Tirzepatid: 40% niedrigere Sterblichkeit bei Typ-2-Diabetes
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine im Fachjournal Diabetes Care (doi:10.2337/dc25-3063) veröffentlichte Real-World-Studie liefert neue Erkenntnisse zur kardiovaskulären Risikoreduktion bei Typ-2-Diabetes.
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung war das Risiko für schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) unter einer Behandlung mit Tirzepatid um 20% niedriger als unter Dulaglutid. Die Hazard Ratio lag bei 0,8 (95%-Konfidenzintervall 0,65–0,99; 31,3 vs. 39,4 pro 1.000).
Die Untersuchung stützt sich auf Optum-Daten aus den Jahren 2022–2024. Neben dem geringeren MACE-Risiko ermittelten die Autoren auch einen deutlichen Unterschied bei der Mortalität: Die Gesamtmortalität lag unter Tirzepatid um 40% niedriger als unter Dulaglutid (HR 0,6; Konfidenzintervall 0,43–0,83). Im direkten Vergleich zwischen Tirzepatid und Semaglutid zeigte sich in den analysierten Daten hingegen kein Unterschied.
Zulassung durch die FDA und Ergebnisse der SURPASS-CVOT-Studie
Die neuen Real-World-Daten ergänzen die Ergebnisse großer klinischer Prüfungen. Am 28. August 2026 genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Präparat Mounjaro (Tirzepatid) zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Typ-2-Diabetes mit hohem Risiko. Die Indikation umfasst die Vermeidung von MACE-Ereignissen, zu denen nicht-tödliche Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie der kardiovaskuläre Tod zählen.
Grundlage für die Entscheidung der FDA ist die SURPASS-CVOT-Studie, an der über 13.000 Teilnehmer in 30 Ländern bei einem medianen Follow-up von 4 Jahren teilnahmen. In dieser Untersuchung lag die MACE-Rate unter Mounjaro bei 12,2% gegenüber 13,1% unter Trulicity (Dulaglutid), was einer relativen Risikoreduktion von -8% entspricht.
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Eli Lilly präsentierte auf dem EASD 2026 in Mailand ergänzende Daten aus SURPASS-CVOT. Demnach erwies sich Mounjaro im primären Endpunkt MACE-3 gegenüber Trulicity als nicht unterlegen, mit einer relativen Risikoreduktion von -8% (HR 0,92; 95,3%-Konfidenzintervall 0,83–1,01).
Medizinische Einordnung und Verträglichkeit
Mediziner bewerten die kardioprotektiven Eigenschaften dieser Wirkstoffklasse insgesamt positiv. Prof. Dr. Mehmet Baltal? von der NP?STANBUL-Klinik der Üsküdar Universität betonte, dass Semaglutid und Tirzepatid den Herzmuskel nicht schwächen. Sie können das Auftreten von Herzinfarkten, Herzinsuffizienz und Todesfällen reduzieren.
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Gleichzeitig verweist die klinische Praxis auf typische Nebenwirkungen. Die am häufigsten beobachteten Beschwerden sind gastrointestinaler Natur. Laut Prof. Dr. Baltal? brechen etwa 5–6% der Anwender die medikamentöse Therapie aus diesem Grund ab.
Zudem gelte, dass die Anwendung bei bestehenden Herzerkrankungen ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen sollte. Liegt eine Erkrankung an Schilddrüsenkrebs vor, sind die Präparate kontraindiziert.
