Toyota, Honda

Toyota und Honda testen humanoide Roboter für die Montage von Kabelbäumen

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Toyota verbindet Robotik und KI mit umfangreichen Automatisierungsplänen; Investoren bleiben wegen früherer Technologieprojekte zurückhaltend.
Eine moderne, weitläufige Automobilfabrik mit sauberem Industriedesign und technischer Fertigungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die japanische Automobilindustrie intensiviert den Einsatz hochentwickelter Robotik in der Fertigung. Die beiden führenden Hersteller des Landes, Toyota und Honda, erproben humanoide Roboter in ihren heimischen Werken. Das Einsatzspektrum der Maschinen reicht dabei von der Montage von Kabelbäumen bis hin zur abschließenden Qualitätskontrolle. Auf der Japan Mobility Show 2026 gaben beide Konzerne Einblicke in den aktuellen Stand ihrer Technologie.

Unterschiedliche Ansätze bei Honda und Toyota

Während Honda auf der Japan Mobility Show 2026 seinen Avatar-Roboter als Oberkörpermodell präsentierte, das unter anderem das Spiel Schere-Stein-Papier vorführte, stellte Toyota das Modell CUE7 rein statisch aus. Technisch setzt der Honda Avatar Robot auf künstliche Intelligenz, um mithilfe einer spezialisierten Roboterhand filigrane Aufgaben auszuführen.

Toyota verfolgt parallel mehrere Entwicklungslinien im Bereich der Fabrikautomation. Mit dem Modell Eley testet das Unternehmen einen 50 Kilogramm schweren humanoiden Roboter, der feinmotorische Tätigkeiten wie das Bewegen von Teilen erlernen soll. Das System beobachtet dazu menschliche Werksmitarbeiter und verarbeitet diese Bewegungsabläufe über ein unternehmenseigenes Basismodell.

Ergänzend dazu entwickelte das Toyota Research Institute in Kalifornien ein Foundation-Modell, das hochrangige Entscheidungen in präzise physische Aktionen und Echtzeit-Motorik übersetzt; dieses Modell findet auch im Roboter Atlas von Boston Dynamics Anwendung.

Tomohiro Nomi, Leiter der Humanoidenforschung bei Toyota, verwies darauf, dass die eigenen Werke oberste Priorität bei der Erprobung genießen, da sich die industrielle Umgebung verlässlicher kontrollieren lasse als der öffentliche Raum. Um die Entwicklung direkt an die Fertigung anzubinden, richtete der Automobilhersteller ein eigenes Robotikteam unter der Leitung des Produktionsvorstands ein.

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Investitionspläne und langfristige Automatisierungsziele

Hinter den Tests stehen umfassende Investitionsvorhaben. Toyota formalisierte Berichten zufolge einen Plan zur Fabrikautomation im Volumen von rund 6,4 Mrd. US-Dollar pro Jahr, was ab 2028 Ausgaben von etwa 1 Billion Yen jährlich für die Modernisierung der Werke entspricht.

Das Unternehmen schätzt den gesamten Roboterbedarf auf rund 400.000 Einheiten. Diese Summe umfasst sowohl humanoide als auch nicht-humanoide Systeme für Neuinstallationen und Ersatzbeschaffungen. Etwa 250.000 dieser Roboter sind für Zulieferer sowie Unternehmen der Toyota-Gruppe vorgesehen.

Zudem plant Toyota die Errichtung eines neuen Montagewerks nahe Nagoya, der ersten neuen Fertigungsstätte des Konzerns in Japan seit 2012. Nach der für Anfang der 2030er Jahre geplanten Inbetriebnahme soll dort eine neue Generation von Robotern integriert werden.

Marktpotenzial und Vorbehalte an den Finanzmärkten

Laut Medienberichten strebt Toyota danach, sich als globaler Vorreiter in der Robotik zu etablieren, Produktionslinien zu modernisieren und sich im Wettbewerb mit China breiter über die reine Fahrzeugproduktion hinaus aufzustellen.

Bernstein-Analyst Masahiro Akita sieht einen wesentlichen Vorteil Toyotas in der Fähigkeit, Roboter, künstliche Intelligenz und industrielle Fertigungsprozesse in einem gemeinsamen Betriebssystem zusammenzuführen.

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Analysten von Goldman Sachs prognostizieren, dass Toyota bis 2035 einen Marktanteil von 3 bis 8 Prozent am globalen Markt für humanoide Roboter erreichen könnte, was einem Volumen von 190.000 bis 540.000 Einheiten entspräche.

An den Finanzmärkten wird das Engagement dennoch mit einer gewissen Zurückhaltung begleitet. Investoren verweisen auf frühere Technologieinitiativen des Konzerns, darunter Projekte rund um Wasserstoffantriebe und Feststoffbatterien, bei denen sich die Markteinführung und Skalierung langwieriger als ursprünglich in Aussicht gestellt gestalteten.

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