Therme, Naturns

Therme Naturns: 7 Millionen Euro für neues Rheuma-Zentrum

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 15:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Südtirol, Hessen und Rumänien treiben den Ausbau von Gesundheitszentren mit Thermalbädern und Reha-Angeboten voran.

Thermen und Reha: Europas Kommunen investieren massiv
Therme - Innenansicht eines modernen Thermalbades mit großen Becken, dampfendem Wasser und viel Tageslicht. Fokus auf Wellness und medizinische Rehabilitation. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Projekte in Deutschland, Italien und Rumänien zeigen den Trend.

Südtirol: Therme Naturns wird zum Rheuma-Zentrum

Die Marktgemeinde Naturns investiert über sieben Millionen Euro in ihre Erlebnistherme. Der Gemeinderat stimmte im Juli drei zentralen Teilprojekten zu. Rund 2,9 Millionen Euro fließen in die Umstrukturierung der Sport- und Regenerationsräume. Weitere 1,86 Millionen Euro sind für eine sportmedizinische Abteilung und neue Pooltechnik vorgesehen. Die Modernisierung der Belüftungsanlagen schlägt mit 2,47 Millionen Euro zu Buche.

Das Land Südtirol unterstützt das Vorhaben mit vier Millionen Euro. Hintergrund sind starke Wirtschaftszahlen: Die Therme verzeichnete zuletzt ein Umsatzplus von 18 Prozent und steigende Besucherzahlen. Bürgermeister Zeno Christanell und Thermenpräsident Andreas Pircher kündigten den baldigen Start der Ausschreibungen an.

Parallel dazu eröffnete in Naturns ein neues Gemeinschaftshaus. Es dient als Ambulatorium für dringliche medizinische Fälle und soll die regionalen Notaufnahmen entlasten. Es ist der siebte von zwölf geplanten Standorten in Südtirol – alle sollen bis 2028 fertig sein.

Hessen: Geschlossene Therme wird zum Luxus-Resort

Die seit September 2022 geschlossene Justus-von-Liebig-Therme in Nidda wird wieder aufgebaut. Die Stadtverwaltung gab grünes Licht für ein Projekt der interSPA-Gruppe. Geplant ist ein Vier-Sterne-Hotel mit über 100 Zimmern, direkt an die thermale Infrastruktur angebunden.

Zur Ausstattung gehören eine Saunalandschaft mit 13 Einheiten, ein 25-Meter-Sky-Infinity-Pool sowie spezialisierte Fitness- und Therapiebereiche. Die Bauarbeiten beginnen im Herbst. Fertigstellung soll bis zur Landesgartenschau 2027 sein. Bürgermeister Thorsten Eberhard und interSPA-Geschäftsführer Volker Kurz betonten die Bedeutung für den regionalen Gesundheitstourismus.

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Auch im bayerischen Niedernberg wurde investiert: Das Seehotel gab rund eine Million Euro für den Umbau eines Spa-Bereichs auf 2.800 Quadratmetern aus. Neben neuen Saunen und Dampfbädern gibt es jetzt eine Gastronomie mit asiatisch-fränkischer Fusionsküche. Bis Oktober sollen Infrarotkabinen und ein Termarium folgen.

Rumänien: Geothermie-Zentrum erreicht 40 Prozent

Im rumänischen Lovrin (Kreis Timi?) entsteht ein medizinisches Erholungszentrum mit Schwerpunkt Hydrotherapie. Die Anlage hat laut aktuellen Berichten vom Juli einen Fertigstellungsgrad von fast 40 Prozent erreicht. Die bebaute Fläche beträgt über 4.600 Quadratmeter.

Das Zentrum setzt auf lokale geothermische Ressourcen. Es wird Cabinets für Physiotherapie, Hydrotherapie und ein therapeutisches Becken mit Geothermalwasser umfassen. Der Kreisrat Timi? finanziert das Projekt mit. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.

Neue Konzepte für alte Klinik-Standorte

Parallel zu den Thermen-Investitionen entwickeln Kommunen neue Nutzungskonzepte für ehemalige Klinikstandorte. In Kehl wurden Anfang Juli Pläne für ein Gesundheitszentrum vorgestellt. Die Investitionen liegen zwischen 20 und 30 Millionen Euro. In vier bis acht Jahren soll ein Komplex entstehen, der Langzeitpflege, ein medizinisches Versorgungszentrum mit Fachpraxen und ein Zentrum für ambulantes Operieren bündelt.

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In Österreich wird über die Zukunft des Reha-Zentrums Aflenz verhandelt. Politische Vertreter aus der Steiermark streben eine Beteiligung des Landes an, schließen eine vollständige Übernahme aber aus. In Gramastetten nahm bereits ein neues Gesundheitszentrum den Betrieb auf – es verbindet eine Hausarztpraxis mit einem spezialisierten Therapiezentrum.

Das Evangelische Diakoniekrankenhaus in Freiburg zeigt, wie der klinische Sektor selbst investiert: Nach dreijähriger Bauzeit wurde dort ein Anbau für rund 40 Millionen Euro eingeweiht. Er umfasst eine neue Notaufnahme und Komfortstationen.

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