Tirzepatid, Studie

Tirzepatid: Studie belegt 8% Risikoreduktion bei Herzinfarkt

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 05:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die FDA erlaubt Mounjaro nun zur Minderung schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse. Studien zeigen zudem Vorteile bei Gewicht und Blutzucker.

Mounjaro senkt Herzrisiko: FDA erweitert Tirzepatid-Zulassung
Ein moderner, leerer medizinischer Untersuchungsraum mit steriler Atmosphäre und hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle klinische Untersuchungen belegen das Potenzial von Tirzepatid, das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Patienten mit Typ-2-Diabetes deutlich zu reduzieren. Im Fokus stehen dabei nicht nur die metabolischen Effekte wie die Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion, sondern zunehmend die präventive Wirkung nach akuten Herzereignissen oder Schlaganfällen.

Erweiterte Zulassung und Ergebnisse der SURPASS-CVOT-Studie

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat Ende August eine neue Indikation für Mounjaro (Tirzepatid) genehmigt. Das Medikament ist nun offiziell zur Senkung des Risikos für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) bei Hochrisikopatienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Zu diesen Ereignissen zählen insbesondere nicht-tödliche Herzinfarkte, nicht-tödliche Schlaganfälle sowie kardiovaskulär bedingte Todesfälle.

Grundlage für diese Entscheidung war die SURPASS-CVOT-Studie, an der über 13.000 Patienten in 30 Ländern teilnahmen. Über einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von vier Jahren wurde die Wirkung von Tirzepatid im Vergleich zu Dulaglutid untersucht.

Die Ergebnisse zeigten, dass in der Mounjaro-Gruppe bei 12,2 % der Probanden ein MACE-Ereignis auftrat, während dies in der Vergleichsgruppe bei 13,1 % der Fall war. Dies entspricht einer Reduktion des relativen Risikos um 8 %.

Langzeitdaten zur Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion

Weitere Erkenntnisse lieferte die SURPASS-EARLY-Studie, deren Ergebnisse im Rahmen einer Fachkonferenz Anfang des Jahres vorgestellt wurden. Untersucht wurden 794 Patienten aus zehn Ländern, bei denen die Diagnose Typ-2-Diabetes seit maximal vier Jahren bestand und die unzureichend auf Metformin eingestellt waren.

Nach einem Zeitraum von 104 Wochen sank der HbA1c-Wert in der Tirzepatid-Gruppe signifikant von durchschnittlich 7,81 % auf 5,56 %. In der Kontrollgruppe wurde lediglich ein Wert von 6,35 % erreicht. Parallel dazu verzeichneten die Teilnehmer unter Tirzepatid einen Gewichtsverlust von 15,8 kg, während die Kontrollgruppe 6,5 kg verlor.

Zudem verbesserten sich die Blutfettwerte (HDL, LDL, VLDL und Triglyceride) sowie der systolische Blutdruck, der um durchschnittlich 2,15 mmHg sank. Die Rate der Therapieabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse lag bei 4,5 % gegenüber 0,3 % in der Vergleichsgruppe.

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Ausblick auf neue Wirkstoffe und Kombinationstherapien

Für die bevorstehende Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand liegen bereits Vorabdaten zu weiteren Wirkstoffen aus dem Portfolio von Eli Lilly vor. Die TRIUMPH-2-Studie zum Triple-Agonisten Retatrutid zeigt bei Patienten mit Adipositas und Typ-2-Diabetes nach 80 Wochen einen Gewichtsverlust von bis zu 22,5 kg (20,8 %) und eine Senkung des HbA1c-Wertes um 1,6 %.

Zudem werden Daten zur Phase-1-Studie EloraTZP erwartet. Hierbei führte die Kombination von 3 mg Eloralintid mit 5 mg Tirzepatid über 16 Wochen zu einem Gewichtsverlust von 17 %, verglichen mit 10 % unter einer Monotherapie.

Auch für den oralen Wirkstoff Orforglipron (Foundayo) deuten Ergebnisse der ACHIEVE-4-Studie auf eine kardiovaskuläre Schutzwirkung hin. Im Vergleich zu Insulin Glargin wurde das Risiko für MACE-4-Ereignisse um 16 % und für MACE-3-Ereignisse um 23 % reduziert.

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Medizinische Einordnung und ökonomische Aspekte

Ein Mediziner der Üsküdar Üniversitesi betonte in einer Stellungnahme, dass Inkretin-Mimetika wie Tirzepatid die Pumpkraft des Herzens nicht schwächen, sondern den Herzmuskel schützen und das Risiko für Herzinsuffizienz verringern können. Als häufigste Nebenwirkungen nannte er gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit oder verlangsamte Magenentleerung, die bei etwa 5 % bis 6 % der Anwender zum Therapieabbruch führen.

Neben den medizinischen Vorteilen rücken auch ökonomische Effekte in den Fokus. Eine Real-World-Studie mit 15.843 Patienten über 55 Jahren zeigte, dass der Einsatz von Zepbound (Tirzepatid) die allgemeinen Gesundheitskosten senken kann.

Nach sechs Monaten lagen die Einsparungen bei bis zu 15 % (181 US-Dollar pro Patient und Monat), nach zwölf Monaten stiegen sie auf bis zu 38 % (607 US-Dollar pro Patient und Monat) im Vergleich zu unbehandelten Patienten.

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