Therapieresistenter Bluthochdruck: Adrenalvenen-Test klärt die Ursache
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deTherapieresistenter Bluthochdruck stellt die klinische Versorgung vor komplexe Herausforderungen. Wenn trotz mehrfacher medikamentöser Therapien keine ausreichende Blutdrucksenkung erreicht wird, rückt die gezielte Ursachenforschung in den Mittelpunkt.
Zu den häufigsten sekundären Formen gehört der primäre Aldosteronismus, der einer präzisen Differenzierung bedarf. Moderne interventionelle Verfahren und spezialisierte Diagnostik ermöglichen es zunehmend, zielgerichtete Behandlungsentscheidungen zu treffen.
Primärer Aldosteronismus und die Rolle der Nebennieren
Tritt eine arterielle Hypertonie gemeinsam mit einer Hypokaliämie auf, besteht in der klinischen Praxis häufig der Verdacht auf eine autonome Überproduktion des Hormons Aldosteron in den Nebennieren. Bildgebende Verfahren wie die Computertomographie liefern erste morphologische Hinweise und können beispielsweise eine Nebennierenhyperplasie oder Adenome darstellen.
Allerdings erlaubt das rein bildgebende Erscheinungsbild oft keinen verlässlichen Rückschluss darauf, ob die Hormonüberproduktion einseitig oder beidseitig erfolgt. Eine sichtbare Veränderung im Schnittbild muss funktionell nicht zwingend die Quelle der Überproduktion sein.
Adrenalvenen-Blutentnahme als diagnostischer Goldstandard
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Um festzustellen, ob eine einseitige autonome Sekretion oder eine bilaterale Hyperplasie vorliegt, gilt die selektive Adrenalvenen-Blutentnahme in der Medizin als Goldstandard zur Subtypisierung des primären Aldosteronismus. Bei diesem Katheterverfahren wird Blut direkt aus den Venen beider Nebennieren entnommen und mit peripheren Blutwerten abgeglichen.
Die Bestimmung der Hormonkonzentrationen ermöglicht eine genaue funktionelle Zuordnung. Bestätigt die Untersuchung eine dominante, einseitige Aldosteronsekretion, kommt eine operative Entfernung der betroffenen Nebenniere infrage.
Dieser Eingriff kann den Blutdruck normalisieren oder den Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten deutlich verringern. Liegt hingegen eine beidseitige Überfunktion vor, bleibt in der Regel eine medikamentöse Therapie das Mittel der Wahl.
Interventionelle Therapieansätze und Versorgungsstrukturen
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Neben der Abklärung von Nebennierenerkrankungen spielen auch weitere interventionelle Ansätze eine Rolle bei schwer einstellbarem Bluthochdruck. Hierzu zählt die renale Denervation, bei der Nervenfasern entlang der Nierenarterien behandelt werden, um die Aktivität des sympathischen Nervensystems zu dämpfen und den Blutdruck zu senken.
Die Komplexität der verschiedenen Abklärungs- und Behandlungsschritte erfordert strukturierte Abläufe. Durch Fachgesellschaften wie die Deutsche Hochdruckliga zertifizierte Hypertonie-Zentren bündeln die notwendige Expertise für spezialisierte Diagnostik und individuelle Therapieführung, um insbesondere Patienten mit schwer kontrollierbaren Blutdruckwerten zielgerichtet zu versorgen.
