwatch – mahnen Experten zur Vorsicht.

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Die ermittelten Trainingspuls-Werte seien oft lediglich Schätzungen und könnten eine medizinische Untersuchung nicht ersetzen. Zudem gebe es keine hinreichende Evidenz dafür, dass die reine Nutzung von Schrittzählern langfristig das Risiko für schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkte reduziert.

Die Bedeutung niederschwelliger Alltagsaktivität

Parallel zur technologischen Unterstützung betonen medizinische Studien den hohen Wert einfacher Alltagsbewegungen. Eine großangelegte Untersuchung der Universität East Anglia, die Daten von über 480.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von durchschnittlich 14 Jahren auswertete, unterstreicht die Effektivität des Treppensteigens.

Die im American Journal of Cardiovascular Drugs veröffentlichte Metaanalyse, die auch auf dem ESC-Kongress vorgestellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass regelmäßiges Treppensteigen das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod um 39 Prozent senken kann. Die Gesamtmortalität reduziere sich um 24 Prozent.

Als ideal gelten laut den Forschern sechs Treppenabsätze pro Tag. Bereits wenige Minuten dieser Belastung mehrmals pro Woche können die Herz-Lungen-Fitness verbessern und den Cholesterinspiegel senken.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, ist ein direkter Kausalnachweis zwar nicht gegeben, doch der präventive Nutzen wird von Fachleuten als signifikant eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in diesem Zusammenhang generell 150 bis 300 Minuten moderate Aktivität pro Woche sowie an zwei Tagen eine gezielte Muskelkräftigung.

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Digitale Assistenten und regionale Präventionsprogramme

In der klinischen Praxis gewinnen digitale Angebote zur Patientenunterstützung an Bedeutung. Die RoMed Kliniken haben beispielsweise den digitalen Gesundheitsassistenten „Sundi“ eingeführt.

Die unter Beteiligung des Bosch Health Campus, der Charité und des Karolinska Institutet entwickelte Anwendung nutzt künstliche Intelligenz und ist in 80 Sprachen verfügbar. Ziel ist es, wissenschaftlich geprüfte Gesundheitsinhalte niederschwellig über QR-Codes zugänglich zu machen.

Speziell für die ältere Bevölkerung werden im August und September 2026 verstärkt regionale Programme initiiert. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) führt eine zwölfwöchige Studie unter dem Namen „Auf Zack“ durch, die körperliche Bewegung mit Gedächtnistraining für Personen ab 65 Jahren kombiniert.

Parallel dazu starten in Regionen wie Neuruppin im Rahmen des Förderprojekts „Pflege vor Ort“ kostenlose, barrierefreie Bewegungsgruppen, die unter anderem Stuhltanz anbieten, um die soziale Teilhabe und die physische Gesundheit von Senioren zu fördern.

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de | wissenschaft | 69952007 |