Tesla stoppt Model S/ X: 20 Milliarden Euro für Optimus-Roboter
18.06.2026 - 01:30:46 | boerse-global.de
Tesla stellt die Produktion seiner Luxusmodelle Model S und Model X ein, um Fertigungskapazitäten für den humanoiden Roboter Optimus freizumachen. Die Investitionen dafür steigen rasant: Für 2026 sind Kapitalausgaben von über 20 Milliarden Euro geplant – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Während Tesla Milliarden in die Roboter-Zukunft investiert, stellt sich für Anleger die Frage, welche Unternehmen am meisten von diesem technologischen Wandel profitieren werden. Dieser kostenlose Report analysiert die Gewinner der neuen Industrierevolution und zeigt, wo das große Geld aktuell hinfließt. Die Gewinner der nächsten industriellen Revolution jetzt gratis entdecken
Milliarden für die Roboter-Zukunft
Die Entscheidung, die beiden Flaggschiff-Modelle aus dem Programm zu nehmen, zeigt, wo die Prioritäten des Konzerns liegen. Der Optimus-Roboter, der Anfang des Jahres in Serienproduktion gegangen ist, benötigt spezielle Fertigungsstraßen. Bis Ende 2026 will Tesla 50.000 Einheiten produzieren – ein ehrgeiziges Ziel, das vor allem in den letzten Monaten des Jahres erreicht werden soll.
Unterstützt wird die Expansion durch gewaltige Investitionen in Künstliche Intelligenz. Im Januar steckte Tesla zwei Milliarden Euro in das KI-Unternehmen xAI. Das Geld fließt in die Infrastruktur, die sowohl für Optimus als auch für das Robotaxi Cybercab benötigt wird – auch dieses soll noch 2026 auf den Markt kommen.
Das Herzstück der Systeme ist die AI5-Plattform mit einer Rechenleistung von über 2.000 Billionen Operationen pro Sekunde. Marktforscher von Counterpoint Research berichten zudem, dass Tesla bereits eine Lieferkette für die dritte Optimus-Generation aufgebaut hat. Mehr als ein Dutzend chinesische Unternehmen wurden als Zulieferer zertifiziert.
Die teure Hand des Roboters
Die technische Entwicklung des Optimus verläuft nicht ohne Hindernisse. Im April meldete Tesla ein Patent für eine dritte Roboterhand-Generation an, die mit einem Sehnen-Antriebssystem arbeitet. Doch nur wenige Tage später räumte das Management ein: Dieses spezielle Design funktioniert nicht und wird ersetzt. Auch Wettbewerber wie Wuji Technology lehnen Sehnen-Antriebe wegen Verschleißproblemen ab.
Die Hand bleibt das komplexeste und teuerste Bauteil des Roboters. Mit ihren 22 Freiheitsgraden macht sie rund 20 Prozent der gesamten Materialkosten aus. Für die zweite Jahreshälfte 2026 werden die Herstellungskosten pro Optimus V3 auf über 60.000 Euro geschätzt – allerdings nur bei Produktionsmengen unter 10.000 Einheiten. Branchenkenner von Schaeffler gehen davon aus, dass Antriebskomponenten generell etwa die Hälfte der Kosten humanioder Roboter ausmachen.
Wettlauf der Roboter-Hersteller
Tesla ist nicht allein auf dem Feld. Der Konkurrent Rivian hat seine Robotik-Sparte Mind Robotics ausgegliedert, die bereits über eine Milliarde Euro eingesammelt hat und mit 3,4 Milliarden Euro bewertet wird. Das erste Produkt soll innerhalb eines Jahres ausgeliefert werden.
In China drängen weitere Hersteller auf den Markt: Seres präsentierte seinen Roboter Xiaosai für Produktions- und Inspektionsaufgaben, während Xpeng, BYD und Chery-Aimoga eigene Plattformen entwickeln. Nvidia wiederum positioniert sich als Plattform-Anbieter und zeigte auf der GTC Taiwan 2026 Referenzdesigns für humanoide Roboter.
Der Wettlauf um die Marktführerschaft in der Robotik und Künstlichen Intelligenz hat längst begonnen, doch viele Privatanleger setzen dabei noch auf die falschen Werte. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche drei KI-Aktien laut Experten das größte Potenzial für Milliardengewinne im aktuellen Marktumfeld haben. Kostenlosen Report: 3 KI-Gewinner-Aktien sofort herunterladen
Trotz der aktuell hohen Kosten sind die langfristigen Prognosen optimistisch. Die staatliche Außenwirtschaftsagentur Germany Trade & Invest erwartet, dass der globale Markt für humanoide Roboter bis 2035 auf 80 bis 150 Milliarden Euro anwachsen könnte.
Aktie unter Druck – Analysten bleiben zuversichtlich
Die Börse reagiert verhalten auf den Strategiewechsel. Die Tesla-Aktie notierte am Dienstag bei rund 400 Euro – ein Minus von knapp elf Prozent seit Jahresbeginn. Dennoch gibt es positive Signale: JPMorgan stufte die Aktie zuletzt auf "Neutral" hoch und setzte ein Kursziel von 475 Euro, gestützt auf das Potenzial der Autonomie- und Optimus-Programme. Einige unabhängige Analysten sehen den Kurs sogar bei 800 Euro bis Jahresende – dank der vertikalen Integration des Konzerns und der Rolle von Optimus bei der Senkung der Fertigungskosten.
Weitere Details zur Robotik-Strategie erwartet der Markt im Q2-Geschäftsbericht am 29. Juli. Die offizielle Vorstellung des Optimus Gen 3 wird für den Spätsommer erwartet.
